Antisemitismusbeauftragter kritisiert Muslimverbände… und entschuldigt sich gleich wieder

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Juden sind in Deutschland wieder gefährdet! (Foto: Pixabay)

Anscheinend hat der neue Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Dr. Felix Klein, über Nacht von Kraft geträumt und wagte sich an ein ziemlich heißes Eisen. Er kritisierte doch tatsächlich die Muslimverbände und Moscheegemeinden für ihr Fernbleiben von der Veranstaltung „Berlin trägt Kippa“.

 Von Nils Kröger

„Es wäre schön gewesen, wenn bei der Veranstaltung ‚Berlin trägt Kippa‘ ein muslimischer Verband ebenfalls zu den Veranstaltern gehört hätte“, sagte Klein der Nachrichtenagentur AFP.

 Sieh an! Der Mann traut sich aber was zu. Solche Worte aus Kreisen der Bundesregierung vernimmt man selten bis gar nicht. Nun hätte Herr Klein dies so stehen lassen und sich wie ein Fels in der Brandung dem eventuell bevorstehenden „Shitstorm“ stellen können. Leider machte er weitere Ausführungen, die gleichzeitig den „Gang nach Canossa“ einleiteten.

 Die Verbände sollten „auch den Kampf gegen den Antisemitismus als ihren Kampf verstehen“. Das würde „letztlich ein unheimlich positives Signal an die deutsche Gesellschaft richten, wenn sie sich das zu eigen machen“. Eine solche Haltung würde „auch ihre eigene Stellung verbessern und sie glaubwürdiger machen“, sagte Klein. (…)

 Hier spricht die ganze Naivität des ehemaligen Diplomaten. Denn Herr Klein scheint im ganzen Leben noch nie Berührungspunkte mit dem Koran gehabt zu haben. Vermutlich vernahm er die Worte von Aiman Mazyek (ZMD), der meinte, dass Antisemitismus, Rassismus und Hass große Sünden im Islam seien und man dies niemals dulden werde. Deshalb empfehle ich Herrn Klein die Lektüre des Artikels „Wie die Kippa aus Deutschland verschwindet, Antisemitismus bei Muslimen aber eine Sünde sein soll“. Aber Vorsicht, es könnte ein Aha-Erlebnis einsetzen. Des Weiteren frage ich mich, möchte dieser Beauftragte zum Lügen animieren? Denn wenn diese Verbände und Gemeinden sich jetzt verbiegen, macht sie das nur noch unglaubwürdiger. Dann sollen diese sich doch lieber in Abstinenz üben. Aber des Pudels Kern erschließt sich im nächsten Absatz. Herr Klein möchte nämlich als Brückenbauer fungieren.

„Dann könnten sie auch noch besser Solidarität einfordern, wenn eine Moschee angegriffen wird. Denn Gewalt gegen Muslime und kopftuchtragende Frauen gibt es in Deutschland ja auch, das darf man nicht unter den Tisch fallen lassen bei dieser Diskussion.“

Der Spagat ist phantastisch; vom Antisemitismus zur Gewalt gegen Muslime. Aber er hat vollkommen Recht. In den Medien liest und hört man nur noch von Angriffen und Exzessen gegen Muslime. Dieser Mann hat mir die Augen geöffnet. Diese verdammten Nazis! Nun kommt er aber wieder auf das eigentliche Hauptthema zu sprechen. Er gab zu bedenken, dass jüdische Einrichtungen bereits vor dem Jahr 2015 geschützt werden mussten und dass der Antisemitismus schon lange in Deutschland fest verwurzelt sei. Ich stelle jetzt eine Frage in den Raum: Erkennt man hier etwa gewisse Muster? Die Antwort kann sich jeder denken. Nun hat er sich beim Ministerpräsidenten Kretschmann ein Beispiel genommen und kommt mit der folgenden Bemerkung um die Ecke.

 (…) „Es ist alarmierend, dass rund 20 Prozent der Deutschen antisemitische Vorurteile haben. Das ist ein großer Bodensatz. Der wird interessanterweise nicht kleiner.“ (…)

Aha… rund zwanzig Prozent der Deutschen. Woher Herr Klein diese Zahl nimmt, bleibt offen. Ob es sich dabei nur um „Bio-Deutsche“ oder auch Deutsche mit Migrationshintergrund handelt, bleibt ebenfalls offen. Das man diese Leute aber als Bodensatz bezeichnet ist schon „sportlich“. Bei vielen Kommentaren unter Beiträgen ist man dies gewohnt aber von einem gebildeten Mann in solch einer Position sollte mehr zu erwarten sein. So ändern sich halt die Zeiten. Nun darf auch nicht der altbekannte Hinweis auf eine gewisse Partei fehlen, die sich wohl erdreistet, den parteiübergreifenden Konsens zur Erinnerungskultur aufzubrechen.

(…) In der politischen Auseinandersetzung gebe es nun Tabubrüche. Dazu habe auch die AfD beigetragen, indem einer ihrer Vertreter „eine ‚erinnerungspolitische Wende um 180 Grad fordert‘. Da bricht eine Partei, die im Bundestag sitzt, einen parteiübergreifenden Konsens auf, der unser Land Jahrzehnte geprägt hat: Bei der Erinnerungskultur waren wirklich bislang alle einer Meinung. Das wird jetzt aufgeweicht. Das ruft natürlich den Bodensatz der 20 Prozent aus der Reserve.“ (…)

 Da fordert also EINER (jeder kennt ihn), eine erinnerungspolitische Wende und Herr Klein projiziert dies auf die gesamte Partei. Nur so am Rande, ist dies nicht eine Pauschalisierung? Wenn dieses Thema (Erinnerungskultur) nun die ca. zwanzig Prozent „Bodensatz“ aus der Reserve lockt, warum hat die AfD, die ja angeblich für Tabubrüche sorgt, nur 12,6 Prozent bei der Bundestagswahl bekommen? Allein mit diesem Bodensatz wäre sie dann vor der SPD gelandet oder verteilt sich der „Bodensatz“ auch auf die anderen Parteien und warum konnte davon nie die NPD profitieren? Fragen über Fragen… Zum Ende des Artikels lässt Dr. Klein noch eine Bemerkung los, die jeder Beschreibung spottet.

 (…) Mit Blick auf muslimisch motivierte antisemitische Taten sagte Klein: „Das ist eine völlig andere Art von Antisemitismus.“ Der jugendliche syrische Flüchtling, der am 17. April die Gürtelattacke auf einen Kippa-tragenden Mann in Berlin verübte, habe „wahrscheinlich nichts gewusst vom Antisemitismus, den es hier schon vorher gab“. (…)

 Beim Antisemitismus gibt es also Unterschiede? Deutscher Antisemitismus total schlecht, muslimischer nur schlecht, oder wie? Was wäre denn gewesen, wenn der Syrer gewusst hätte, dass es hier schon länger deutschen Antisemitismus gibt? Den Gürtel eingepackt, einen deutschen „Bodensätzigen“ rekrutiert und diesen das machen lassen? Wieder nur Fragen… Auf jeden Fall förderte dieser Artikel eines zu Tage. Die Steuergeldverschwendung nimmt weiter zu.

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