Verderben zu viele Köche den patriotischen Brei?

Symbolbild: shutterstock.com / Durch travelview
Großdemo (Symbolbild: shutterstock.com / Durch travelview)

Ein paar kritische Anmerkungen zum Demo-Wochenende in der Pfalz – Kandel – Hambach- Germersheim – Auch „APO 18“ braucht gemeinsame Strategien!

Von Klaus Lelek

Grundsätzlich sind alle drei Veranstaltungen rund um das Thema Migrantengewalt, Islamisierung und das Bekenntnis zu einem neuen Patriotismus im Geiste der Demokratiebewegung von 1832 auf dem Hambacher Schloss gut und wichtig. Ebenso wie die Erkenntnis, dass nicht nur in den Parlamenten der Kampf gegen Asylmissbrauch, Sharia, No-Go-Areas und systematische Zerstörung von Freizügigkeit und Sicherheit thematisiert werden muss, sondern auch auf der Straße in einer großen bürgerlichen außerparlamentarischen Bewegung, die David Berger treffend „APO 18“ nennt. Wobei hinzugefügt werden muss, dass auch einige Sprachrohre der Gegenöffentlichkeit schon bei APO 68/69 mitmarschiert sind und erst recht bei der späteren Umweltbewegung, die nicht von Anfang an eine Parteibewegung war, sondern wie die APO eine Sammelbewegung unterschiedlicher Strömungen, zu der sogar rechtskonservative Umweltschützer, und die Partei von August Haußleiter, AUD, gehörte.

Lange Rede kurzer Sinn: Eine Bewegung hat nur auf Dauer Erfolg, wenn sie interne Differenzen hintenanstellt, nach außen geschlossen auftritt, eine gute Kommunikation hat und gemeinsame Strategien entwickelt. Drei Veranstaltungen – zwei davon zeitgleich – drei Veranstalter – drei Orte – stellt schon im Vorfeld den möglichen Teilnehmer vor eine schwierige Entscheidung. Wohin gehen? Zumal rein gesinnungsmäßig jeder Teilnehmer, rein theoretisch, an allen drei Veranstaltungen teilnehmen könnte. In Kandel, wo das „Frauenbündnis“ und die Organisation von Marco Kurz, die erste Samstagdemo eröffnete, am Hambacher Fest, sowie auf der Sonntagsdemo in Germersheim, die von den AFD-nahen Veranstalterinnen von „Kandel ist überall“ durchgeführt wird, und ab 14 Uhr das gleiche Thema wie Marco Kurz vor der Kreisverwaltung am Luitpoldplatz ausbreitet.

Zwei Veranstalter, zwei Namen. In Germersheim „Kandel ist überall“, in Kandel der abgewandelte Name „Morgen bist du Kandel“. Letzterer ist ziemlicher Humbug, denn ein Mensch kann niemals eine Stadt sein, während der Namen einer Stadt übertragbar ist, sowie „Kleinvenedig“.

Angesichts solcher Begriffsverwirrungen bei gleichen Zielen und Themen, reibt sich der Außenstehende nur noch verwundert die Augen. Noch mehr freilich wir Moderatoren der Gegenöffentlichkeit, die das ganze verbreiten sollen. Wobei man sich diverse Infos besonders bei einem der Veranstalter noch mühsam beschaffen muss…

Einen Vorteil hat von dieser Abgrenzungsstrategie eigentlich niemand: Seit der überwältigenden Großdemo am 3. März, mit fast 5000 Teilnehmern,veranstaltet von „Kandel ist überall“, bei der aber auch Rednerinnen des sogenannten „Frauenbündnis“ auf der Bühne standen, ebenso wie Imad Karim, sind die Teilnehmerzahlen kontinuierlich zurückgegangen. Am Samstag bewegte sich die Demo in Kandel nur noch im dreistelligen Bereich. Kein Wunder, wenn zeitgleich eine ähnliche Veranstaltung auf dem Hambacher Schloss stattfindet. Sogar mit einem Redner – Imad Karim – der ja bekanntlich schon mehrmals in Kandel aufgetreten ist. Ebenso wie Vera Lengsfeld, die via Frauenbündnis ihre Grußworte übermittelte.

Hätte man aus der „geschlossenen Veranstaltung“ mit immerhin 1200 Teilnehmern auf dem Hambacher Schloss in Abstimmung mit den Organisatoren von Kandel eine „halböffentliche Veranstaltung“ machen können mit einer echten Großkundgebung am Fuße des Berges? Mit mehreren tausend Teilnehmern? Das hätte freilich nur funktioniert, wenn man den öffentlichen „Patriotischen Marsch“ von 8 Uhr auf 11 Uhr verlegt hätte, damit auch weiter entfernt wohnende Interessenten eine realistische Chance haben dort rechtzeitig anzukommen. Gut ausgeschlafen und mit Frühstück im Bauch! Dazu hätte man den Thementeil, die “interne Veranstaltung”, zusammenkürzen müssen. Die Demo mit einer gemischten, gemeinsamen Orgateam hätte man genauso gut auf den nächsten Samstag verlegen können.

Fazit: Man sollte Kräfte konzentrieren und bündeln, sich nicht auf zu vielen Kriegsschauplätzen verzetteln. Und das allerwichtigste: Eine Bewegung ist nur so gut wie ihr Zusammenhalt. Dazu muss man sich des Öfteren mal gemeinsam an einen Tisch setzen. Auch wenn man nicht immer einer Meinung ist…    

 

An.d.R.: Auch der Aufruf zum Tag der Patrioten, an dem alle zur gleichen Zeit an verschiedenen Orten demonstrieren sollen, wird aus den eigenen Reihen torpediert, weil es leider immer wieder Typen in der Szene gibt, die angetrieben von Neid, Missgunst und Eitelkeit, lieber ihr eigenes Süppchen kochen. Wichtigtuer, Dummschwätzer und Demo-Nomaden zersetzen den so wichtigen politischen Widerstand – Die Linken und Islamisierer lachen sich schlapp!   

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