Frau Julia Ebner: „Die Marke Nazi wird neu definiert“

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Deutsche Flagge, böse Flagge (Foto: Collage/Shutterstock)

Frau Julia Ebner nennt sich Extremismusforscherin. Extrem gut ist sie nicht. Aber extrem komisch. Der Berliner Zeitung hat die Frau ein Interview gegeben – und die hat es tatsächlich abgedruckt. Der Gegendruck.

von Max Erdinger

Den Linken fällt allerweil anscheinend auf, daß es zwischen Rotlinken und Braunlinken mehr Ähnlichkeiten gibt, als ihnen lieb sein kann. Deswegen geben sie sich noch mehr Mühe als bisher schon, Rechte als Braunlinke hinzustellen. Weil das nicht hundertprozentig  klappt, sollen Rechte jetzt Brüder im Ungeiste des Islamismus sein. Ein paar Extremismus-Schmankerl von der Expertin …

Islamisten und Rechtsextreme sind sich einig in: Anti-Liberalismus, Anti-Multikulturalismus, Antisemitismus, Anti-Individualismus und Anti-Feminismus.
Wie schrecklich! Dabei hat sich die Gute noch gar nicht überlegt, worin sich Linke und Idioten einig sind. Anti-Kapitalismus, Anti-Heteronormativität, Anti-Weiß, Anti-Vernunft und Anti-Maskulismus. Das wäre ein Thema gewesen!
Wer Islamismus und Rechtsextremismus nur für sich betrachtet, der versteht sie nicht. Sie spielen einander die Bälle zu. Jeder von ihnen betreibt nicht nur das eigene, sondern auch das Geschäft des anderen. Jeder Anschlag der einen Seite dient der anderen als Begründung für die eigene Wut. Die richtet sich in beiden Lagern auf denselben Feind.
Man muß sich immer vor Augen halten, daß auch deutsche Extremismusforscherinnen weder willens noch in der Lage sind, nationalistische Linke (die sog. „Rechtsextremen“) von Rechten (Konservativen) zu unterscheiden. Horst Mahler ist ein gutes Beispiel dafür, wie schnell aus einem Rotlinken ein Braunlinker werden kann. Oder Joseph Goebbels, der oberste Propaganda-Nazi vom ollen Adolf. Noch 1926 war er Kommunist. Im Jahre 1933 erklärte er in einem Interview mit der Zeitung Petit Parisienne: „Wir sind Antisemiten, weil wir Sozialisten sind.“ Oder der italienische Faschistenführer Benito Mussolini – O-Ton: „Der Sozialismus ist mir in die Knochen eingraviert.“
Vor diesem Hintergrund hätte es sich für die junge Frau Extremismusforscherin angeboten, anstatt nach den Ähnlichkeiten von Islamisten und „Rechtsextremen“, extrem zu den antisemitischen Gemeinsamkeiten der braunroten Gesamtlinken mit den glühendsten Antisemiten des gesamten Planeten zu forschen. Da hätte sie Gemeinsamkeiten entdeckt, daß ihr die Spucke weggeblieben wäre.
Aber das ist wahrscheinlich nicht der Auftrag hinter ihren extremen Forschungsbemühungen gewesen. Der Auftrag lautete sinngemäß wohl eher so: „Frau Ebner, machen Sie uns mal extrem neue Nazis. Die alten taugen nicht mehr viel. Wir brauchen aber Nazis, damit wir etwas haben, von dem wir uns auch in Zukunft via Anstand und Moral extrem distanzieren können. Die Leute würden sich sonst womöglich noch extrem fragen, was WIR für welche sind. Die Antworten  würden sowohl die Leute als auch UNS extrem verunsichern.“ So ähnlich wird das wohl gelaufen sein.
Sie verfolgen beide dieselben Ziele. Beide setzen dabei auf die Technik der strategischen Polarisierung. Beide wollen unsere Gesellschaft spalten in homogene Blöcke. Es sind sogar dieselben Blöcke. Und dass ein Endkampf zwischen denen ausgetragen wird, ist ebenfalls eine von beiden geteilte Überzeugung. Beide kämpfen dafür, die kulturelle, religiöse und nationale Vielfalt in Europa rückgängig zu machen.
Oh Logik, dein Name ist Julia. Etwas in dieselben Blöcke zu spalten, ist wohl spalterischer Blödsinn in Vollendung. Es läuft ganz anders. Die religiöse Vielfalt in Europa rückgängig zu machen, ist Ziel der Islamisten. Die kulturelle und nationale Vielfalt zu vernichten, ist hingegen Ziel der EU. Es sind ja auch nicht diese „Rechtsextremisten“ (Braunlinke), welche die Islamisierung Europas vorantreiben, sondern EU-Funktionäre. Und die Rechten (Konservative) sind richtige Gegner dieser Islamisierung.
Die Marke Nazi wird neu definiert. Das alte Branding wird ersetzt durch neue Leitbilder. Im weitgehend anonymen Netz kann man Nazi sein, ohne dass einem soziale Kosten entstehen. Man ist kein Outlaw mehr. Es geht aber dabei nicht um ein Entweder-Oder. Es gibt unterschiedliche Formen des Rechtsradikalismus. Die einen finden, dass Hitler leider nicht alle Juden vergast hat, andere leugnen, dass er es getan hat, und es gibt Rechtsradikale, die sich gut mit der israelischen Rechten verstehen. Derzeit ist sehr viel in Bewegung. Der parlamentarische Erfolg der AfD beeinflusst die Haltung der verschiedenen Gruppen.
Daß die Bundesrepublik nach zahllosen sozialistischen Bildungsreformen inzwischen knapp vor der Vollverblödung steht, ist ein Umstand, den die Frau Julia zwar nicht erwähnt, sich mit ihrem Statement aber gerne zunutze macht. Ein solches, kollektiv sozialdemokratistisch an seinem Verstande geschädigtes Volk, stellt die Frage gar nicht erst, wer hier gerade dabei ist, die Marke Nazi neu zu definieren – und aus welchen Gründen. Das wäre aber die Kardinalfrage. Und die richtige Antwort wäre: Das sind diejenigen, die erkannt haben, daß sie ihren Nazibegriff erheblich erweitern müssen, um alle diejenigen zu erfassen, die zwar bisher nicht als Nazis gegolten haben, dennoch aber zu politischen Gegnern des ubiquitären Sozialdemokratismus geworden sind.

Alles das, was die junge Frau Extremismus-Ebner weiter oben aufgelistet hat – ohne „Anti“ davor – sind rotlinksliberale Erfindungen.

Anti-Liberalismus, Anti-Multikulturalismus,  Anti-Individualismus und Anti-Feminismus. Wenn es gesellschaftlich als bedrohlich zu begreifen sein soll, daß heute irgendwer gegen diese rotlinksliberalen Dogmen aufbegehrt, dann wohnen dem Statement von Frau Julia Ebner zwei unausgesprochene Behauptungen inne.
1. Es ist egal wie man die Gegner dieser Dogmen nennt. Irgendwie muß man sie nennen, um sie künftig zu diskreditieren. „Nazi“ oder „rechtsextrem“ bietet sich an, da diese Begriffe bereits negativ konnotiert sind.
2. Rotlinksliberal verursachte Gesellschaftsentwicklungen sind sakrosankt. Wer sie korrigieren will, muß von der ach-so-hochgelobten „Teilhabe am gesellschaftlichen Diskurs“ ausgeschlossen werden. Man muß ihn diffamieren.
Rotlinke fürchten völlig zu recht das Argument und tun alles, um die Realität nicht berücksichtigen zu müssen. Die Realität heute korrekt zu beschreiben, würde zwingend zu Rückschlüssen hinsichtlich der Realisierbarkeit von Zukunftsvisionen der rotlinken Menschheitsträumer führen. Von ihren Träumen leben die Rotlinken aber. Sie denken gar nicht daran, sich ihr urgemütliches „Wolkenkuckucksheim zur besseren Zukunft“ von der Realität einer schnöden Gegenwart zerstören zu lassen. Wie stünden sie denn da?
Ansonsten ist es natürlich ein schlauer Schachzug, der Öffentllichkeit via B.Z. eine junge Frau Extremismusforscherin zu präsentieren, die freimütig zugibt, ihre Forschungen nicht vor einem weiter zurückreichenden,  historischen Hintergrund zu betreiben, sondern sich auf die Analyse eines isolierten Gegenwartsphänomens beschränkt zu haben. So wird es überhaupt erst möglich, sich mit schwachsinniger Extremismusforschung selbst vorteilhaft zu positionieren.
Gegen den Islamismus hat das ganze Volk etwas. Auch gehört der Islam nach Überzeugung einer Volkesmehrheit nicht zu Deutschland. Dagegen stinkt langfristig nicht einmal eine Merkel an – und die wird es nicht mehr allzu lange machen als Kanzlerin. Wenn es gelingt, die unversöhnlichsten  Gegner der Islamisten im Kopfe des linksliberal durchdogmatisierten Mehrheitsbürgers zugleich als deren Brüder im Geiste zu etablieren, sind die Rotlinken fein raus.  Das ist massenpsychologisch ganz geschickt eingefädelt in einer Gesellschaft der Hirngewaschenen.
Wenn in dieser Gesellschaft eines auf gar keinen Fall bezweifelt wird, dann sind es die Segnungen der goldenen Mitte, des Mittelstandes, der Mitte selbst, des Mittelstreifens und des erstrebenswerten Mittelmaßes. Extremismus ist immer ein Angriff auf Letzteres.
Der ganze Extremismusbefund der jungen Frau Julia Ebner zielt auf die Verleumdung der AfD ab. Die Bürgerpartei soll zur bedrohlichen Extremistenpartei aufgeblasen werden, vor der sich alle fürchten müssen, weil sie ideologiesystematisch so nahe am extremistischen Islamismus siedelt. „Der parlamentarische Erfolg der AfD beeinflusst die Haltung der verschiedenen Gruppen.“, schreibt sie.
Hatte ich eigentlich schon einmal geschrieben, daß ich den Feminismus in seinen Auswirkungen auf den Verstand für das verheerendste Mittel zur psychologischen Kriegsführung gegen Kulturen und Völker in einem unerklärten Krieg halte? – Wenn nicht, dann eben jetzt. Ohne Feminismus keine Ebnersche Extremismusforschung in der Berliner Zeitung. Soviel steht fest.

 

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