Teile und herrsche!

Foto: Durch LeonidKos/Shutterstock
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Auf dem Reichstag steht in großer Inschrift geschrieben „Dem Deutschen Volke“ Diese Widmung hat der Reichstag erst 1916, mitten im Weltkrieg Numero Eins erhalten, als einen Aufruf zur Einheit des Vaterlandes in bedrohlichen Zeiten.

Von Ulrich Abramowski

Von den heutigen Herrschern – eine demokratische Legitimierung spreche ich ihnen allesamt ab – käme keiner auf die Idee, dem deutschen Volke etwas zu widmen, geschweige denn, Politik zu machen. Es gibt unter ihnen sogar einige, die die Existenz dieses Volkes leugnen, sich aber gern von genau diesem Volk alimentieren lassen!

Fast unbemerkt ist der Begriff“ deutsches Volk“ aus dem Sprachgebrauch nicht nur der Politiker verschwunden. Finden wird man ihn noch bei den als rechtsextrem diffamierten alternativen Medien oder einigen mehr- oder weniger hitzigen Kommentaren.

Das deutsche Volk hat seine Schuldigkeit getan und über 7 Jahrzehnte klaglos gezahlt und jede über es ausgegossene Schmach und Beleidigung ertragen. Jetzt wird es nicht mehr gebraucht und ist durch den Begriff „Bevölkerung“ ersetzt worden – genauso wie kaum noch von Deutschland geredet wird, sondern nur noch vom „Land, in dem ich lebe“.

Ein deutsches Volk bildet eine Einheit, eine Bevölkerung nicht. Sie besteht aus Menschen, die

  • schon immer hier leben,
  • schon eine Weile hier leben,
  • noch nicht lange hier leben und,
  • zukünftig hier leben werden.

Diejenigen, die schon länger hier leben und bald verschwunden sein werden, weil ihr Platz von denjenigen eingenommen werden wird, die schon eine Weile, noch nicht so lange oder zukünftig hier leben werden, sind auch schon lange keine Einheit mehr, sondern bestehen aus Gutmenschen, das sind die wertvollen Mitglieder dieser Gesellschaft, die sich brav in ihr Schicksal fügen und das Maul halten, und Wutbürger, das sind diejenigen, die noch glauben, wir würden in einem rechtsstaatlich organisierten, demokratischen Staat leben, in dem man seine Meinung frei äußern darf, und die man deswegen ausgrenzen und verfolgen muss, weil sie noch nicht gelernt haben, das Maul zu halten.

Gutmenschen und Wutbürger sind in sich natürlich auch nicht geeint, sondern unterscheiden sich nach Geschlecht. Wer jetzt an Männer und Frauen denkt, liegt falsch! Es soll ja angeblich bis zu 60 verschiedene Geschlechter geben, weil Geschlecht nicht etwa ein von der Natur gegebenes Merkmal ist, sondern ein von der Gesellschaft und Politik sozusagen verliehenes Konstrukt.

Lassen wir mal die Aufteilung nach Geschlecht außen vor und nehmen uns noch mal die Gutmenschen und Wutbürger vor!

Die Gutmenschen teilen sich auf in Gläubige – und damit sind nicht die gläubige Christen gemeint – und zukünftig Gläubige. Ungläubige gibt es bald nicht mehr, die sind dann tot.

Werfen wir einen Blick auf die Wutbürger, die das alles verhindern wollen. Es wäre schön, wenn die Wutbürger geeint auftreten würden, um ihrem Widerstand den notwendigen Nachdruck zu geben. Aber nein, auch der Widerstand der Wutbürger teilt sich auf, in Ossi-

Widerstand und Wessi-Widerstand. Beide „Widerstandsgruppen“ kämpfen darum, als stärkster Widerstand anerkannt zu werden, was natürlich nicht gelingen kann, den selbst der Ossi-, bzw. der-Wessi-Widerstand teilt sich auch noch in verschiedene, miteinander konkurrierende Plattformen auf.Selbst diese verschiedenen „Widerstandsnester“ sind nicht einig, denn sie teilen sich auf in diejenigen, die näher an der AfD stehen, und denjenigen, die möglichst weit weg von dieser Partei stehen wollen und das auch bei jedem Auftritt betonen. Unter Anwendung aller Unterscheidungsmerkmale kommt man so zu Ein-Mann- Widerstandsgruppen und damit ist jeder Widerstand sinn- und wirkungslos geworden.

„Divide et Impera“ – das wussten schon die alten Römer, ist die wirksamste Methode, zu verhindern, dass eine kritische Masse entsteht, die einem gefährlich werden kann.

Unsere Politiker taugen nicht viel, eigentlich gar nichts, aber das beherrschen sie!

Wandere aus, solange es noch geht!
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