Abt. Zefix: Das Kreuz mit dem Kardinal und dem Landesbischof

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Weg damit? - Her damit! (Foto: Durch Freedom Studio/Shutterstock)

Kaum macht ein zeitgenössischer CSU-Ministerpräsident einmal etwas richtig und verfügt das Anbringen von Kreuzen in den Amtsgebäuden des Freistaats Bayern, bekommt er schon Gegenwind. Aber von wem? Von der „Bundesvereinigung Atheisten mit Durchblick“ etwa? – Ja, von der auch. Aber es kommt noch viel besser:  Der Namensvetter des Kommunisten, Kardinal Marx, und sein protestantischer Amtskollege, der notorische Herr Bedford-Strohm rüffeln Markus Söder. Ist es zu fassen?

von Max Erdinger

Ist das nicht ein wunderbarer Gedanke? Ein schwer an seiner Seele deformierter Verbrecher aus einem Kulturkreis, in dem allahand Unglaublichkeiten an der Tagesordnung sind, steht als Angeklagter vor einem bayerischen Gericht. Schwer und verwerflich sind die Straftaten, die man ihm zur Last legt. Da richtet sich sein Blick auf die Wand hinter dem Richterpodest und er erblickt das Kreuz. Erleichtert seufzt er: „Na gottseidank, wenigstens nicht die Scharia!“ – und ein Lächeln der Erleichterung huscht über sein Straftätergesicht. Doch, das ist ein wunderbarer Gedanke.

Jedoch: Die Herren Marx und Bedford-Strohm sind keine ausgewiesenen Freunde des wunderbaren Gedankens, von einem intelligenten ganz zu schweigen. Sie kritisieren den Erlaß des Ministerpräsidenten Söder, das Anbringen tröstlicher Kreuze in Amtsgebäuden betreffend. Der böse Franke Söder instrumentalisiere das christliche Symbol zu Ausgrenzungszwecken und das sei gar nicht christlich, heißt es von den diplomierten Sachverständigen in Glaubensfragen.

Malteserkreuz-Aquavit: Kreuz auf dem Etikett. Schweizer Flagge: Weißes Kreuz auf rotem Grund. Bayerischer Fluch: Kreuzkieseldonnerwetter, der Huber kann mich kreuzweise …

Seit ewigen Zeiten wird das Kreuz instrumentalisiert für alle möglichen Zwecke. Und nie fand ein Kirchenman etwas daran auszusetzen. Aber wenn es darauf hinweisen soll, auf welchem Fundament das Recht, die Heimat und die eigene Kultur stehen – dann wird es „instrumentalisiert“. Und zwar wie selbstverständlich „ausgrenzend instrumentalisiert“. Daß keinem der beiden Sachverständigen die Idee gekommen ist, es könnte „integrierend instrumentalisiert“ werden, spricht Bände über ihr wohlfeiles Gutmenschengewäsch.

So viel steht fest: Kein Ton käme den beiden Herren über die Lippen, wenn Erdogan das Anbringen eines Halbmondes in sämtlichen türkischen Amtsgebäuden verfügen würde. Den Konjunktiv habe ich deswegen gewählt, weil ich mir ziemlich sicher bin, daß das gar nicht erst verfügt werden muß, weil es wahrscheinlich ohnehin schon längst so ist. Im Unterschied zu Söder würde Erdogan das Symbol aber höchstwahrscheinlich nicht zu Ausgrenzungszwecken instrumentalisieren. Wie´s wohl kommt?

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