Martin Niemöller 2027 – Wenn die Realität die Fiktion einholt!

Symbolfoto: Durch Mohammad Saiful Islam/Shutterstock
Symbolfoto: Durch Mohammad Saiful Islam/Shutterstock

„Als sie mich holten,

gab es keinen mehr,

der protestieren konnte“

Die viel zu späten Einsichten eines linken Gutmenschen oder die letzten Aufzeichnungen des Bonny  Hoeffer aus dem Scharia-Gefängnis Bonn Tannenbusch – Aus aktuellem Anlass – immer mehr antisemitische und homophobe Übergriffe und Messerattacken – habe ich diese blutige Science-Fiction-Kurzgeschichte leicht überarbeitet und aktualisiert. Sie könnte schon bald zur Realität werden:

Von Klaus Lelek

Epilog:

Meine verstorbene Frau und meine Freunde nannten mich „Bonny“. Ich stamme aus Bonn, Stadtteil Bad Godesberg: Ich war früher mal eine echte Rheinische Frohnatur, trinkfreudig, tolerant und weltoffen. Ja, Ich war gerade zu besoffen von meiner Toleranz. In den letzten Jahren ist mir das Lachen gründlich vergangen denn ich habe eine Intoleranz kennen gelernt, die es nicht einmal im finstersten Mittelalter gab. Überall brennen Scheiterhaufen, hinterlassen Ehestreitigkeiten einen hässlichen schwarzen Fleck auf der Straße. Seit der Enthautung eines Obdachlosen in Koblenz 2018 haben Killerkommandos fast alle Städte in Todeszonen verwandelt. Der Widerstand, den einige Bürgerwehren am Anfang leisteten, wurde vom Merkelregime streng geahndet. Alle diese Scheußlichkeiten – dazu zählen auch Steinigungen – sind seitdem keine Verbrechen mehr, sondern geschehen ganz offiziell im Namen des Korans. Wegkreuze und kleine Kapellen, die früher mal die Umgebung von Bonn geprägt haben sind schon vor Jahren verschwunden. Sie wurden meist von den rotgrünen Bürgermeistern aus Rücksicht gegenüber den arabischen Zuwanderern abgerissen und zu Bauschutt verarbeitet. Nach und nach verschwanden auch die Lokale aus der Stadt. Nach mehreren Vergewaltigungen und Messerattacken trauten sich Frauen abends nicht mehr alleine auf die Straße. Aber selbst mit Ehemann oder Freund waren weibliche Nachtschwärmer nicht sicher. Massenvergewaltigungen in Gegenwart des deutschen Ehemannes arteten Anfang der 20ziger Jahre regelrecht zu einem Volkssport aus.

Wie ein erbärmlicher Gestapo-Helfer

Seit neun Wochen sitze ich im Scharia-Gefängnis Bonn Tannenbusch. Angeklagt wegen Blasphemie, Beleidigung des Islams und Haltung eines Stallhasen und warte auf meine Strafe, besser gesagt „Hinrichtung“. Hundert Stockhiebe wollen mir die Schariawächter verpassen! Möglich gemacht durch ein Gesetz, dass Gebiete mit überwiegend muslimischer Bevölkerung eine eigene Verwaltung und Justiz zubilligt.

Ich weiß, dass ich als fast siebzigjähriger eine solche Tracht Prügel nicht überstehen werde. Mein Leben zieht wie ein schlechter Film an mir vorüber. Schlecht, weil ich darin eine ziemlich miese Rolle spiele. Die Rolle eines Verräters, eines Kollaborateurs, wie der erbärmliche Gestapo-Helfer „Lacombe Lucien“ aus dem gleichnamigen Film von Luis Malle. Ich habe grausame Despoten zur Macht verholfen, die jetzt meine Henker sind, und ich habe liebenswürdige Menschen in den Arsch getreten, die vor mehr als zwanzig Jahren diesen Alptraum verhindern wollten. Nun muss ich mich am Ende meines Lebens bei all denen entschuldigen, die ich als „Rassisten“ und „Nazis“ beschimpft habe und bin zu der bitteren Erkenntnis gelangt: Ich war eigentlich der Nazihelfer und habe mit meiner selbst schädigenden Toleranz, die übelsten Rassisten und Antisemiten unterstützt, die es nach der SS auf dieser Welt gegeben hat. Bitte verzeiht mir, dass ich meinen Sohn, einen Antifa-Aktivisten, dazu aufgehetzt habe, eure Demos gegen Christenverfolgungen und Islamisierung mit Steinen und Böllern zu bewerfen. Bitte verzeiht mir, dass ich eure Infostände zerstört und eure Parteiveranstaltungen verhindert habe.  Ich habe ich bitter dafür bezahlt. Hier ist meine Leidensgeschichte:

„Als orientalischen Christen gegen Vergewaltigungen ihrer Töchter demonstrierten habe ich sie verhöhnt“  

Eines meiner Lieblingszitate die ich den vermeintlich „Rechten“ immer um die Ohren gehauen habe, stammt ausgerechnet von Martin Niemöller, einem evangelischen Theologen, der zwischen 1937 und 1945 im KZ gesessen hat. Obwohl ich überzeugter Atheist bin, habe ich mit dieser Verbalkeule immer fleißig ausgeteilt:  Der Spruch lautet:

„Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist. Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat. Als sie die Gewerkschaftler holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Gewerkschaftler. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte…“

Dieses Zitat, dass Jahrzehntelang in großen Lettern über meinem Bett hing, ist nun zu meinem persönlichen Schicksal geworden, zu meiner eigenen sich selbst erfüllenden Prophezeiung.

2011 habe ich Koptische Christen als Rassisten beschimpft, weil sie in Wiesbaden und Frankfurt gegen die Entführungen und Zwangsverheiratungen ihrer Töchter demonstriert haben und gegen die Zerstörung ihrer Klöster und Kirchen. „Es wird Zeit das eure Scheißreligion weltweit verschwindet, egal wie!“ habe ich den Organisatoren an den Kopf geworfen. Als drei Jahre später in Köln junge Aramäer gegen den Terror der IS in Mossul demonstrierten habe ich nur die Achseln gezuckt und zu den gesagt. „Na und? Dann tretet doch zum Islam über, dann habt ihr eure Ruhe! Religion ist sowieso Sch…! Der Orient gehört dem Islam. Ihr seid wohl noch ein Überbleibsel der Kreuzzüge. “ …

Dann passierten 2015 zwei verheerende Anschläge in Paris. Zuerst traf es eine Satirezeitung, die wegen ihren „umstrittenen“ Mohammedkarikaturen auch mir suspekt war. Da habe ich nassforsch auf Facebook gepostet: „Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Wer eine andere Religion beleidigt, muss auch mit den Folgen leben!“ Das bekloppte an meinem Spruch ist, dass ich als Atheist der gleichen Auffassung war, wie der damalige Papst. Ein islamistisches Blutbad mit quasi kirchlichen Segen. Dann gab es ein Massaker in einer Disco mit hundert Toten. Auch da konnte ich den Attentätern nicht richtig böse sein. Wenn junge Leute andere – die arabische Jugend  – so ausgrenzen, müssen sie halt auch die Folgen tragen.  Großes Verständnis hatte ich auch für die antisemitische Demo in Frankfurt im Jahr 2014 bei der Parolen wie „Tod Israel!“ gerufen wurden. Schließlich kämpfen die unterdrückten Palästinenser seit Jahrzehnten für ihre Rechte.

Als sie die Schwulen tot prügelten  habe ich gesagt: „Selber schuld! Ich hatte euch gewarnt!“

2016 zogen bedingt durch den Bürgerkrieg immer mehr syrische und afghanische Flüchtlinge – orthodoxe Sunniten –  in unser Viertel. Durch die Nachzugsregelung wuchs ihre Zahl rapide an.   Am Ende des Jahres 2017  waren meine Frau und ich und ein Schwulenpaar, die einzigen deutschen Mieter im Wohnblock. Die beiden Schwulen hatten gerade erst geheiratet und arbeiteten als Steward und Purser bei Germanwings am Flughafen Köln. Sie gingen immer frühmorgens Hand in Hand aus dem Haus. Ich habe zu ihnen gesagt: „Hört mal zu, ihr Hübschen! Hier im Haus wohnen lauter Muslims, denen müssen wir uns anpassen! Ihr könnt ja im Auto Händchenhalten oder noch was anderes machen, aber hier sehen das die Leute nicht so gerne!!“

Als die beiden spätabends von der Arbeit kamen – wieder Hand in Hand – sind sie prompt in eine Gruppe von Afghanen rein gelaufen. Die haben sofort dem Purser in die Fresse gehauen. Er ging gleich zu Boden. Dann hat sich ein Muskelpaket auf ihn gestürzt und ihm vier Mal mit dem Stiefel mitten ins Gesicht getreten. Ich habe das Krachen des Schädels bis in unsere Wohnung gehört. Zeitgleich haben sie seinen Partner fertig gemacht. Er konnte sich noch in seine Wohnung schleppen, die Polizei alarmieren, dann ist er verblutet.

Zwei syrische Nachbarjungen waren auch dabei. Die ganze Szene hat sich direkt vor unserem Balkon abgespielt. Der Polizei habe ich erzählt, dass wir nichts gesehen haben. Wenn ich die beiden angeschwärzt hätte, hätten wir ausziehen müssen. Meine Frau war gerade arbeitslos geworden. Die Kasse knapp. Eine so günstige Wohnung hätten wir nirgendwo mehr gefunden. Natürlich hatte ich ein schlechtes Gewissen und meine Frau hat geweint wie ein Schloßhund. Aber irgendwie war ich auch auf die Schwulen sauer. Hatte ich sie nicht eindringlich gewarnt? Haben sie ihren Tod nicht leichtfertig verschuldet. Die anderen regelrecht „provoziert“??? Nach dem Tod der beiden zog gleich eine Syrische Großfamilie, Verwandte der Täter, in die frei gewordene Wohnung.

Als die Juden „auswanderten“ Habe ich nur gerufen: „Gute Reise!“

In den nächsten Jahren überschlugen sich die Ereignisse. 2019 drangen drei muslimische Terroreinheiten zeitgleich in drei große Synagogen ein. Ziel der Attacken war Frankfurt Berlin und München. Vorher hatten sie mit Panzerfäusten und Sturmgewehren die Polizeiwachen ausgeschaltet, die routinemäßig dort seit Jahren zum Schutz der Gemeinden abgestellt sind. Auch die jüdischen Wachleute hatte keine Chance. Sie starben nach kurzer Gegenwehr im Kugelhagel. In den Synagogen eröffneten sie das Feuer auf die Gläubigen. Nachdem die Dschihadisten mehrere Magazine leer geschossen hatten gingen sie von Mann und zu Mann und schossen jedem noch mal Sicherheitshalber in den Kopf. Polizeieinheiten, die überstürzt und schlecht organisiert mit Blaulicht zum Tatort brausten, wurden von einer anderen Gruppe aus dem Hinterhalt mit schweren Waffen regelrecht ausradiert.

Die meisten der Täter stammten aus Deutschland, hatten Migrationshintergrund  und waren Syrienrückkehrer. Wie sich weiter herausstellte, hatten Antifa-Gruppen die Terroristen vor dem Überfall bestens beraten und logistische Hilfe geleistet.  Natürlich distanzierte sich der Zentralrat der Muslime von dieser „barbarischen Tat“ und beteuerte wie immer, das habe alles nichts mit dem Islam zu tun, erklärte sich mit den Opfern solidarisch, aber im Grunde genommen ging damit wohl ein klammheimlicher Wunsch einiger Muslime in Erfüllung.

ALLE JUDEN VERLIESSEN DEUTSCHLAND IM ZEITRAUM EINES JAHRES FÜR IMMER: DEUTSCHLAND WAR WIEDER JUDENFREI, SO WIE 1942, ALS MAN DIE LETZTEN GEMEINDEMITGLIEDER  INS KZ DEPORTIERTE.              

Wie bei den Schwulen, so hat mich dieses Ereignis nicht wirklich aus der Bahn geworfen. „Das ist halt die Quittung für eine verfehlte Israelpolitik“ habe ich auf facebook gepostet.

Einigen prominenten Juden, zum Beispiel dem Friedmann, der mit seiner Frau nach Amerika auswanderte, habe ich „Gute Reise!“ hinterher getwittert.

Mein Enkelkind wurde zwangsverheiratet – mein Sohn ermordet

Dann ging alles immer schneller. Wie bei einer Sanduhr, bei der die letzten Körner durchrauschen. 2023 wurde zuerst in einigen Städten mit überwiegend muslimischer Bevölkerung, zum Beispiel in Bonn, später im gesamten Land NRW das Scharia-Recht eingeführt. Als meine kleine Enkeltochter 2023 eingeschult wurde, musste sie auf Anordnung des Direktors ein Kopftuch tragen. Bereits seit 2020 saßen Jungen und Mädchen in getrennten Bänken. Schweinefleisch war ja schon lange aus den Schulkantinen verbannt. Überall in den Großstädten war das Nachtleben zum Erliegen gekommen. Es gab keine Kneipen mehr, keine Konzerte, alle Diskos hatten nach massenhaften Vergewaltigungen längst dicht gemacht und auch in den Kinos wurde längst nicht mehr alles gezeigt.

Kurz nach Einführung der Scharia wurde mein geliebtes Enkelkind von Muslimen entführt und zwangsverheiratet. Da brach für mich die Welt zusammen. Das arme Kind hatte bei irgend so einem muslimischen Winkeladvokat unterschrieben, sie wäre freiwillig zum Islam konvertiert. Als mein Sohn seine Tochter gewaltsam befreien wollte, wurde er von der Großfamilie überwältigt und mit einem Messer regelrecht abgeschlachtet. Ein deutscher Richter sprach die Täter frei und berief sich bei seinem Urteil auf „Notwehr“.

Meine Frau hat das alles nicht mehr verkraftet. Sie wurde schwer krank und hätte eigentlich nach einem leichten Schlaganfall für längere Zeit im Krankenhaus liegen müssen. Aber dort wurden wir abgewiesen. Durch die große Zahl von Einwanderern war das gesamte Gesundheitssystem aus den Fugen geraten. Es wurden nur noch Notfälle behandelt und vor allem Familien mit vielen Kindern. Drei Monate später lag sie eines morgens tot neben mir im Bett. Mein Schmerz war grenzenlos.

Sie kreuzigten meine Katze und köpften meinen Stallhasen

Ich war so traumatisiert, dass ich mich kaum noch aus dem Haus traute. Wo hätte ich auch hingehen sollen? Ich war ein alter, einsamer  Mann, und es gab nicht einmal Kneipen, wo ich meinen Kummer an der Theke vergessen konnte.  Eines Tages sprang eine herrenlose Katze auf meinem Balkon und schmiegte sich an meine Füße. Man erster Gedanke war: Das ist die Seele meiner geliebten, verstorbenen Frau, die zu mir zurückgekehrt ist. Jetzt werde ich alter Agnostiker und Atheist auf meine alten Tage noch zum Esoteriker und glaube an Seelenwanderung und solchen Blödsinn. Ich nahm die Katze bei mir auf. Sie wurde zu meiner Vertrauten, zu einer Botin aus einer besseren Welt.  Immer wenn es mir schlecht ging und ich Tränen überströmt im Sessel hing, weil ich wieder an die schönen gemeinsamen Jahre mit meiner Frau dachte, kam die Katze, sprang auf meine Knie und legte mir ihre Pfote auf den Handrücken. Aber eine Katze ist nicht nur ein Haustier, sondern streift auch gerne umher. Am Abend sprang sie  vom Balkon – ich wohnte im Parterre – und verschwand in der nahe gelegenen Grünanlage, wo es viele Wühlmäuse gab.

Eines Tages wartete ich vergeblich auf ihre Rückkehr. Ich ging in die Grünanlage, durchquerte den platt getretenen Rasen, da entdeckte ich an einer der gegenüberliegenden großen Platanen einen seltsamen Gegenstand. Von weitem sah das merkwürdige Etwas so aus wie eine kurze Flanelljacke, die jemand vergessen hatte. Als ich näher kam, stockte mir der Atem: Es war meine Katze. Sie hatten sie mit ausgebreiteten Pfoten an die glatte Rinde genagelt und ihr einen roten Schraubenzieher durch den Hals gejagt. Im Briefkasten fand ich eine eindringliche Warnung:

„Die Haltung von unreinen Haustieren ist strengstens untersagt. Allah al akbar! Mit freundlichen Grüßen. Sharia-Polizei“.           

Die Zeit drängt. Meine Henker holen mich in knapp drei Stunden ab. Der Schluss meiner Geschichte in Kürze. Ich habe mir nach der Hinrichtung meiner Katze einen kleinen Stallhasen zugelegt. Der bleibt wenigstens im Haus und fällt nicht so auf. Habe ich gedacht. Nach drei Tagen haben mich meine muslimischen Nachbarn denunziert. Zwei Stunden später standen drei bärtige Männer in meiner Tür. Sie haben meinem Stallhasen sofort den Kopf abgeschnitten und ihn in den Mülleimer geworfen.

„Ihr verdammten Surensöhne!“ Habe ich gerufen. Eure Religion ist das Werk eines Massenmörders!“ Die Antwort kam postwendend: „Beleidigung des Propheten und seiner Diener.  Das gibt hundert Stockhiebe! Mitkommen!!!“…

So, lieber Leser, das ist meine Geschichte. Eins will ich noch sagen, bevor sie mir die Rippen zerschlagen. Zwischen mir und Martin Niemöller gibt es einen großen, ja sogar einen gewaltigen Unterschied. Niemöller hat nur geschwiegen, wenn die Nazis irgendwen verhaftet haben. Ich dagegen habe meine eigenen Henker jahrelang aktiv unterstützt und ihnen die Wege zur Macht geebnet. Als nützlicher Idiot und kleines beklopptes Rädchen und kam mir dabei noch wie ein Held und Antifaschist vor.

 

Wandere aus, solange es noch geht!
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