Taxifahrer wirft Fahrgast wegen „unreinen“ Hund aus dem Taxi

Foto: Durch Cineberg/Shutterstock
Taxi (Foto: Durch Cineberg/Shutterstock)

Berlin – Ein Fahrgast war mit seinen beiden kleinen Hunden- anfänglich wohl unbemerkt vom Taxifahrer –  in dessen Wagen eingestiegen. Als dieser die Vierbeiner im Fußbereich bemerkte, forderte er den Fahrgast auf – angeblich wegen seiner Hundehaarallergie – das Fahrzeug zu verlassen. Als sich der Fahrgast, der als eigentlichen Grund die islamische Zugehörigkeit des Taxilenkers vermutete, sich weigerte, auszusteigen und auf seine Gehbehinderung aufmerksam machte, wurde er bedroht. 

Der Fahrgast sei ausgestiegen, der Fahrer habe sich dann neben der Tür vor ihm aufgebaut, es sei zu einem Wortgefecht gekommen, berichtet der so Bedrohte der Berliner Morgenpost. „Als ich ausgestiegen war, stieg der Fahrer wieder ein und beschimpfte mich durchs Fenster als ‚Nazi‘. Er sagte, ich würde schon sehen, wer der Stärkere ist“, so der „Erlebnisbericht“ weiter.

Der Berliner habe Schreiben ans Ordnungsamt und Gewerbeaufsichtsamt verfasst und sich an einen Anwalt gewendet. Dies sei nicht das erste Mal gewesen, dass er Probleme bekommen habe, wenn er mit seinen kleinen Hunden in ein Taxi steigen wollte. „Hunde gelten im Islam als unreine Tiere, das scheint ein Problem zu sein“ , so die Mutmaßung, die vom Zweiten Vorsitzenden der Innung des Berliner Taxigewerbes e.V. „Solche Beschwerden habe ich regelmäßig auf dem Schreibtisch“, sagt er. „Es kommt des öfteren vor, dass wegen Hunden eine Stresssituation entsteht. Für den Fahrgast ist so etwas ärgerlich, aber er hat letztlich keine Handhabe.“

Inzwischen habe sich auch die „Fachaufsicht über das LABO (Taxen- und Mietwagenverkehr“ aus der Senatsverwaltung für Verkehr geäußert. Taxen seien grundsätzlich verpflichtet, auch Gepäck und Tiere ihrer Fahrgäste zu befördern. Die Beförderung könne abgelehnt werden, wenn Gepäck und Tiere nicht ohne Gefährdung der Sicherheit und Ordnung untergebracht und beaufsichtigt werden können. Auch ist es im Einzelfall denkbar, dass ein Fahrer aus gesundheitlichen Gründen die Mitnahme eines Hundes verweigert. Nachgewiesen werden muss eine Allergie allerdings nicht. Ein Verstoß gegen die Beförderungspflicht ist sei somit schwer zu belegen. (SB)

 

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