BDK-Chef tritt zurück – zuvor stellte er Seehofers Kriminalstatistik in Frage

André Schulz (Bild: BDK; CC BY-SA 3.0 de)
André Schulz (Bild: BDK; CC BY-SA 3.0 de)

Der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), André Schulz, tritt von seinem Posten zurück. Medial wird das gegen ihn laufende Betrugsverfahren als Grund angegeben. Schulz hatte erst vor wenigen Tagen die offizielle Kriminalstatistik von Bundesinnenminister Seehofer angezweifelt, wonach die Straftaten in Deutschland mit knapp sechs Millionen auf dem niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung liegen sollen. 

Schulz hatte vor der Veröffentlichung der offiziellen Kriminalstatistik durch Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) wörtlich gesagt: „Die tatsächlichen Fallzahlen liegen weit über den in 2017 registrierten Straftaten. Die Wissenschaft geht aufgrund von Erkenntnissen aus der Dunkelfeldforschung und Hochrechnungen von jährlich mindestens 20 bis 25 Millionen Straftaten in Deutschland aus.“

Dass der plötzliche Rücktritt des BDK-Vorsitzenden André Schulz in direktem Zusammenhang mit dieser kritischen Äußerung steht, wird von amtlicher Seite nicht bestätigt. Vielmehr heißt es – wie die Welt berichtet – offiziell, gegen Schulz sowie gegen einen früheren Chef des Hamburger LKA und eine Abteilungsleiterin liege ein Betrugsverdacht vor. In Schulz’ Fall gehe es darum, ob Schulz seine Verpflichtungen gegenüber der Polizei Hamburg ausreichend erfüllt habe. Seit November 2017 ermittelt die Staatsanwaltschaft Hamburg gegen Schulz. Sie geht dem Verdacht nach, dass der BDK-Mann über Jahre ein halbes Gehalt kassiert hat, ohne dafür zu arbeiten. Ganz ähnlich die Vorwürfe im Fall des Vorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt vor eine Jahr, der die sogenannte „Besoldungsaffäre“ auslöste. (SB)

 

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