Lage im Abschiebegefängnis eskaliert: „Mit Scherben bewaffnet“

Symbolfoto: Durch Benjamin Haas/Shutterstock
Symbolfoto: Durch Benjamin Haas/Shutterstock

NRW/Büren – In Deutschlands größter Abschiebehaftanstalt eskaliert die Situation fast täglich. Aktuell sitzen dort 140 abgelehnte Asylbewerber ein.

Es sind „nur“ 140 abgelehnte Asylbewerber, die aktuell in Deutschlands größter Abschiebehaftanstalt einsitzen. Jedoch kommt es laut einem Bericht des Spiegels fast täglich zu massiven Zwischenfällen. Die „verzweifelten“ Insassen sollen laut des Qualitätsmediums einem Justizvollzugbeamten mit einem Faustschlag den Kiefer gebrochen haben. Andere Insassen zertrümmern Fernseher, bewaffnen sich mit Scherben und drohen offen damit, Bedienstete der Anstalt umbringen zu wollen.

Auch „Selbstmordversuche“ seien beliebte Methoden, um der Abschiebung zu entgehen. So soll ein Häftling aus dem Urlaubsland Marokko seinen „gesamten Oberkörper mit Schnittverletzungen unter Zuhilfenahme einer Rasierklinge übersät“ haben. Ein anderer Insasse soll Besteck verschluckt haben, damit er nicht abgeschoben werden kann.

Der Anstaltsleiter gab an, dass sich das Gewaltpotential der Häftlinge, die zur Hälfte eine strafrechtliche Vorgeschichte besitzen – stark erhöht habe. Frank Gockel, ein Sprecher des Vereins „Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren“, der den Insassen ehrenamtliche Beratung anbietet, weiß auch ganz genau, warum die Abschiebehäftlinge so aggressiv reagieren. Zum einen handle es sich bei den Abzuschiebenen um psychisch kranke Menschen. Zum anderen würde die lange Zeit der Abschiebungshaft die Betroffenen zermürben. Gockel bemängelt, dass außer den NGOs sich niemand  für die Insassen, die keinerlei Anrecht haben, in Deutschland zu verweilen, einsetze. „Es gibt abgesehen von uns als NGO keine Person, die Beschwerden der Abzuschiebenden einholt und abarbeitet“, so der ehrenamtliche Immigrationsbejubler. (SB)

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