DGB lehnt Steuererleichterungen und „schwarze Null“ ab

Foto: Reiner Hoffmann (über dts Nachrichtenagentur)
Foto: Reiner Hoffmann (über dts Nachrichtenagentur)

Berlin  – Neues von den Arbeiterverrätern: Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) lehnt das Ziel der „schwarzen Null“ von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) ab und stemmt sich zugleich gegen Steuererleichterungen. „Die Große Koalition macht einen schweren Fehler, wenn sie das, was im Koalitionsvertrag an Investitionen vereinbart wurde, nicht einhält“, sagte DGB-Chef Reiner Hoffmann der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ (Freitagsausgaben). „Davor kann ich nur warnen.“

Der Gewerkschaftsbund sehe allein auf den für ihn wichtigen Feldern Bildung, Breitbandausbau und Wohnen einen Investitionsbedarf von 90 Milliarden Euro. „Auch die Steuermehreinnahmen, die bisher über die Wahlperiode prognostiziert werden, werden dafür nicht reichen“, sagte Hoffmann mit Blick auf die neueste Steuerschätzung. Wenn die Mehreinnahmen nicht reichten, wäre die Koalition „gut beraten, die Einnahmeseite in Angriff zu nehmen“, so Hoffmann.

„Da könnte man mit dem Unfug anfangen, den Soli stufenweise abzuschaffen“, sagte er. „Das sind zehn Milliarden Euro, die pro Jahr für Investitionen nicht mehr zur Verfügung stehen.“ Zudem sehe der Gewerkschaftsbund weiterhin Handlungsbedarf bei der Vermögen-, Erbschaft- und Kapitalertragsteuer.

Eine weitere Stellschraube sei eine Kreditaufnahme. „Dies verträgt sich aber nicht mit der schwarzen Null – weswegen wir die schwarze Null ablehnen“, sagte Hoffmann. „Wir werden uns sehr genau angucken, ob die Regierung einlöst, was sie den Menschen versprochen hat“.

Ferner verlangte der DGB-Chef von Union und SPD Verbesserungen bei der Mitbestimmung. Der DGB wolle insbesondere die Gründung von Betriebsräten stärken. Am Sonntag beginnt in Berlin der DGB-Bundeskongress. Hoffmann stellt sich am Montag erstmals zur Wiederwahl. (Quelle: dts)

An. d. R.: Was für eine Verhöhnung der Arbeiter. Es gäbe genügend Möglichkeiten, das Geld für notwendige Investitionen woanders abzuzwacken, als von der arbeitenden Bevölkerung. Wie wär’s denn zum Beispiel damit, dass man vom Steuergeld nicht die halbe Welt mitfinanzieren würde!