Der braune Dreck von Kandel

Foto: Von Up3m, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2223576

2017 feierte Bürgermeister Poß überschwänglich Kandels braune Vergangenheit – Sympathien mit Gewalttätern und reflexartiges Vergessen haben in der „Stadt“ eine lange „rotbraune“ Tradition

Von Klaus Lelek

Nach der vorletzten Demo in Kandel am 7. April trat eine rote „Putztruppe“ der besonderen Art auf und fegte unter dem großen Beifall der gleichgeschalteten Lügenpresse allen voran der Rheinpfalz „den braunen Dreck weg“. Der „Braune Dreck“ waren knapp tausend Demonstranten, besorgte Bürger, die immer wieder an eine bestialische Bluttat eines illegal und unter falscher Altersangabe eingereisten Ehrenmörders erinnern. Eines von vielen im Namen der Scharia begangenen Verbrechen, das viele Bürger der Stadt gerne vergessen möchten. So schrieb die SPD-nahe, zu einem süddeutschen Zeitungskonzern gehörende Gazette begeistert:

Nachdem die Demonstration des rechtspopulistischen „Frauenbündnisses Kandel“ auf dem Marktplatz beendet ist, hat sich eine Spontandemonstration des bürgerlichen Bündnisses „Wir sind Kandel“ dort zu einer Aufräumaktion eingefunden. Etwa 25 Männer und Frauen in Putzbekleidung säubern und kehren den Platz unter dem Motto „Wir machen den brauen Dreck weg“

Dabei haben die Akteure gar nicht gemerkt, wie sehr sie sich mit der symbolischen Kehraktion selbst entlarven, ja sogar einen Teil ihrer eigenen Stadtgeschichte aufdecken. Etwas unter den Teppich zu kehren und nach Katastrophen schnell wieder zur Tagesordnung über zu gehen, hat in Kandel eine lange Tradition. Dazu gehört wie im Fall Mia auch das Wegwischen von Blut. Der braune Dreck hingegen, von denen die Saubermänner und Frauen schwadronieren, klebt eher an den eigenen Schuhen. Kandel gehört zu den wenigen deutschen Städten, die ihre Bezeichnung „Stadt“ dem „Führer“ Adolf Hitler verdanken. Als Dankeschön, für das gute Abschneiden der NSDAP in der Süd-Pfalz als stärkste Partei, gefolgt von der Bayrischen Volkspartei, einer Vorläuferin der CSU.

Kandel galt als Bollwerk gegen den in Frankreich sitzenden Erbfeind, der erst 1936 nach dem Einmarsch deutscher Truppen, endgültig vertrieben wurde. 1937 erfolgte dann im Rahmen eines „Grenzlandfestes“ die Verleihung der Stadtrechte. Kandel eine Stadt von Hitlers Gnaden. In Anbetracht der französischen Gängelei während der 20ziger und 30ziger Jahre könnte man dafür Verständnis aufbringen, wenn nicht die Nachfolger der NSDAP-lastigen Stadt heute Menschen als Nazis und “braunen Dreck“ diffamieren, die Deutschland vor einem Rückfall in totalitäre Ideologien und mörderischer Praktiken bewahren wollen. Während sich SPD und Grüne aber auch große Teile der CDU den Vertretern dieser Antisemitismus und Demokratiefeindlichkeit predigenden islamischen Parallelgesellschaften als 5. Kolonne regelrecht anbiedern. Forscht man ein wenig weiter in der Geschichte Kandels, allen voran in die Entstehungs-Geschichte der, seit 1946 ununterbrochen regierenden SPD so stößt man auf einen pikanten Sachverhalt:

So wählten am 5. März 1933 bei einer gigantischen Wahlbeteiligung von 92 Prozent im Kreis Germersheim von 35 000 Wählern über 15 000 die NSDAP – 14 000 wählten die BVP, aber nur 3500 gerade mal zehn Prozent die SPD!

Quelle: www.verwaltungsgeschichte.de/germersheim.html

Wie konnte die SPD 1946 stärkste Partei werden? Woher kamen die Stimmen, die sie seit über 70 Jahren zur “Roten Hochburg” der Süd-Pfalz macht? Oder sollte man besser sagen zur „rotbraunen Hochburg“? Welches personelle Erbe – wohl auch mitgliedermäßig – hat die SPD da angetreten? Und bis heute ohne Unterbrechung fortgesetzt? Die Bayrische Volkspartei ist nach dem Krieg fast vollständig in der CDU/CSU aufgegangen. Wer bleibt da als Stimmvieh und Funktionäre noch übrig? Während meiner Zeit als Redakteur bei der „Pirmasenser Zeitung“ (PZ), nahm mich mal ein alter Mann zur Seite und verriet mir hinter vorgehaltener Hand, dass ein Großteil der SPD-Stadträte früher der NSDAP- angehörte. Schaut man sich das Zahlenmaterial von 1933 aus dem Landkreis Germersheim an, so liegt die Vermutung nahe, dass die Kandeler Nachkriegs-SPD – anders wie in Städten mit alter Arbeitertradition – sich zum großen Teil ebenfalls aus dieser unrühmlichen Quelle speist. Eine Tradition, die Bürgermeister Poß, nebst Antifa-Tross unreflektiert fortzuschreiben scheint.

Andersdenkende mundtot zu machen, reflexartig nach Bluttaten zur Tagesordnung über zu gehen, sich mit Gewalttätern zu solidarisieren, erscheinen unter diesen Aspekten in einem ganz neuen Licht. Auch das „Frauenzuführprojekt“ für muslimische Flüchtlinge, durch das Mia ihren Schlächter kennenlernte, hat einen NS-Vorgänger. Den sogenannten „Jugendborn“. Ebenso wie die Antifa-Truppe, die nach dem Vorbild der SA am Samstag das Büro der Veranstalterin von „Kandel-ist-überall“ angriffen und beschädigten. Wer hat diese Leute, die am Vortag der Germersheimer Demo in Kompaniestärke in Tauberbischofsheim vor dem AfD-Büro aufmarschieren lassen? In Kandel findet man vielleicht eine Antwort.

Es ist bemerkenswert wie die Stadt, die den vermeintlichen „Braunen Dreck“ medienwirksam bekämpft ihre eigene braune Vergangenheit 2017 überschwänglich gefeiert hat. Wo doch „SPD-Nazijäger“ sonst immer akribisch jeden Stein drei Mal umdrehen, Archive durchforsten und ehemaligen NS-Parteimitgliedern postwendend Ehrenbürgerschaften, Titel oder sonstiges entziehen und sogar die Bilder ehemaliger Bundeskanzler abhängen.  Und sogar Hitlerglocken abhängen wollen, wie im nicht weit entfernten Herxheim!

In Kandel ist das anders. Da wurden 2017 im Rathaus, dem Regierungssitz vom Bürgermeister Poß, im Rahmen einer „Ausstellung 75 Jahre Stadt Kandel“ stolz die NS-Dokumente – teilweise sogar mit Hakenkreuz – gezeigt. Ebenso wie die martialischen Blut-und-Boden-Umzüge beim so genannten „Grenzlandfest“, dass trotz NS-Geburt auch nach dem Krieg bis in die jüngste Vergangenheit fortgesetzt wurde. Wie Dokumente eindrucksvoll belegen. Unter anderem mit einem Plakat aus dem Jahre 1954, das eine drahtige, wie von Albert Speer persönlich gezeichnete Speerwerferin zeigt, die genau so auf einem Plakat der Nazi-Olympiade von 1936 abgebildet worden wäre.

Fazit: Wenn es Geschichtsverdrängung und Geschichts-Klitterung gibt, dann ist Kandel ein unrühmliches Beispiel. Das gilt erst recht für die mutmaßlich aus braunen Wurzeln entstandene SPD, die 1946 die Macht anscheinend eins zu eins komplett aus den Händen der zwangsläufig aufgelösten NSDAP übernahm.  Noch peinlicher wird es, wenn diese SPD sich von Ex-Ministerpräsident Volker Beck für ihr 70jähriges Wendehalsmanöver überschwänglich feiern lässt, der dann auch noch zum Rundumschlag gegen rechts ausholt, wie der Artikel des Pfalz-Express eindrucksvoll beweist:

https://www.pfalz-express.de/70-jahre-spd-kandel-als-die-stadt-rot-wurde-neuanfang-in-demokratie/

Eigentlich hätte der Titel des Pfälzischen Hofberichterstatter-Behördensprachrohres lauten müssen:

„70 Jahre SPD-Kandel: Als die Stadt, die früher braun war, rot wurde, Neuanfang in Scheindemokratie“ lauten müssen. Nach all dem was an Shitstorm aus dem SPD-Rathaus nach dem Mord an Mia kam, muss man ernüchtert feststellen, dass sich in den letzten 73 Jahren wenig verändert hat. Da haben 1946 einige Leute, ihr braunes Mäntelchen gegen ein rotes getauscht, deren Erben heute mit der gleichen Methode wie früher gegen kritische Stimmen vorgehen.

Unter diesem Aspekt bekommt der Überfall des AFD-Büros in Tauberbischofsheim noch mal ein besonderes „Geschmäckle“.  Welcher hohe NS-Führer hat Kandel eigentlich das Stadtrecht verliehen? Was es Hitler persönlich???

 

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