Alle Jahre wieder: „11. Gebot: Du sollst Deinen Kirchentag selbst bezahlen!“

Das "11. Gebot" in Münster (09.05.2018) (Bild: Das "11. Gebot")
Das "11. Gebot" in Münster (09.05.2018) (Bild: Das "11. Gebot")

Münster – Die Kunstaktion „11. Gebot: Du sollst Deinen Kirchentag selbst bezahlen!“ kritisiert öffentlichkeitswirksam seit 2014 die verfassungswidrige Subventionierung von Kirchen- und Katholikentagen. Dieses Mal jedoch soll mit Hilfe des Polizeipräsidiums der Protest behindert werden.

Der Katholikentag in Münster wird dieses Jahr 9,3 Millionen Euro kosten. David Farago, Initiator der Kunstaktion „11. Gebot: Du sollst Deinen Kirchentag selbst bezahlen!“ gibt zu Begründung seines Protestes an: „Unabhängig davon, ob er oder sie Kirchenmitglied ist oder nicht, zahlt der Steuerzahler mehr als ein Drittel der jährlich im Mittel etwa 7 Millionen Euro an Subventionen für die evangelischen Kirchentage bzw. Katholikentage. Dies kann Anders- und Nichtgläubigen nicht länger zugemutet werden! Solche nahezu rein kircheninternen Veranstaltungen darf der Staat nicht fördern, denn er ist zur weltanschaulichen Neutralität verpflichtet.“ Es ist nicht einsehbar, warum Andersgläubige und Konfessionsfreie  regelmäßig zur Kasse gebeten werden, um kirchliche Großveranstaltungen mitzufinanzieren. Gerade bei Konfessionsfreien handelt es sich oftmals um Menschen, die ihre Kirche bewusst verlassen haben, weil sie die Positionen der Kirchen ablehnen (aktiver Sterbehilfe,Wiederverheiratung Geschiedener, Anbiederung an den Zeitgeist oder ein islamdevotes Verhalten).

Mit ihrer 3 Meter hohen Moses-Figur nebst dritter Steintafel, auf der das „11. Gebot“ verkündet wird, haben die Aktivisten bereits 2014 und 2017 in Münster demonstriert. Der Protest bewirkte, dass die mit über 800 Millionen Euro hoch verschuldete Stadt Münster den ursprünglich beantragten Barzuschuss über 1,5 Mio. Euro ablehnte und nur Sachleistungen bewilligte – ein einmaliger Vorgang in den letzten Jahrzehnten.

Von Mittwoch bis Samstag wollen die Aktivisten nun auch die Besucher darüber aufklären, dass sich die reiche Kirche üppige Zuschüsse aus allgemeinen Steuergeldern für ihr Sommerfest spendieren lässt, heißt es hierzu auf der Seite der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) die zusammen mit dem Internationalen Bund der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA) die Kunstaktion unterstützt.

Doch das Polizeipräsidium Münster untersagt der Kunstaktion den Zutritt zum Schloss- und Domplatz. „Es ist einfach unverschämt: Während die Stadtverwaltung dem Katholikentag jeden Wunsch erfüllt, versucht man uns von den zentralen Veranstaltungsplätzen fern zu halten. Obwohl wir unsere Aktion bereits vor über einem Jahr (!) angemeldet haben, hat uns das Polizeipräsidium Münster hingehalten. Stattdessen will man uns hinter die Absperrungen der Fußgängerzone verbannen, wo wenig Publikumsverkehr zu erwarten ist. Das kommt faktisch einem Verbot unserer Demonstration gleich“, so die Klage des Initiators der gegen die Entscheidung der Polizei ein Eilverfahren vor Verwaltungsgericht Münster beantragt habe. (SB)

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