Macron hat genug von Merkels Zaudern

Foto: Imago
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Offen wie nie zuvor redet Frankreichs Präsident den Deutschen und ihrer Kanzlerin in Aachen ins Gewissen. Die Reform der EU müsse endlich vorangehen, sonst trügen Demagogen und Populisten den Sieg davon.

 Von Thomas Schlawig

 Die Angst der zur Zeit regierenden vor dem Machtverlust nimmt immer lächerlichere Züge an. Alles was sie den „Demagogen“ und „Populisten“ vorwerfen, praktizieren sie selbst seit Jahren. Sie merken, ihre Zeit läuft ab und das macht sie mit ihrer Argumentation nicht nur lächerlich, sondern auch brandgefährlich.

Der Karlspreis zu  Aachen wurde erstmals im Jahr 1950 vergeben und hatte zum Ziel,  Persönlichkeiten oder Institutionen auszuzeichnen, die sich um Europa und die europäische Einigung verdient gemacht haben. Namensgeber wurde Karl der Große, der zu Ende des 8. Jahrhunderts Aachen zu seiner Lieblingspfalz wählte. Soweit die Einführung auf der Webseite des Karlspreises. Wie man allerdings das heutige Europa und Karl den Großen als den ersten Einiger Europas in einem Atemzug nennen kann, ist mir vollkommen schleierhaft. Die vergangene Geschichte, besonders der letzten 200 Jahre spricht da eine vollkommen andere Sprache. Man denke an die Eroberungskriege Frankreichs im 19. Jahrhundert, besonders des  von Frankreich begonnenen und verloren Krieges  1970/71. Dieser zog den 1. Weltkrieg nach sich, in dem Frankreich Revanche für das zu Recht verlorene Elsaß und Lothringen forderte. Bekanntlich wurde dann nach dem 1. Weltkrieg auf Betreiben Frankreichs und Englands in Versailles der Grundstein für den 2. Weltkrieg gelegt. Selbst der französische Marschall im ersten Weltkrieg, Ferdinand Foch sagte über den „Vertrag“ von Versailles: „Das ist kein Frieden. Es ist ein Waffenstillstand auf 20 Jahre.“ Damit erwies er sich als klug und weitsichtig zugleich, denn genau 20 Jahre später begann der Zweite Weltkrieg.

Nun wurde ein kleiner Franzose mit dem Karlspreis geehrt, ein Mann der wie kein zweiter für die Zerstörung Europas steht, denn seine Sicht auf Europa deckt sich keinesfalls mit der Sicht der Völker Europas. Sie wollen dieses Europa der „Eliten“ nicht, denn sie sind die Zerstörer des alten Europa, wie es die Menschen kennen und erhalten wollen. Hier trifft es ganz besonders Deutschland. Deswegen drängt Macron auch auf „Reformen“, weil er erkennt, daß „Demagogen“ und „Populisten“ den Sieg davon tragen könnten. Ich erinnere an die Worte der früheren britischen Premierministers, Margret Thatcher: „Das Problem am EU-Sozialismus ist, daß ihm irgendwann das Geld der Deutschen ausgeht“.

Das hat Macron erkannt, deswegen drängt er auf schnelle „Reformen“ in der Wirtschafts- und Währungsunion.

„Die Nationalisten, die Demagogen sind klar und haben eine klare Sprache. Europa muss genauso klar sein.“ Damit das klappt, stellt er „vier Gebote“ für Europas Zukunft vor, wie er sagt. „Seien wir nicht schwach, spalten wir uns nicht, seien wir nicht ängstlich, warten wir nicht ab.

Wenn ein „Politiker“ diejenigen, die im Sinne ihrer Völker sprechen, als „Nationalisten“ und „Demagogen“ diffamiert, wird er Europa zerstören. Die EU ist ein Konstrukt, welches niemals funktionieren wird. Auch das hat die Geschichte bereits eindringlich gelehrt. Das osmanische Reich ist zerfallen, der Balkan ist zerfallen und die Sowjetunion ist zerfallen. Vielvölker-Staaten bergen vielmehr den Charakter eines Pulverfaßes, als den einer Einheit. Was man mit Gewalt gewinnt, kann man nur mit Gewalt behalten, sagte einst Mahatma Gandhi und er hatte recht damit. Genau hier liegt auch die große Gefahr. Die EU ist ein Konstrukt der „Eliten“ und Bonzen, sie sind die Fettaugen auf der Suppe, die von den Nationen – Populisten und Demagogen – finanziert werden. Kein vernünftiger Mensch kann diesen Moloch EU wollen, der eine Geldvernichtungsmaschine ohnegleichen ist.

Bei einem Besuch in Athen hat Macron zu einer Neugründung Europas aufgerufen. Dazu müsse die EU „demokratischer und souveräner“ werden. Die EU sowie Demokratie und Souveränität schließen einander aus, denn es kann ohne Nationalstaaten weder das eine noch das andere geben. Das genau wollen aber die EU-Bonzen verhindern. Sie wollen einen großen Topf mit Einheitsbrei, der von den Deutschen finanziert werden soll.

Hans Werner Sinn erklärte Anfang August, Macron lege es auf ein Europa der zwei Geschwindigkeiten an. Dieses teile den Kontinent quer durch Mitteleuropa und mache Deutschland zum „Anhängsel und Zahlmeister einer neuen lateinischen Münzunion“, so Sinn.

So wolle Emmanuel Macron seinem Land Entbehrungen ersparen, wobei er den Schulterschluss mit Deutschland suche, so der Ökonom weiter. Das sei offenbar einfacher, als die darniederliegende Industrie aus eigener Anstrengung wieder fit zu machen.

Das alles soll auf Kosten Deutschlands geschehen. Macron möchte einen europäischen Finanzminister mit eigenem europäischen Budget, sowie eine Stärkung der Währungsunion mit noch mehr gemeinsamer Haftung. Natürlich zu Lasten Deutschlands. Außerdem eine Bankenunion mit einer Einlagensicherung, die ebenfalls zu Lasten der deutschen Institute und ihrer Kunden für das politische und wirtschaftliche Versagen in Europa aufkommen soll. Außerdem möchte Macron eine Europäische Arbeitslosenversicherung. Wer soll dafür in der Hauptsache aufkommen? Deutschland natürlich – wer sonst?

Macron spricht von einer Neugründung der EU.  Dabei müsse sein Land den Ton angeben: politisch, wirtschaftlich und kulturell. 

Macron hat der französischen Diplomatie den Auftrag erteilt, weltweit dafür zu sorgen, dass Frankreich als Weltmacht wahrgenommen wird, als „ein immer stärkeres Frankreich“, das beansprucht, in der Tradition der Aufklärung zur Lösung globaler Probleme einen entscheidenden Beitrag zu leisten.

Gelegentlich wird Macron dabei von seinen Visionen überwältigt. Im vergangenen November hielt er in Ouagadougou, der Hauptstadt Burkina Fasos, einen Vortrag vor Studenten, in dem er die Umrisse einer neuen Afrikapolitik entwarf. Natürlich war dabei von Europa die Rede, im Grunde aber hieß die Botschaft mit Blick auf die anderen Mitglieder der EU: Frankreich weiß es besser, Frankreich kann es besser.

Als Höhepunkt kam es bei Macron, der gerne Englisch spricht, zu einer Lobrede auf die Frankofonie, wie man sie noch von keinem anderen französischen Präsidenten gehört hat. Die Eloge der „starken, erobernden Frankofonie“ ging so weit, dass Macron voraussagte, das Französische sei „en marche“, es werde bald nicht nur die vorherrschende Sprache Afrikas, sondern die erste Sprache der Welt sein. So ausgreifend war der Schwung seiner Rede, dass niemand auf die Idee kam, Macron nach der empirischen Grundlage für seine kühne Prophezeiung zu fragen.

So sieht die Demokratie des Macron aus. Deutschland soll zahlen und Frankreich wird führen.

Die Vereinigten Staaten von Europa sind ebenso abzulehnen, wie ein Vormachtanspruch Frankreichs in Europa, denn das würde unweigerlich zu Spannungen wie 1914 und 1939 führen. Das Macrons Ambitionen sogar über Europa hinaus gehen, zeigt sich darin, daß er die französische Sprache nicht nur für Afrika, sondern die gesamte Welt sieht. Im 21. Jahrhundert sollten derartige Großmachtansprüche endgültig der Vergangenheit angehören, denn wozu diese führen, hat die Welt im vergangenen Jahrhundert leidvoll erleben dürfen. Man glaubt sich wahrhaftig zurückversetzt in die Zeit vor dem 2. Weltkrieg, als Churchill erklärte: „Wir sind 1939 nicht in den Krieg gezogen, um Deutschland vor Hitler (…) den Kontinent vor dem Faschismus zu retten. Wie 1914 sind wir für den nicht weniger edlen Grund in den Krieg eingetreten, weil wir eine deutsche Vorherrschaft in Europa nicht akzeptieren konnten.“

Soll diese nicht zu akzeptierende Vorherrschaft – Deutschlands – jetzt durch eine französische ersetzt werden?

Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/karlspreis-emmanuel-macron-hat-genug-von-merkels-zaudern-a-1207170.html

Das Foto zeigt eindrucksvoll, in welche Richtung die EU zu gehen gedenkt. Die Zerstörer Europas mit einem Putschisten, Kriegsverbrecher und Mörder in trauter Einigkeit. Man sollte nicht die Rolle der USA, der EU und des „Kriminellen“ Soros beim Putsch in der Ukraine vergessen, mit dessen finanzieller Unterstützung der gewählte Präsident Janukowitsch abgesetzt und die Marionette Poroschenko ins Ministerpräsidenten-Amt gehievt wurde. Ein typischer Regime-Change nach Soros-Manier. Mit diesen Leuten soll es ein demokratisches Europa geben? Lächerlich.

„Es macht das Wesen Europas aus, eine Einheit in der Vielfalt zu sein, weshalb dann alles zentralistische Verrat Europas ist. Auch im wirtschaftlichen Bereiche“                                                       Wilhelm Röpke, dt. Ökonom und Sozialphilosoph (1899-1966)

 

 

 

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