Iranische Frauen: Mit angeklebten Bärten zum Fußballspiel

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Fake-Mann (screenshot YouTube)

Im Iran haben sich mehrere Frauen falsche Bärte angeklebt und Perücken aufgesetzt, um ein Fußballspiel sehen zu können. Nach der Veranstaltung stellten sie Fotos und Videos von sich ins Netz, um zu zeigen, was sie von den strengen islamischen Regeln halten, die Frauen verbieten, an Sportveranstaltungen teilzunehmen.

Bis zur Iranischen Revolution 1979 war es für Frauen selbstverständlich, ins Stadion zu gehen und Fußball zu gucken. Doch seitdem herrscht der Islam und die Korangläubigen fürchten, dass  Frauen bei solch einer Veranstaltung „Kraftausdrücke oder Flüche“ hören, deshalb ist es ihnen der Zutritt unter Strafe verboten.

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Im Iran müssen sich Frauen als Männer verkleiden, um Fußball zu gucken (screenshot Instagram)

Im Februar wurde es ihnen erstmals gestattet, in Teheran ein Basketballspiel zu sehen, doch dabei wurde streng auf Geschlechtertrennung geachtet. Iranische Frauen marschierten daraufhin durch die Straßen der Stadt und forderten mehr Freiheit und die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, wie sie sich kleiden wollen.

Immer wieder wurden in der Vergangenheit mutige Frauen bestraft, die sich heimlich in Sportveranstaltungen einschlichen und entdeckt wurden. 2014 wurde die britisch-iranische Aktivistin Ghoncheh Ghavami verhaftet, als sie bei einem Volleyballspiel im Iran zuschaute. Im März dieses Jahres wurden 35 Frauen inhaftiert, die versuchten sich ein Fußballspiel anzusehen. Die Reaktionen der Gesellschaft sind gemischt – die Frauen finden durchaus Unterstützung.


„Ich bin sehr stolz auf sie und beeindruckt davon, wie furchtlos sie sind angesichts des hohen Risikos dass sie dabei eingehen, sagte die iranische Sängerin und Aktivistin Melodie Safari, die in den USA im Exil lebt,  gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. (MS)

 

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