Von protokolliertem Sex und dessen Auswirkungen auf die Bevölkerungsentwicklung

Der zivilisierte Teil der Menschheit hat soeben entdeckt, dass Männer tierähnliche Wesen sind, deren dumpfes Sinnen und Trachten vorwiegend auf den gewaltsamen Missbrauch des weiblichen Genitalapparates ausgerichtet ist. Unter dem Druck der tsunami-artig anschwellenden „Me-too“-Bewegung“ hat das schwedische Parlament eine Speerspitzen-Rolle übernommen und will bis Juli 2018 ein sog. „Sex-Einverständnis-Gesetz“ verabschieden. Der Tenor dieser neuen lex vaginam ist, dass –  revolutionäre neue Erkenntnis – aktiver Sex grundsätzlich auf beiderseitigem Konsens zu beruhen hat sowie, dass bei Zuwiderhandlung, zukünftig der männliche (und, wohlgemerkt, nur dieser) Akteur im Sexual-Geschehen für längere Zeit in den Bau gehen soll. Nachdem besagtes Geschehen sich in der Regel unter Ausschluss der Öffentlichkeit abzuspielen pflegt, dürfte das Ganze in einer Mehrzahl von Fällen auf Verurteilung auf der Basis von einseitiger Anschuldigung hinauslaufen – ein Novum in der abendländischen Rechts-Tradition.

Von Quo usque tandem

Was Wunder, dass die schwedische (und mit ihr, in banger Vorahnung, die gesamte Männlichkeit der westlichen Welt) ihre Libido von einem kalten Hauch berührt fühlt, welcher (durch die Assoziation mit einer Ansammlung vom Gitterstäben) einen einzelnen Stab, in seiner – nennen wir es „Spontaneität“ – stark zu beeinflussen droht.

Um uns die potentiellen Auswirkungen des neuen Gesetzes plastisch vor Augen zu führen, versetzen wir uns, geschätzter Leser, doch einmal still und heimlich in ein virtuelles schwedisches Wohngemach der Zukunft:

Matts und Ebba haben sich vor Kurzem kennen gelernt und sind, als wir dazu treten, eben damit beschäftigt, die junge Bekanntschaft auf seinem Wohnzimmer-Sofa zu – nennen wir es  „vertiefen“.

Die Oberbekleidung ist bereits weitgehend beseitigt, die Lippen machen Überstunden, die Hände erkunden neues Terrain, der Atem geht stoßweise, Schweiß erscheint auf den Stirnen, als Matts das Geschehen plötzlich mit den Worten „Liebling.wir müssen einen Notar rufen“ unterbricht. Auf Ebbas schwer atmender Frage nach den Sinn seiner Worte, weist Matts, in analogem Sprechmodus, darauf hin, dass das neue Gesetz nahelege, das beiderseitige Einverständnis zu dem, was man im Begriff sei zu vollenden, zur Vermeidung späterer Komplikationen, hieb- und stichfest zu beurkunden.

Matts ergreift hierauf sein Smartphone, auf dem er die Telefonnummern mehrerer Notariats-Kanzleien gespeichert hat (seit dem Erlass des fraglichen Gesetzes eine zwingende Notwendigkeit) und beginnt die Liste abzutelefonieren. Bei den ersten drei Anrufen wird ihm bedauernd mitgeteilt, dass die gesamte Notariats-Dotation auf Stunden hinaus ambulant beschäftigt sei, erst beim vierten Anruf wird ihm der Besuch eines Protokollanten innerhalb einer mäßigen Frist zugesagt. Da das amouröse Vorgeplänkel währen der Telefonate weitergeführt wird, werden diese durch Keuchen, Stöhnen sowie Kommentaren wie „mach zu, Schatz, ich halte es nicht mehr aus“ von femininer Seite, interpunktiert.

Schließlich ertönt die Klingel, der Notariats-Mitarbeiter erscheint, protokolliert das für den Fall Notwendige akustisch auf seinem Smartphone (man arbeitet nicht mehr mit Federkiel und Pergament), kassiert Kosten und Gebühren und verabschiedet sich mit dem Wunsch nach guter Verrichtung.

Die nun folgenden Bemühungen, das ursprüngliche Ziel de Abends nun endlich zu erreichen, müssen leider nach etwa einer Stunde intensiver beiderseitiger Anstrengung frustriert aufgegeben werden, da es Matts nicht mehr gelingt, umgangssprachlich  ausgedrückt „einen hoch zu bekommen“.

Wir verlassen jetzt Matts und Ebba und begeben uns mir unserer virtuellen Kamera vor das Gebäude, in welchem sich der bisherige Schauplatz befindet.

Dort sehen wir eine junge, blonde Frau, die nach einer Spätschicht im Büro eilig ihrer Wohnstätte zu strebt. „Eilig“ – und mit häufigen besorgten Blicken über die Schulter – eingedenk des Umstandes, dass sich schwedische Städte inzwischen zu einer Art Jurassic-Parkt-Imitationen entwickelt haben. Und (wie zu erwarten) tritt aus einem dunklen Hauseingang plötzlich eine Person „von südländischem Aussehen“ in den Weg der jungen Frau, umklammert sie und erstickt ihren Hilfeschrei, indem er ihr mit geübter Hand ein zusammengeballtes Taschentuch in den Mund stopft. Drei weitere Gestalten, gleicherweise „von südländischem Aussehen“ erscheinen wie durch Magie, einige Faustschläge versetzen das Opfer in einen halbwachen Zustand, es wird zu Boden gedrückt, worauf das Quartett nacheinander mit routinemäßiger Geübtheit die Handlung vornimmt, um deren Vollzug sich Matts gleichzeitig vergeblich bemüht. Nach einem Abschiedstritt eines „südländisch aussehenden“ Fußes in die Rippen der jungen Frau, verschwindet das Quartett in der Nacht, ihr Opfer wimmernd zurücklassend, bis es schließlich von Passanten gefunden und in ein Krankenhaus gebracht wird.

Der eben geschilderte Vorgang spielt sich ganz ohne notarielle Intervention ab und die Polizei stellt ihre Ermittlungen nach kurzer Zeit ein, mit dem Bemerken, dass diese, angesichts der beträchtlichen Anzahl von Personen „von südländischem Aussehen“ in der Stadt sowie deren relativ uniforme äußere Erscheinung, de facto aussichtslos seien.

Fazit: Angesichts der soeben konstatierten Auswirkungen auf die Matts’sche Libido sowie in Anbetracht des bereits gravierenden Problems der rückläufigen Geburtenraten in den Reihen der autochthonen deutschen Bevölkerung, würde ich ernsthaft davon abraten, in der BRD der oben beschriebenen schwedischen Gesetzes-Initiative zu folgen.

Ich würde stattdessen empfehlen, die rapide zunehmende Häufigkeit von Vergewaltigungen mittels einer Reduzierung des Bevölkerungs-Anteils von „Personen von südländischem Aussehen“ zu bekämpfen..