Weiser Walser

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Martin Walser bei einer Autorenlesung vor etlichen Jahren - Foto: Imago

„Beide sind ganz tolle Politiker“ – Martin Walser lobt Trump und Putin

 Martin Walser ist froh, wie sich US-Präsident Donald Trump und Kremlchef Wladimir Putin im Syrien-Konflikt verhalten. Auch Trumps Wahlspruch „America first“ findet der Schriftsteller richtig.

 Von Thomas Schlawig

 Was sich derzeit in Deutschland tut, ist einfach nur köstlich. Mit seiner Einschätzung beweist Walser, daß er trotz seines hohen Alters (91) wesentlich intelligenter ist, als sein mißratener Sohn, der Salon-Kommunist Jakob Augstein vom „Spiegel“.

Er sei froh, dass der US-Präsident und Putin trotz unterschiedlicher Interessen so vorsichtig reagierten. […]„Ich habe Vertrauen zu beiden, auch wenn ich nicht mit jeder ihrer Entscheidungen einverstanden bin“, sagte der Schriftsteller über den US-Präsidenten und seinen russischen Amtskollegen.

Walser findet Trump „furchtbar ehrlich“. Er habe ihn viel genauer kennengelernt als die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. „Und dass er nicht aus dieser politischen Klasse stammt, das hat mich für ihn eingenommen“, sagte der Schriftsteller. Trumps Wahlspruch „America first“ bezeichnete er als richtig. Es sei beschämend, dass die Vereinigten Staaten eine „derart miese Handelsbilanz“ hätten.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Walser positiv über Trump äußert. Bereits vor rund einem Jahr sagte der Schriftsteller dem „Südkurier“, es sei lächerlich, dass deutsche Medien und Intellektuelle so täten, als müsse man sich wegen Trumps Wahl Sorgen um Amerika machen. „Ich habe den US-Wahlkampf im Fernsehen verfolgt. Da ging es um Hillary Clinton oder Donald Trump. Tut mir leid, ich fand Trump besser“, sagte Walser.

Verdrehte Welt möchte man meinen, aber bereits am 11.11.1998 machte Walser von sich reden, als er in der Frankfurter Paulskirche den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen bekam.

In seiner Dankesrede kritisierte er, dass man den Deutschen ihre nationalsozialistische Vergangenheit immerzu vorhielt. Das helfe auf Dauer nicht, um diese grausame Zeit in kritischer Erinnerung zu behalten, sondern animiere die Menschen zum Wegschauen. Dadurch bestünde die Gefahr, dass Auschwitz zur simplen „Moralkeule“ verkomme und seine tatsächliche Bedeutung verliere. Für seine Rede wurde Martin Walser teils heftig kritisiert.“

Walser sagt in seiner hörenswerten Rede in der Frankfurter Paulskirche, Zitat: In der Diskussion um das Holocaustdenkmal in Berlin kann die Nachwelt einmal nachlesen, was Leute anrichteten, die sich für das Gewissen von anderen verantwortlich fühlten. Die Betonierung des Zentrums der Hauptstadt mit einem fußballfeldgroßem Alptraum, die Monumentalisierung der Schande.

Rudolf Augstein schrieb dazu im „Spiegel“  vom 30.11.1998, Zitat: „Nun soll in der Mitte der wiedergewonnenen Hauptstadt Berlin ein Mahnmal an unsere fortwährende Schande erinnern. Anderen Nationen wäre ein solcher Umgang mit ihrer Vergangenheit fremd. Man ahnt, daß dieses Schandmal gegen die Hauptstadt und das in Berlin sich neu formierende Deutschland gerichtet ist. Man wird es aber nicht wagen, so sehr die Muskeln auch schwellen, mit Rücksicht auf die New Yorker Presse und die Haifische im Anwaltsgewand, die Mitte Berlins freizuhalten von solch einer Monstrosität.“

Das Denkmal der Schande, hat man dann bekanntlich Björn Höcke in den Mund gelegt, wobei er nichts anderes tat, als Walser und Augstein zu zitieren.

Als „zutiefst empörend und völlig inakzeptabel“ bezeichnete der Zentralratsvorsitzende Josef Schuster Höckes Worte. „Dass 70 Jahre nach der Schoah solche Aussagen eines Politikers in Deutschland möglich sind, hätte ich nicht zu glauben gewagt“, sagte Schuster. „Die AfD zeigt mit diesen antisemitischen und in höchstem Maße menschenfeindlichen Worten ihr wahres Gesicht.“

Wenn zwei das Gleiche sagen, ist eben nicht dasselbe. Aber auch dieses unsägliche Kapitel hat nun Gott sei Dank sein Ende genommen, was allerdings den Einheitsparteien im Bundestag nicht passen dürfte, hatten sie doch gehofft, daß Höcke von der AfD selbst aus dem Verkehr gezogen wird.

Wie die AfD am Mittwoch in Erfurt mitteilte, kam das Schiedsgericht zu dem Ergebnis, dass „eine Wesensverwandtschaft Höckes mit dem Nationalsozialismus“ nicht festzustellen sei. Höcke habe mit seiner Rede vom 17. Januar 2017 nicht vorsätzlich gegen die Parteisatzung verstoßen. Der alte AfD-Bundesvorstand, damals noch unter der inzwischen ausgetretenen Parteichefin Frauke Petry, hatte seinen Antrag auf Parteiausschluss im Februar vergangenen Jahres unter anderem mit Höckes Ruf nach einer „erinnerungspolitischen Wende um 180 Grad“ begründet.

„In Deutschland gilt derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als derjenige, der den Schmutz macht“ Kurt Tucholsky (1890-1935)

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