Tübingens grüner OB Boris Palmer wieder mal im „Rassismus-Shitstorm“

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Tübingens OB Boris Palmer ist in arger Bedrängnis. Foto: Imago

Rassismus-Alarm! Boris Palmer – Grüner OB von Tübingen hat es wieder getan. Der aktuelle Aufreger: Seine angeblich rassistische Äußerung über einen schwarzen Radfahr-Rouwdy. 

Am Mittwochabend ließ sich Boris Palmer in Ulm von der Südwest Press interviewen. Zum Auftakt berichtete er dort von einem Schwarzen, der mit seinem Rad in wahnsinniger Geschwindigkeit unterwegs gewesen sei und Fußgänger gefährdet habe. Palmer sagte: „Das geht doch nicht. Aber wenn ich das nachher erzähle, bin ich wieder der Rassist.“

Stimmt: Der Gutmenschen-Shitstorm ließ nicht lange auf sich warten und brauste verlässlich über den Realo-Grünen hinweg. Eine Kommentatorin dieser Spezies fragte auf Facebook, warum Palmer es als wichtig erachtet, die Hautfarbe zu erwähnen. 

Antwort: „Weil der Typ mit nacktem Oberkörper, Kopfhörer und einer unglaublichen Dreistigkeit um die Leute rum gekurvt ist. Das gehört sich für niemand und für einen Asylbewerber schon dreimal nicht.“

Damit war Polen offen und die Nazikeule aus dem Jutesack. Ganz vorne weg im Sturm der Entrüstung: Das Schwäbische Tagblatt, das Palmer neben Dämlichkeit unumwunden Rassismus unterstellt.

Palmer versucht sich aktuell auf Facebook zu erklären. In Bezug auf seine ideologisierten Kritiker greift das Sprichwort bezüglich Perlen und den borstenbesetzten Nutztieren:

Warum es nicht rassistisch ist, aus der Kombination seltener Merkmale einen Schluss zu ziehen.

Wenn ich in Tübingen einen schwarzen Mann in den 20ern treffe, der über 2 Meter lang ist, würde ich immer Wetten: Das ist ein Basketballprofi.
Warum?

Ich behaupte nicht, aufgrund ihrer Rasse sind das die besseren Basketballer. Ich weiß einfach, dass es entweder gar keinen oder vielleicht einen Menschen in Tübingen gibt, der diese Eigenschaften vereint und kein Basketballer ist.

Mit jungen schwarzen Männern, die ein sehr auffälliges Sozialverhalten zeigen, ist es in Deutschland ähnlich. Es gibt einfach sehr wenige, auf die das zutrifft und die doch keine Asylbewerber sind. Nicht wegen ihrer Rasse. Schon gar nicht sind Schwarze allgemein negativ auffällig. Aber unter den schwarzen jungen Männern in Deutschland gibt es ungewöhnlich viele ohne Familie, ohne Arbeit und ohne Aufenthaltsrecht. Entsprechend verhalten sie sich.

Ich habe also nicht generalisiert oder allgemeine Aussagen über Schwarze wegen ihrer Herkunft gemacht, sondern einen Schluss aufgrund statistischer Häufigkeiten gezogen.
Das ist kein Rassismus, sondern Logik.

Die zweite Aussage, nämlich dass sich das von mir kritisierte Verhalten für niemand gehört und „für einen Asylbewerber gleich dreimal nicht“ ist ebenfalls kein Rassismus. Sie würde ja für einen japanischen Asylbewerber genau so gelten. Das ist lediglich die Übersetzung des schon von Kant definierten Gastrechts: Wenn ich Hilfe erhalte, dann erweise ich den Helfern Respekt und zeige ihnen nicht den Stinkefinger. Das ist eine in jedem Land der Welt völlig normale Erwartungshaltung.

Nun könnte man argumentieren, man soll trotzdem besser schweigen, damit real existierende Ressentiments gegen Schwarze nicht verstärkt werden. Das ist ein gewichtiger Aspekt.

Aber wir sind über diesen Punkt hinaus. Diese Probleme treten so gehäuft auf und sie ärgern so viele Menschen, dass es notwendig ist, das zu besprechen und klare Erwartungen zu formulieren.

Wenn wir das nicht tun, entsteht an zwei anderen Stellen ein Schaden:

Zum einen haben immer mehr Menschen den Eindruck, das von ihnen erwartet wird, sozial inadäquates Verhalten von Asylbewerbern im öffentlichen Raum schweigend zu dulden. Wer etwas sagt, wird ja sofort zum Rassisten erklärt. Das hilft der AfD.

Zum andern merken die Übeltäter, dass sie gar nicht oder nur mit Manschetten angefasst werden und immer damit rechnen können, sich auf die Opferrolle heraus zu reden. Das verstärkt ihre Bereitschaft zu Provokationen und Aggressionen.

In der Summe ist das für die große Mehrheit der absolut anständigen Asylbewerber und für unsere Gesellschaft ein so massiver Schaden, dass ich es nicht mehr für angemessen halte, bei solchen Vorfällen die Augen zu zu machen, auch wenn es um Menschen mit Schwarzer Hautfarbe geht.“

Wandere aus, solange es noch geht!
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