Selbst verschuldete Peinlichkeit? Journalisten zwingen AfD zum Abbruch einer Pressekonferenz

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Fake-News (Foto: Collage)

Nach bestimmten Auflagen der AfD Brandenburg für ihre gestrige Pressekonferenz haben alle geladenen Journalisten die Veranstaltung boykottiert. Diese Peinlichkeit wäre den Politikern erspart geblieben, hätten sie auch Vertreter der freien Medien eingeladen.

von David Berger

Nachdem der Journalist Sauerbier von der „Bild“-Zeitung sich auf der vorangehenden Pressekonferenz der AfD-Fraktion im Brandenburger Landtag daneben benommen habe – so die AfD – hatte man gestern den Journalisten mitgeteilt, dass er bei der Pressekonferenz kein Fragerecht habe.

Dieser Beschluss hat deutlichen Protest der Medienvertreter ausgelöst. Die versammelten Journalisten verließen geschlossen den Raum und die AfD-Politiker Fraktion mussten die Veranstaltung abbrechen. 

Nun wird man über diese Entscheidung und die Reaktion der Journalisten trefflich streiten können.

Ich stelle mir nun die Frage: Wie konnte es dazu kommen, dass alle geladenen Journalisten den Raum verließen und die Politiker alleine dasitzen ließen? (als bei der Einweihung des Breitscheidmahnmals durch Merkel bestimmte Medien ausgeschlossen wurden, gab es solch eine Solidaritätskundgebung freilich nicht!)

Waren keine Vertreter der Freien Medien eingeladen?

PI? Journalistenwatch? PP? Achse des Guten? Jürgen Fritz? Junge Freiheit? Conservo? Vera Lengsfeld? usw. Anscheinend nicht, denn sonst hätte die AfD die für sie peinliche Situation für die Journalisten zur Peinlichkeit werden lassen können.

Dann hätte man einfach mit den Journalisten der freien Medien weitergemacht, die hätten exklusiv Infos bekommen, die den großen Medien wegen ihrer Verweigerungshaltung vorenthalten geblieben wären.

Nun könnte man zurecht einwenden, dass die Freien Medien, die von München oder Köln aus arbeiten, kaum die Kapazitäten haben, an einer Pressekonferenz in Brandenburg teilzunehmen.

Aber eine engere „Zusammenarbeit“ mit den Freien Medien scheint der AfD – nicht nur in Brandenburg – generell völlig fern zu liegen. Immer noch setzt man zuerst auf eine journalistische Zusammenarbeit mit den Medien, die an der AfD in der Regel kein gutes Haar lassen und auch vor Fakenews nicht zurückschrecken.

Die Freien Medien, die längst zu einer eigenen, sehr einflussreichen Größe im Bereich der Medien geworden sind, bekommen das Aufgewärmte von gestern serviert.

Auf die Dauer wird das nicht gut gehen.

Anm.d.R.: Ich stimme meinem Kollegen voll zu. Die Medienarbeit der AfD ist eine ziemliche Katastrophe und wird meist von Vollblut-Amateuren geleitet. Lieber schleimt man sich beim politischen Gegner ein, um seine Eitelkeit zu bedienen (schau mal, ich war in der „Bild!“), anstatt mit den Medien zusammen zu arbeiten, die das politische Anliegen der AfD – wenn auch kritisch – unterstützen und nicht torpedieren. Das dürfte nicht mehr lange gutgehen. Hat die AfD -Führung das Wort „Solidarität“ in Bezug auf die Freien Medien aus dem Programm gestrichen?

 

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