Weitere 12 Millionen vom deutschen Steuerzahler für Syrer im Libanon

Foto:Durch ahmad zikri/shutterstock
Flüchtlingslager im Libanon (Foto:Durch ahmad zikri/shutterstock)

Im Libanon leben noch immer eine knappe Million syrische Flüchtlinge. Sie dürfen dort nur eingeschränkt in ausgewählten Bereichen arbeiten, bekommen vom Staat weder eine Unterkunft noch finanzielle Unterstützung und sind so auf Schwarzarbeit oder die Versorgung durch Hilfsorganisationen angewiesen. Um sie zu unterstützen und „Spannungen“ mit den Libanesen abzubauen, greift die Bundesregierung mal wieder tief ins Steuersäckel des Bürgers und macht weitere 12 Millionen Euro locker.

Die Millionen fließen in das Programm „Beschäftigungsförderung durch arbeitsintensive Strukturmaßnahmen“ und soll eine „deeskalierende Wirkung auf Syrer und wirtschaftlich schwache Libanesen haben. Die deutsche 12- Millionen-Finanzspritze zum freundlicheren Umgang miteinander ist für Phase 1 und Phase 2 gedacht – weitere Gelder für Phase 3 werden wohl im kommenden Jahr locker gemacht, berichtet Presseportal.

Das Programm ist Teil der Beschäftigungsoffensive Nahost des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

„Die UN-Vorhaben, die die KfW-Bankengruppe im Auftrag des BMZ, beinhalten kurz- und mittelfristige Beschäftigungsmöglichkeiten für syrische Flüchtlinge im Libanon. Sie enthalten immer auch Komponenten, die den durch den Flüchtlingszuzug stark belasteten Gastgemeinden und ihren Bewohnern zugutekommen – auch um Spannungen abzubauen. Diese Maßnahmen sind deshalb ein entscheidender Beitrag zum Erhalt der Stabilität im Libanon“, erklärt Bankenvorstand Prof. Dr. Joachim Nagel.

Mit den Jobs sollen Straßen und Wegen verbessert, Wasserspeichern und Wasserleitungen installiert und Marktplätze schön gemacht werden.  Die Aktivitäten konzentrieren sich auf die bedürftigsten Gemeinden der Gouvernorate Beeka, Nord-Libanon und Mount Lebanon.

Nach einer gewissen Erholung brach seit Beginn der Unruhen in Syrien im Jahr 2011 die Wirtschaftsleistung des Libanon massiv ein. Das Wachstum beträgt nur noch ein Prozent, vor der Krise waren es knapp neun Prozent. Die finanziellen Verluste belaufen sich nach Einschätzung der Weltbank auf 18 Mrd. EUR Euro. Landwirtschaftliche und industrielle Exporte in die Nachbarländer sind aufgrund der geschlossenen Grenzen fast unmöglich geworden, die Zahl der Arbeitslosen hat sich seit 2011 verdoppelt.

Der Libanon – wie auch die anderen Aufnahmeländer der Region – seien auf internationale Hilfe angewiesen. Seit 2011 hat die KfW-Bank im Auftrag der Bundesregierung 238 Mio. EUR vor allem für UN-Programme im Libanon zur Verfügung gestellt. (MS)

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