Keine Öffentlichkeitsfahndung: „Wir müssen an den Schutz des Täters denken“

(Symbolbild: shutterstock.com/Durch Toa55)
Zerstochener Reifen (Symbolbild: shutterstock.com/Durch Toa55)

Chemnitz – Ein Mann zersticht seit Mitte 2016 bei mehr als 500 Autos die Reifen und richtet einen Schaden von über 70.000 Euro an. Die Polizei besitzt ein Foto des Täters und das Gericht bewilligt eine Öffentlichkeitsfahnung. Dennoch warten die Ermittler ab. Die Begründung ist unglaublich.

„Der Beschluss des Amtsgerichtes ist uneingeschränkt und erlaubt somit, die Veröffentlichung des Materials in Printmedien, im Internet, in sozialen Netzwerken, im Fernsehen sowie bei programmbegleitenden Angeboten von Radiosendern“, teilte die Chemnitzer Polizei noch am Freitag mit. Dennoch wird das Foto des Täters nicht veröffentlicht.

Die Begründung gibt die Polizeisprecherin Jana Kindt: „Wir müssen an den Schutz des Täters denken. Da auch die Persönlichkeitsrechte des gefilmten Mannes nach dem Grundgesetz ein hohes, schützenswertes Gut sind, räumen die Ermittler ihm die Möglichkeit ein“, sich bis Donnerstag bei der Polizei zu melden. Erst wenn er das nicht tut, will Kindt die Aufnahmen veröffentlichen.

Die Polizeigewerkschaft DPolG wie auch das Innenministerium zeigen sich erstaunt über das „sehr ungewöhnliche“ Vorgehen und rügten diese bereits laut der Bildzeitung. Dennoch wird es für die Verbrecher affinen Verantwortlichen keinerlei Konsequenzen haben. Wie Bild mitteilt, wird  Sprecherin Kindt im Sommer die Pressestelle verlassen und ihr Chef, Polizeipräsident Uwe Reißmann geht – zwar gegen seinen Willen – in den Ruhestand. (SB)

 

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