Wild-West in Düsseldorf

Foto: Durch Kzenon/Shutterstock
Foto: Durch Kzenon/Shutterstock

(Von Männern und Fahrern)

 Sie sollten kontrolliert werden, doch statt anzuhalten, rasten sie auf Polizisten zu: Gleich zwei Mal haben Autofahrer am Wochenende in Düsseldorf Polizisten auf diese Weise angegriffen

 Von Thomas Schlawig

 Am vergangenen Wochenende kam es in Düsseldorf zu zwei Mordversuchen an Polizeibeamten. Im ersten Fall handelte es sich um einen wohnungslosen Audi-Fahrer. Die Polizei führte am Sonntagmorgen gegen 6 Uhr routinemäßige Kontrollen durch.  Ein Polizist in Leuchtweste gab dem Audi-Fahrer mit der roten Kelle ein unmissverständliches Zeichen anzuhalten, doch der Mann am Steuer gab Gas und hielt auf den Beamten zu. Wie die Polizei berichtet, konnte er zwar durch einen beherzten Sprung zur Seite eine Kollision verhindern, wurde aber am Arm gestreift und verletzt. Den im Ilm-Kreis (Thüringen) zugelassene Audi, dessen Fahrer zunächst in Richtung Kniebrücke davongerast war, fand die Polizei bald darauf verlassen an der Kavalleriestraße auf und konnte dank guter Zeugenhinweise den geflüchteten Fahrer beim Ständehaus festnehmen.  Der 24-Jährige musste sich nach einem positiven Alkoholtest einer Blutprobe unterziehen und bis zur Vorführung beim Untersuchungsrichter im Gewahrsam der Polizei bleiben, zudem war ohne Führerschein unterwegs.

Im zweiten Fall handelte es sich um einen Mercedes. Er soll kurz nach fünf Uhr auf der Kö beim Ausparken ein anderes Auto beschädigt haben. Das hatte ein Polizeibeamter beobachtet und war auf den Mercedes zugegangen, um den Fahrer an der Weiterfahrt zu hindern. Der aber gab Gas, fuhr auf den Polizisten zu, der erst auf der Motorhaube landete, dann auf die Straße flog und dabei verletzt wurde. Der Mercedes raste mit einem 29-jährigen Mann  in Richtung Norden davon, verfolgt von einem Streifenwagen. In Höhe der Ausfahrt Kalkum verlor der Fahrer auf der B8 die Kontrolle über die Limousine, die im Grünstreifen landete. Sein Versuch zu Fuß zu flüchten, scheiterte, der Mann, der augenscheinlich unter dem Einfluss von Drogen oder Alkohol stand, wurde unmittelbar danach festgenommen.

Ein 26-Jähriger, der mit ihm geflüchtet war, wurde in einem nahen Waldstück von einem Diensthund gestellt und durch einen Biss an der Gegenwehr gehindert. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Ältere den Wagen gefahren hat und warfen zunächst auch ihm ein versuchtes Tötungsdelikt an ihrem Kollegen vor. Am Montag wurden beide auf freien Fuß gesetzt.

 

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