Die Arbeit wird nicht alle

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Sehr gefragt: Bodyguards (Foto: Durch Africa Studio/Shutterstock)

Von Zeit zu Zeit wird die Bevölkerung mit Tartarenmeldungen über künftige Arbeitslosigkeit genervt und veräppelt. Arbeitsplätze in der Industrie würden durch Automaten wegfallen. Die bisherige Entwicklung der Digitalisierung hat bei der Steigerung der Produktivität noch keine großartigen Wunder vollbracht. Was an der Maschine und in der Werkhalle an Arbeitskraft eingespart wurde, mußte weitgehend für Programmierer und Einrichter aufgewendet werden. Ähnlich sieht es in der Verwaltung aus. Die EDV-Abteilungen in den Landratsämtern wachsen an, ohne daß die Mitarbeiterzahl in den Kreisverwaltungen insgesamt absinkt. Im Gegenteil. Mit der Asylkrise hat sich die Zahl der Verwaltungskräfte in den Kreisen um gut 10 % erhöht.

Von Wolfgang Prabel

Der Ökonom Adam Smith machte sich 1776 im „Wohlstand der Nationen“ Gedanken über das nützliche Verhältnis von produktiver und unproduktiver Arbeit. Die eine Arbeit als Warenproduktion, die andere als Dienstleistung. Smith schrieb dazu:

„Die jährliche Arbeit eines Volkes ist der Fundus, aus der es ursprünglich mit allen notwendigen und angenehmen Dingen des Lebens versorgt wird, die es über das Jahr verbraucht. … Zwei Faktoren bestimmen nun in jedem Land diese Pro-Kopf-Versorgung: Erstens die Produktivität der Arbeit als Ergebnis von Geschicklichkeit, Sachkenntnis und Erfahrung, und zweitens das Verhältnis der produktiv Erwerbstätigen zu denen, die nicht auf diese Weise erwerbstätig sind. Von beiden Umständen hängt es ab, ob in einem Land das Warenangebot reichlich oder knapp ausfällt.“

Die Folgerung von Smith: Länder mit hoher Produktivität können sich mehr Dienstleistungen leisten. An dieser elementaren Erkenntnis hat sich in den letzten 242 Jahren nichts geändert.

In unsicheren Zeiten – und eine solche ist die Zeit seit 2015 – nimmt die Zahl der Bewachungsdienstleister zu. 2015 arbeiteten 220.000 Beschäftigte in der privaten Sicherheitswirtschaft, dazu kamen noch einmal knapp 300.000 Polizisten. 2016 war die Zahl der Beschäftigten in der Sicherheitsbranche auf 258.000 angestiegen, das heißt in einem einzigen Jahr ist sie um 17 % angewachsen. Auch die Bundespolizei wurde deutlich aufgestockt. Für 2017 liegen noch keine Zahlen vor.

Internationale Vergleiche zeigen, daß in Deutschland hinsichtlich des Wachschutzes noch Luft nach oben ist. Tägliche Todesfälle durch Messerungen und zahlreiche Verletzungsdelikte im öffentlichen Raum beweisen die Erforderlichkeit der Verstärkung von Polizei und Security. Insbesondere in Bahnhöfen tummeln sich die Straftäter fast ungestört. Daß man die Zahl der Straftaten mit Überwachungskameras eindämmen kann, ist offensichtlich eine Illusion. Es braucht harte Manpower auf Sichtweite.

In Polen waren in den wildesten Zeiten am Ende der 90er Jahre 11 % der gesamten Beschäftigten im Wachschutz tätig. Vor allem wegen offenen Grenzen nach Osten, aber auch weil eingeborene Diebe noch nicht zur Räson gebracht worden waren. Von der Wanderungskriminalität ist Deutschland inzwischen auch betroffen. Um angesichts der Einwanderungswellen aus Afrika und Asien einen Rest an Sicherheit aufrechtzuerhalten, wären folgende Maßnahmen erforderlich:

Um auf 49.066 km2 deutscher Siedlungs- und Verkehrsfläche alle 1000 m eine Doppelstreife bereitzustellen wären 2 x 3 x 49066 = 300.000 Polizisten oder Security-Mitarbeiter erforderlich. Mit einer nächtlichen Ausgangssperre könnte die Zahl reduziert werden.

Für 33.000 Schulen ergäben sich etwa 132.000 Wachleute für Taschenkontrollen, Entwaffnung der Schüler und Eltern, Pförtnerdienste und Pausenhofüberwachung.

In 5.600 Bahnhöfen der DBAG mit im Durchschnitt vier Wachmänner pro Haltepunkt ergäben sich noch mal 22.000 Beschäftigte. Für 35.000 Linienbusse etwa 70.000 Leute. Der Nachtverkehr müßte eingestellt werden, um die dritte Schicht zu sparen.

Die Bewachung von Einkaufszentren und Kaufhäusern beläuft sich bei knapp 500 Einkaufszentren und 25.000 Supermärkten sowie Discountern auf noch einmal etwa 160.000 Wachleute. Bei verkürzten Öffnungszeiten, zum Beispiel von 11 bis 19 Uhr würde man auch mit der Hälfte auskommen.

Insgesamt dürfte sich ein Personalbedarf von etwa 800.000 Polizisten und Wachschützern ergeben, deren Kompetenzen allerdings polizeiähnlich ausgestaltet werden müßten, Auch müßten die Polizeibeamten und Sicherheitsdienste mit Kriegswaffen ausgerüstet werden, wie das in anderen Ländern üblich ist. Denn die Bewaffnung des Feindes wird ständig besser und die Brutalität wächst. Den Lkw-Fahrer in Nizza konnte man nur deshalb nicht stoppen, weil die adäquate Bewaffnung nicht an Ort und Stelle zeitnah verfügbar war. Ähnlich war die Situation im Bataclan. Wenn nur jeder zwanzigste Besucher einer Veranstaltung schwer bewaffnet ist, herrscht zumindest Waffengleichheit.

Nicht bewährt hat sich die Beschäftigung von Moslems in diesem Bereich. Kürzlich mußte in der Bundeshauptstadt Polizei gerufen werden, weil ein arabischer Sicherheitsdienst Juden bepöbelte. In Frankreich gab es einen Fall, wo moslemische Polizei der Ermordung einer Jüdin in ihrer Wohnung tatenlos zusah. Auf Flughäfen gab es Probleme mit der Sicherheitsüberprüfung von Beschäftigten aus dem Orient. Da nutzen auch vereinzelte Heldentaten von verantwortungsvollen Moslems nichts. Beim Anschlag auf eine Pariser Schundzeitung wurde ein bei der Polizei angestellter Glaubensbruder der Attentäter kaltblütig hingerichtet. Er war mit einem Dienstfahrrad (!) unterwegs, statt in einem gepanzerten Geländewagen.

Die oben genannte Zahl von insgesamt 800.000 Leuten zum elementaren Schutz des öffentlichen Raums entspricht etwa 3 % der Vollbeschäftigten. Dank der Asylkrise wird die Arbeit nicht weniger werden. Ich möchte wetten, daß die Zahl der Security-Mitarbeiter 2017 und 2018 schon wieder gestiegen ist. Auch die meisten Landespolizeien werden aufgestockt. Bei freien Trägern aus dem Sozialbereich wächst die Zahl der Mitarbeiter deutlich, weil Leistungen aus staatlichen Verwaltungen an Träger ausgelagert werden, zum Beispiel bei der Betreuung von angeblich minderjährigen „Flüchtlingen“.

Viel Geld für Wachleute könnte gespart werden, wenn die Wehrpflicht wieder eingeführt würde und Soldaten wie Reservisten verpflichtet sind, mit einer automatischen Waffe unterwegs zu sein. So könnte man ständig hunderttausende Bewaffnete auf der Gasse, in Kaufhallen und in Verkehrsmitteln haben, ohne daß es viel kostet.

Irgendwann wird sich die Regierung Gedanken über Sicherheitsökonomie machen müssen. Derzeit sind Aufwand und Nutzen nicht optimal aufeinander abgestimmt. Kürzlich waren wegen der Verhaftung zweier Elitaristen mehrere Hundertschaften im Einsatz. Auch die Bekämpfung von Massenschlägereien bei Familienstreitigkeiten erfordert zu viele Kräfte. Es kann auch nicht sein, daß den Polizisten bei Knöllcheneinsätzen ständig die Knochen gebrochen werden. Die Einsatzkonzepte und die Richtlinien zum Selbstschutz müssen überarbeitet werden. Das spart 90 % der Kosten. Außerdem wäre es abschreckend, wenn die Behandlung der Verletzten bei Auseinanderwtzungen zwischen sog. „Gruppen“ nur gegen sofortige Bezahlung erfolgen würde. Es kann nicht sein, daß ethnische, religiöse und Rauschgiftkriege auf dem Rücken von Beitrags- und Steuerzahlern ausgetragen werden.

Kürzlich gab es einen „Zwischenfall“ in Fulda, wo ein morgendlicher „Brötchenkäufer“ aus Asien erst einen Lieferanten steinigte und anschließend einem Polizisten den Arm brach. Die Polizei muß schießen, bevor sie dienstunfähig gemacht wird, und nicht danach.  Falsche Berichterstattung über den armen unschuldigen Brötchenkäufer mit völliger Umkehr der Tatsachen – wie in diesem Fall überwiegend geschehen – muß zukünftig hart bestraft werden. Die Lügenpresse und das zwangsfinanzierte Staatsfernsehen hatten die Verletzungen böswillig verschwiegen bzw. verharmlost, um die Täter-Opfer-Relation umzukehren.

Das Bewachungs- und Sicherheitsgewerbe sind ebenso wie die staatlichen Sicherheitskräfte Wachstumsbranchen, die viel Beschäftigung generieren. Dazu kommen natürlich die dringend gesuchten Pflegekräfte in der Altenpflege und viele weitere Jobs in Dienstleistungen. Wir müssen uns über Arbeitslosigkeit in der Zukunft keine Sorgen machen. Die Arbeit wird nie alle. Merkel macht uns welche.