„Aktivisten“ klagen gegen Polizei nach „Anti-Abschiebe-Demo“

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Polizei im Einsatz (Bild: shutterstock.com)

Witzenhausen – Bei der angeblichen nächtlichen „Spontandemo“ am Montag, bei der sich rund 60 „Aktivisten“ zusammengefunden hatten, um ein Abschiebung zu verhindern, versuchte die Polizei das Recht durch zu setzen. Nun haben zwei dieser Aktivisten Klage gegen die Polizei eingereicht.

Mehrere Hausbewohner – laut Polizei vor allem Studenten – hätten von der Abschiebung eines Syrers mitbekommen und diese zunächst „verbal begleitet“. Innerhalb kürzester Zeit sollen dann rund fünf Dutzend Demonstranten versucht haben, die Abschiebung mit einer Blockade vor dem Haus zu verhindern. Dabei wurden die Polizeiautos umzingelt und Polizeiwagen. Die Polizei berichtete von aggressiven Demonstranten, die dem in einer Wohngemeinschaft lebenden Syrer zur Seite sprangen. Laut Polizei wurden aus den Reihen der Demonstranten Steine gegen Polizisten geworfen.

Dem widerspricht der „Asylkreis Witzenhausen“, der als Initiator der angeblichen „Spontandemo“ gild. Der nun für den Verein tätige Anwalt Sven Adam reichte Klagen beim Verwaltungsgericht Kassel ein, berichtet die Hessenschau. Die Polizeibeamten hätten in „übertriebenem und rechtswidrigem“ Maße Pfefferspray und Schlagstöcke bei der Abschiebedemonstration gegen Aktivisten eingesetzt, so die Helferlein aus den Reihen der Abschiebeverhinderer. Mindestens zwölf Aktivisten seien verletzt worden, einer habe sogar mit Verdacht auf Knochenbrüche ins Krankenhaus zum Röntgen gemusst.

Wie weiter berichtet wird, sei die Abschiebung des Syrers nach Bulgarien „rechtswidrig“ gewesen sei, da nach einem Verwaltungsgerichtsurteil dorthin nicht abgeschoben werden dürfe. Dieser befindet sich indes wieder auf freiem Fuß in Witzenhausen, so ein Sprecher des „Asylkreises“. (SB)