Kevin bekommt Muffensausen

Foto: Imago
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Erinnert sich noch jemand an Kevin Kühnert? Das ist der Juso-Vorsitzende, der die „GroKo“ verhindern wollte. Bekanntlich hat dies nicht geklappt. Wer nun dachte, der Junge ist der „sozialdemokratische“ Fisch, der weiterhin gegen den Strom in seiner Partei anschwimmt und dieser noch ein wenig Leben einhaucht, kann diese Hoffnung getrost begraben. Nachdem die neuesten Umfragen der SPD im besten Falle Stagnation bescheinigen, bekommt es auch der Kevin, mit Blick auf die eigene Zukunft, mit der Angst zu tun und schwingt sich auf tote Pferd Rot-Rot-Grün im Bund.

Von Nils Kröger

 (…) Juso-Chef Kevin Kühnert hat sich für baldige Gespräche über eine Zusammenarbeit zwischen SPD, Linken und Grünen im Bund ausgesprochen. Sobald die Linke im Juni ihre Parteispitze neu bestimmt habe, werde es „höchste Zeit, dass die Parteien beginnen auf Ebene der Vorstände miteinander ins Gespräch zu kommen; über Einendes, wie auch über Trennendes“, schreibt Kühnert in einem Gastbeitrag für das „Handelsblatt“ (Mittwochsausgabe). (…)

 Mir fällt beim besten Willen nichts Trennendes zwischen diesen Parteien ein. Höchstens in Sachen Irrsinn überbieten sich alle gegenseitig. Man(n) muss nur nach Berlin oder Thüringen schauen und jeder bekommt eine ungefähre Ahnung, welche Politik auf Bundesebene betrieben würde. Aber da der Kevin aus Berlin kommt und dort auch Landesvorsitzender der Jusos war, erklärt das Einiges. Nun erläutert der Kevin, praktisch als vorweggenommenen Höhepunkt, weshalb dies geschehen soll.

„Wer die Alternative von rechts verhindern will, wird dem Veränderungshunger in unserer Gesellschaft eine inhaltlich begründete Alternative von links entgegenstellen müssen.“

Eines muss man dem Kevin lassen, geschwollen quatschen kann er. Aber wie sooft bei der SPD, steckt in dem Satz nur heiße Luft und offenbart, vermutlich unabsichtlich, die Angst vor dem sich abzeichnenden Meinungswandel und den Verlust der linken Deutungshoheit. Denn die AfD sitzt der SPD im Nacken, viele Bürger gehen mittlerweile auf die Straße und wenden sich auch von den „Leitmedien“ (an vielen ist die SPD beteiligt) ab. Um die „inhaltlich begründete Alternative“ auch mit Leben zu füllen, verweist Kühnert darauf, dass „R2G Bund“ die wesentlichen Forderungen der Gewerkschaften umzusetzen vermag.

 (…) Als Beispiele nannte er „ordentliche Mindestlöhne, sichere Renten, klar geregelte Arbeitszeiten, eine Mindestausbildungsvergütung oder den Kampf gegen sachgrundlose Befristungen“. Da setze bei den allermeisten das „intuitive Kopfnicken ein und die Hand zuckt, um zum Schwenken der roten Fahne anzusetzen“, so Kühnert. (…)

 Anscheinend hat Kevin den Berater von Martin Schulz zugeteilt bekommen und plappert jetzt den Unsinn nach, mit dem schon der „Hundertprozentige“ scheiterte. Wie sprach schon Albert Einstein: „Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“ Es wurde schon oft gesagt aber für Herrn Kühnert wiederhole ich noch einmal gerne. Die SPD saß seit 1998 fast ununterbrochen auf der Regierungsbank und hatte genug Zeit all diese Dinge umzusetzen. Stattdessen trat die SPD den Bürgern z.B. mit den „Hartz-Reformen“ munter in den Allerwertesten. Deshalb setzt bei solchen Aussagen bei den allermeisten das intuitive Kopfnicken ein und die Füße zucken, um schnell das Weite vor der SPD zu suchen. Bevor ich noch die Gewerkschaften vergesse. Hier noch ein paar kleine Artikel, die die Aussage von Herr Kühnert untermauern (Liste beliebig verlängerbar).

 

Im Anschluss beklagt Kevin, dass sich der so genannte „Mitte-Links-Block“ selbst zerfleischt.

 (…) Es sei „tragisch“, dass der Wille zur wechselseitigen Abgrenzung stärker ausgeprägt zu sein scheine, als der unbedingte Wille, die gesellschaftlichen Verhältnisse zu verändern. Wer Rot-Rot-Grüne zu einer ernsthaften Bündnisoption machen wolle, müsse daher wieder „die Meinungsführerschaft in unserer Gesellschaft anstreben“. (…)

 Anscheinend sind die letzten fünfzig Jahre an Kevin vorbei gegangen. Wer hatte bzw. hat denn bisher die Meinungsführerschaft inne? Wer hat denn die gesellschaftlichen Verhältnisse der letzten Jahrzehnte verändert? Kleiner Tipp, nicht die AfD. Aber lassen wir Herr Kühnert weiter von „R2G Bund“ träumen. Wenigstens das bleibt ihm.

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