Gleichschaltung: Denunzianten, Blockwarte & Mitläufer

Jouwatch Bildmontage: Ochs, Esel und der Rest der Meute
Jouwatch Bildmontage: Ochs, Esel und der Rest der Meute

Wer den deutschen Mainstream-Medien Gleichschaltung ankreidet, erntet mehr gegnerisches Feuer als für den Begriff „Synchronisierung“. Es ist aber egal, ob man von der Synchronisierung der Medien oder von ihrer Gleichschaltung redet. Es geht um ein- und dasselbe. Der Mainstream schätzt es nur nicht, wenn man ihm etwas vorwirft, das er selbst in seinen Beiträgen zur Zeitgeschichte als verabscheuungswürdig bezeichnet. Gleichschaltung ist bäh. Über Synchronisierung könnte man eventuell reden. Meinereiner will aber mit den Gleichgeschalteten nicht über Synchronisierung reden, sondern über die Gleichschalter – und ohne sie. Also: Gleichschaltung.

von Max Erdinger

Es ist doch seltsam: Gleich wird die Laune des deutschen Linken besser, wenn man freundlich über Gleichheit, Gleichberechtigung und Gleichstellung redet. Bei Gleichschaltung rastet er aber aus. Scheint an „Schaltung“ zu liegen. Weiß der Geier, was Linke gegen Schaltungen haben.

In Deutschland hatten wir schon Diskussionen darüber, ob man dem gleichgeschalteten Medien-Mainstream seine Gleichschaltung überhaupt vorwerfen darf, nur, weil er gleichgeschaltet ist, – oder ob der Vorwurf bösartig wäre.

Albrecht Müller sagte dazu vor knapp vier Jahren bereits: Die Gleichschaltung ist nie total. In den meisten Fällen reicht es zur Durchsetzung von wirtschaftlichen und politischen Interessen, wenn die dafür nützliche Meinungsbildung vorherrschend ist und die kritische Begleitung quasi zum Zierrat wird.

Wenn also die Gleichschaltung nie total sein muß, um Gleichschaltung zu sein, dann hätten wir eine – und die Nazis hätten die totale Gleichschaltung gehabt, weil kritische Begleitung bei ihnen nicht zum Zierrat wurde, sondern zum Todesurteil. So weit sind wir dann doch noch nicht ganz. Aber „Gleichschaltung“ geht völlig in Ordnung.

Nehmen wir das Wort „Reformen“. Preisfrage: Wenn sich etwas ständig verschlechtert, das Baurecht zum Beispiel, die Bildungspolitik oder die Höhe der Renten – was ist dem immer vorausgegangen? – Reformen. Wie schallt es aber unisono und freudig aus sämtlichen Zeitungen und Sendeanstalten, wenn bei der Regierung neuerlich destruktiver Aktionismus ausbricht? – Hurra, es wird Reformen geben! So ist die Sprachregelung bei den Gleichgeschalteten. Geplante Steuerhöhungen sind eine angekündigte Reform z.B. der Vermögenssteuer oder der Erbschaftssteuer. Wir können sicher sein, daß, um einen Extremfall zu konstruieren, über die Wiedereinführung der Todesstrafe im Medien-Mainstream als einer „umstrittenen Reform des Strafrechts“ berichtet werden würde.

„Umstritten“ ist ebenfalls ein gutes Beispiel für Gleichschaltung. Wäre etwas dran an den Lippenbekenntnissen zur lebendigen Demokratie samt ihrer vorbildlichen Streitkultur, – „umstritten“ hätte nie das negative Odium bekommen, das es inzwischen hat. Das Wort wird ausschließlich so verwendet, als sei der Streit um etwas bereits das Ärgernis an sich.

Werden die Bürger fiskalisch ausgepresst wie die Zitronen, heißt es im Medien-Mainstream unisono, der Staat habe abermals seine Gesamtsteuereinahmen steigern können, der Staatssäckel sei gut gefüllt und der Bundesfinanzminister ein fähiger Mann. Das ist Gleichschaltung.

Wer ein- und denselben Sachverhalt anders darstellt, etwa, indem er vermehrte Staatseinnahmen, über die es den Zahlen nach keinen Dissens gibt, als intensivierte Ausplünderung des Souveräns bezeichnet, der entzieht sich der Gleichschaltung bereits und muß sorgsam überwacht werden.

Ganz besonders überwacht werden müssen aber Islamkritiker, Antifeministen, Nationalstaatliche, Sexisten, Chauvinisten, Rassisten, Klimaskeptiker, Schußwaffenbefürworter, Deutlichredner und Freigeister aller Art. Sie alle sind mindestens umstritten und somit Unruhestifter in der demokratischen Streitkultur, die es zu verteidigen gilt. Unter Streitkultur versteht man in Deutschland nämlich die Abwesenheit von Streit.

Um die demokratische Streitkultur vor ihren Feinden zu retten, braucht es also Schnüffler, Denunzianten, Informanten und Überwachung an allen Ecken und Enden. Da die Deutschen seit jeher ein Volk gewesen sind, das sich sehr um seine Streitkultur sorgt, finden sich auch heute noch genügend Selbstlose, um anonym ihre demokratischen Mitbürger zu denunzieren und so den umstrittenen Streit zu unterbinden. Das hat sozusagen Tradition. Blockwarte, Spitzel und Denunzianten gab es bei Hitler, es gab sie bei Honecker und sie haben wieder Hochkonjunktur bei Merkel. Der Unterschied: Die von Merkel halten sich für die besseren Blockwarte und Denunzianten, weil sie ihren miesen Charakter nicht unter Hitler oder Honecker ausleben.

Mit der AfD gibt es zum Beispiel keinen nennenswerten Streit. Anstatt mit der AfD zu streiten, redet man über sie. Unisono nur schlecht. Wo nicht, haben wir es mit Albrecht Müllers „Zierrat der Gleichschaltung“ zu tun. So sieht sie aus, die deutsche, die demokratische Republik.

Und dann gibt es, ebenfalls wie eh und je, die Mitläufer, die still und leise „na endlich!“ geseufzt hätten, wenn der von der AfD der neue Bürgermeister geworden wäre. Da es aber der andere geworden ist, sagen sie laut und deutlich, wieviel Glück alle noch einmal gehabt hätten. Die Gleichschaltung lebt eben auch von den Mitläufern, von denen, welchen das Hemd zu jeder Zeit näher ist als die Hose.

Nein, die Entnazifizierung, die endlosen Medienberichte, das ganze Volkspädagogen-TV über die Hitlerei haben zu nichts geführt. Die wesentlichen Lektionen sind bis heute nicht gelernt worden. Mit diesem Volk kann jede Regierung jedes Schindluder treiben, das sie will. Deutsche gehorchen der Macht, weniger ihrem Gewissen.

Daß nach Hitler und Honecker eine Merkel deutsche Kanzlerin sein kann, ist genau diesem Umstand geschuldet.

#120db, Merkel muss weg, Kandel ist überall, Montagsdemos, PEGIDA, Protest-Kaffeetrinken, AfD-Demo „Holen wir unser Land zurück“ … – gehen Sie hin. Die Auswahl wird täglich größer und für jeden ist etwas dabei. Gehen Sie raus auf die Straße und helfen sie mit, diesen unsäglichen Untertanengeist endlich zu besiegen. Eine Merkel haben Sie weder nötig noch verdient. Sie nicht. Es ist auch Ihr Land.

 

 

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