Tage GEZählt? Der Polizeiruf stirbt in Finsternis

Der Letzte macht das Licht aus: "Polizeiruf" in Dunkeldeutschland

Es war kein gutes Wochenende für den staatlichen Rundfunk: Zuerst lachte sich das Internet über die „Hatespeech-Doku“ von YouTuber Rayk Anders kaputt, dann schüttelte man sich auf Twitter über den Polizeiruf nur noch den Kopf.

Es gehört schon viel dazu, ein gebührenfinanziertes, bewährtes Sendeformat so gegen die Wand zu fahren, vor allem wenn es mit Maria Simon und Jürgen Vogel aufwarten kann. Doch der Polizeiruf 110 „Demokratie stirbt in Finsternis“ über „Prepper“ in Brandenburg wartet schon im Titel mit der Moralkeule auf und gleitet dann mit Endzeitvisionen vom bundesweiten Stromausfall völlig ins Lächerliche ab. Schnell wurde der Hohn und Spott darüber zum Trending-Thema auf Twitter am Sonntag Abend:

Alex Ru: „Die Sonntagskrimis der ARD kann man sich bald nicht mehr anschauen. Zum Großteil nur noch Blödsinn. Egal ob #tatort oder #polizeiruf . Vielleicht sollte man mal die Anzahl zurück fahren.“

Lost Heritage: „Und schwups, man hat mich an Amazon verloren! Das ist ja nicht auszuhalten! “

Moselexpi: „Mist, derselbe abgedrehte Sch.. wie die letzten Tatorte. Meine Fresse, wer schreibt denn diese durchgeschüttelten Drehbücher? Was für kaputter Blödsinn.“

Die Stimmung kippt: Die öffentlich-rechtlichen Sender sind heute weder „öffentlich“ noch „rechtlich“ und haben sich mit ihrer plumpen Propagandamasche vom seriösen Journalismus und von der guten Unterhaltung komplett verabschiedet.

Es ist Zeit für die AfD, konkrete Vorschläge zur Abschaffung der GEZ zu machen, pardon, des – ohnehin rechtlich umstrittenen – „Rundfunkbeitrags“. Wie könnte man den 9-Milliarden Apparat des Staatsfunks rückabwickeln bzw. auf ein kleines Kernprogramm zurückfahren? Wie müsste der Rundfunkstaatsvertrag neu aufgesetzt werden? Und vor allem: Was macht man mit den tausenden anständigen, unschuldigen fest angestellten Mitarbeitern dieses längst überholten Bürokratiemonsters, die sich aber für ihre Renten und die Ernährung ihrer Familien auf eingegangene Verträge mit den Öffis verlassen haben?

Ein überzeugendes Konzept der AfD muss dafür her. Die ehemaligen Zuschauer sind längst alle bei Netflix. Der Letzte macht beim Ersten das Licht aus, und mit dem Zweiten sieht man dann auch nicht besser.