Keine Skatrunde: Männerfreie Räume wegen muslimischer Veranstaltung

Symbolfoto: 360b/ Shutterstock
Muslimas (Symbolfoto: 360b/ Shutterstock)

Bremen – Die wöchentlich stattfindende Skatrunde in der Matthias-Claudius-Kirchengemeinde in der Bremer Neustadt musste vergangene Woche ausfallen. Grund: Wohlfühltage für alleinerziehende Mütter. Und weil sich hierzu auch bekopftuchte Muslimas angemeldet hatten, die während der Veranstaltung den Kopfputz ablegen wollten, musste das Gebäude männerfrei sein. 

Die Skatspieler fragten bei einer Kirchenmitarbeiterin der evangelischen Matthias-Claudius-Gemeinde an, ob man auf Kellerräume des Gebäudes ausweichen könne. Die Antwort sei laut der Bild-Zeitung mehr als eindeutig gewesen: Nein, das sei nicht möglich, da das Gebäude wegen den muslimischen Frauen an diesem Tag komplett männerfrei sein müsse.

Ein Mitglied der Skat-Gruppe, kommentiert den Vorfall mit den Worten: „Wir Christen bekommen in unserer christlichen Gemeinde Hausverbot, weil hier eine muslimische Veranstaltung stattfindet.“ Ein weiterer Skatspieler ergänzt: „Unser Rauswurf hat mit Toleranz nichts mehr zu tun. Wir müssen uns in einer kirchlichen Einrichtung an muslimische Regeln halten. Das macht mir Angst“.

Für Gemeindepastorin Birgit Locnikar ist das alles ein Missverständnis. Es hätte noch einen freien Raum gegeben. Diese Info wurde aber leider nicht richtig an die Skatspieler weitergegeben. Das lässt einer der Herren aus der Skatrunde so nicht gelten und widerspricht: „Das Haus musste männerfrei sein, weil die muslimischen Frauen ungestört ihre Kopftücher abnehmen wollten.“

Pastorin Locnikar hat nun an die Herren ein Angebot zur Güte: Die Rentner werden zur internationalen Kochgruppe mit christlichen und moslemischen Frauen einladen. (SB)