Ist der gefeierte Bitterfelder Imam ein Islamist?

(Bild Rathaus: Joeb07; CC BY 3.0; Salasisten: Magharebia ; CC BY 2.0)
Der nette Mohammed S. - ein Salafist? (Bild Rathaus: Joeb07; CC BY 3.0; Symbolbild Salafisten: Magharebia ; CC BY 2.0)

Sachsen-Anhalt/Bitterfeld – Etwa 50 Spezialkräfte der Polizei haben am Donnerstag zwei Wohnungen von Ausländern in Bitterfeld auf Schusswaffen durchsucht. Im Rahmen der Razzia taucht der Name Mohammad S. auf. Gut möglich, dass es sich bei S. um den, im Verfassungsschutzbericht 2018 erwähnten palästinensischen Asylanten Mohammad S. handelt, der als Imam bislang ungehindert antisemitisches und islamistisches Gedankengut verbreiten konnte und noch einen Tag zuvor von einem ehemaliger SPD-Stadtrat verteidigt wurde, so der AfD-Vorsitzender des Kreisverbandes Anhalt-Bitterfeld, Daniel Roi.

Mitte des vergangenen Jahres widmete die MZ dem damals 26-jährigen Palästinenser Mohammad Shawwar einen Artikel, in dem das „Flüchtlingsschicksal“ des tiefgläubigen Moslems, der nun in Bitterfeld angelandet war, erzählt wurde.

Rührende Flüchtlingsgeschichte

Weil Shawwar auf die Bewilligung seines Asylantrages wartete, die ihm die Behörden nach MZ-Darstellung erschwerten, war er bei der Gründung des Vereins Al Salam dabei und fungiert seither dort mehrmals täglich als Imam. Sein mutmaßlicher Facebookauftritt zeigt seine Islamverbundenheit mehr als deutlich auf. Auch habe Shawwar mittlerweile viele neue Freunde gefunden, so die salbungsvollen Worte im Artikel, die davon berichten, dass der Palästinenser bei der zweiten Mannschaft des 1. FC Bitterfeld-Wolfen im Tor steht.

Allein – das hoch umstrittene Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) glaubte der wunderbaren Geschichte nicht. Auch nicht, dass der nur um Frieden zwischen den Religionen bemühte Shawwar unter anderem wegen Aktivitäten an einer Universität mehrfach in Israel und in Palästina im Gefängnis saß und ihm bei einer Rückkehr eine erneute Haft drohe.

Ex-SPD-ler Werner Rauball: „Der Verfassungsschutzbericht ist ein Märchenbuch“

Am Donnerstag nun die Razzia. Wie die MZ herausfand, taucht an einem der durchsuchten Häuser der Name Mohammad S. am Klingelschild auf.

„Womöglich handelt es sich um den gleichen Herrn, der im VS-Bericht als islamistischer und antisemitischer Imam von Bitterfeld steht. Seines Zeichens Prediger vor „Flüchtlingen“ und Hamasanhänger sowie Muslimbruder. Kann man sich nicht ausdenken, wenn man bedenkt, wie der Herr hier vom Verein Al Salam sowie von der MZ hofiert wurde. Mal sehen wie laut der Aufschrei sein wird und ob es ihn überhaupt geben wird“, so der AfD-Vorsitzender des Kreisverbandes Anhalt-Bitterfeld, Daniel Roi auf Facebook.

Interessant an der Stelle sei, so Roi, dass Stadtrat Werner Rauball, ehemaliger SPD-Bürgermeister und über die Linke in den Stadtrat eingezogen, den Herrn S. am Mittwoch noch verteidigt und den VS-Bericht als Märchenbuch bezeichnet habe.

Laut der MZ „warnte“ Rauball, Chef der Fraktion Kommunal.Sozial, vor „Behauptungen“. „Der Verfassungsschutzbericht ist ein Märchenbuch“. Der Verfassungsschutz, so kritisiert Rauball, sei während S.’s Abwesenheit in dessen Wohnung eingedrungen. „Das ist ein Verstoß gegen das Grundgesetz.“ Zwei dort gefundene Sprüche seien als antisemitisch und israelfeindlich eingeschätzt worden. In den Predigten von S., die alle im Internet stehen, sah der Verfassungsschutz diese Vorwürfe bestätigt. Doch Rauball behauptet, die Übersetzungen des Verfassungsschutzes entsprächen „nicht unbedingt den arabischen Regeln“.

„Die neuen Verharmloser von Antisemitismus sitzen offenkundig nicht rechts, sondern links!“, so die Feststellung des AfD-Politiker, der zudem die berechtigte Frage stelle, wie es sein könne, dass monatelang islamistische Propaganda betrieben wird und nichts passiere.

Ach! Doch ein Islamist?

Mittlerweile scheint die MZ von ihrer wohlwollend unkritischen Berichterstattung über den „Flüchtling“ Mohammad Shawwar abgerückt zu sein und titelt: „Ist Bitterfelder Prediger ein Islamist? Verfassungsschutz beobachtet 27-jährigen Imam“. Im nun etwas fundierter wirkenden Bericht heißt es: „In Bitterfeld hat offenbar monatelang ein Imam islamistisches Gedankengut verbreitet.

Das wird in dem von Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) vorgestellten Bericht des Verfassungsschutzes festgestellt. Dieser hat für 2017 in der Stadt Aktivitäten der Muslimbruderschaft festgestellt, die als älteste und einflussreichste organisierte islamistische Bewegung gilt“. Die Vorwürfe gegen den 27-jährigen palästinensischen „Schutzsuchenden“ sind gravierend. Denn die Muslimbruderschaft lehnt laut Verfassungsschutzbericht demokratische Staatssysteme ab. Ihre Ideologie stehe im Widerspruch zu den im Grundgesetz verankerten Grundsätzen der Volkssouveränität, der Religionsausübung und der Gleichberechtigung. Die Hamas, deren Mitglied Mohammad S. ebenfalls sein soll, gilt als terroristische Organisation.

Mohammad S. ist aktuell nicht erreichbar. Vergangene Woche wurde er noch in Bitterfeld gesehen. Sein jetziger Aufenthaltsort ist unbekannt so die MZ. (SB)

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