Niemand will gerne hören, dass die Party bald vorbei ist

Symbolfoto: Durch Joerg Huettenhoelscher/Shutterstock
Symbolfoto: Durch Joerg Huettenhoelscher/Shutterstock

Lieber den Teufel den wir kennen, als den Teufel, den wir nicht kennen

«En Marche!» heißt der Slogan von Präsident Macron, mit dem ihn die Medien in Frankreich in sein Amt gehoben haben. «Vorwärts!» – aber wohin? Präsident Macron weist den Weg in eine Zukunft, die der Gegenwart der französischen Republik sehr ähnelt. Denn er wurde nicht ins Amt gewählt, weil er vor der drohenden Zerstörung Frankreichs warnte, sondern weil er versprach den Status Quo aufrechtzuerhalten. Frankreich schafft das, Frankreich kann das und die Sozialbezüge und Löhne bleiben (so lala) sicher, so Herr Macron in seiner Kampagne. Einen zivilisatorischen Zusammenbruch beschwor er nicht, einen Verfall französischer Kultur gibt es für ihn ebenfalls nicht, weil es für ihn ja bekanntlich keine spezifisch französische Kultur gibt, und man immer schon ein Mosaik der Welt war. Die Wogen der multikulturellen Gesellschaft sind nur soweit zu glätten, sodass das Wahlvolk bei der nächsten Gelegenheit nicht das Kreuz bei Le Pen und dem Front National macht. Denn der sagt schließlich, dass Frankreich kurz vor dem Ruin steht, wenn es so weitermacht. Dass die Republik keine dauerhaften fünfte Kolonne in Form einer wachsenden muslimischen Bevölkerung (derzeit wohl 9%, bis 2050 womöglich ein Fünftel oder mehr Anteil an der Gesamtbevölkerung) im eigenen Land ertragen kann. Wer will die Unkenrufer schon hören, die sagen, dass die Renten nicht sicher sind, die Gefahren nicht gebannt und die wahren Probleme gerade erst anfangen?

Von Young German

«Zum Mitschreiben. Die Rente ist sicher!» rief Norbert Blüm (CDU) den Wählern im Jahr 1997 zu. Noch zu meiner Zeit bei den Christdemokraten, also um 2010 herum, wurde der Satz immer mal wieder ganz unironisch in die Menge geworfen. Heute gibt es kein anderes Thema mehr für die Bundesrepublik, weil die Rente eben nicht sicher ist. Das Renteneintrittsalter wird immer weiter erhöht, Migranten mit geringer Qualifikation sollen angeblich neue Rentenbeitragszahler werden und vielleicht, wenn man es nur versuchten würde, käme ja sogar das bedingungslose Grundeinkommen in Frage, um die Bürger in absoluter und endloser Abhängigkeit zum Staat zu halten. Diese könnten dann ihr Leben lang mit Steuergeld Dinge kaufen und konsumieren und damit den ewigen Kreislauf aus Fressen und Ausscheiden  am Laufen halten.  Dass ein Sozial- und Rentensystem, welches auf einer umgekippten Alterspyramide basiert, nicht funktionieren kann, ist eigentlich nicht schwer zu verstehen. Vor allem dann nicht, wenn die Zuwanderer statt im Arbeitsmarkt im Sozialsystem(jeder Dritte Hartz IV Empfänger ist bereits Ausländer) landen und dem Staat zusätzliche Kosten verursachen. Aber nicht einmal die Ausländerproblematik bringt die Lebenslügen westeuropäischer Politik zum wanken, sondern die simple demographische Realität schafft das schon allein.

Eine immer kleiner werdende junge Bevölkerung, die nicht vollbeschäftigt ist und die immer mehr alte Menschen auf ihren Schultern tragen soll, ist nicht zukunftsfähig und kann nicht von Dauer sein. Aber auch die Generation vor uns pocht ja auf ihre Renten, weil sie rechtmäßigen Anspruch hat und jahrelang in das System einzahlte. Finanzierbar wird dieser Anspruch mit dieser Politik jedoch nicht.

Einem großen Teil der Wählerschaft wird mit Slogans wie «Wir schaffen das!» oder «Deutschland ist stark!» Sand in die Augen gestreut, um das Leben «im Moment» zu verlängern. Getreu dem Motto unserer Generation Y : LIVE IN THE MOMENT!

Oder wie der SPIEGEL titelte: Schluss mit der Apokalypse! Deutschland ist weltoffen und cool! (Ich sage ja, dass das nicht mehr lange anhält)

Alles gut, sorgt euch nicht. Wir schlafwandeln alle einfach in Richtung besserer Zeiten und Sieg des Liberalismus. Francis Fukuyama irrte sich mit seinem Buch The End of History mit dieser Prognose bereits vor einigen Jahrzehnten und man wird sich wieder irren, wenn man diese Lebenslüge einkauft.

Lebe den Moment, weil nach uns eh die Sintflut kommt. In Antwerpen haben 40% der jungen Schüler Islamunterricht als Fach ausgewählt, im Vereinigten Königreich gibt es Schulen ohne ein einziges nicht-muslimisches Kind – 100% muslimische Schülerschaft also. Eine Entwicklung, die erst in den letzten zehn bis fünf Jahren zu beobachten ist und sich dem Augenschein nach beschleunigt.

Dass unser «Live in the moment!» eine Lüge ist, sollte eigentlich jedem klar sein. Manche auf der linken Seite der Politik leugnen eine Entwicklung ja, die man getrost als Islamisierung und Abschaffung der westeuropäischen Staatengemeinschaft bezeichnen könnte. Andere widerum begrüßen sie als erwünschte Konsequenz ihrer Ideologie.

«Unser Land wird sich ändern, und zwar drastisch. Und ich freue mich drauf» – Kathrin Göring-Eckardt, die GRÜNEN

Und eine Veränderung Europas bis zur Unkenntlichkeit ist absehbar, noch binnen der nächsten zwei oder drei Jahrzehnte. Wie der renommierte Autor Douglas Murray sinngemäß sagte: «umso länger wir warten, umso härter wird die Landung für uns.»

Bedauerlicherweise gehört Murray wie viele andere vor ihm auf dem Kontinent und in Nordamerika zu den Untergangspropheten und denen, die auf den schönen blauen Himmel zeigen, den Horizont beobachten und sagen, dass dort hinten dunkle Wolken aufziehen.

Und niemand will gerne hören, dass die Party bald vorbei ist.