Martin Sellner: Ist England verloren?

(Bild: IB)
Martin Sellner (IB) (Bild: IB)

Der Ko-Leiter der Identitären Bewegung Österreich Martin Sellner wurde am Wochenende bei der Einreise nach UK verhaftet und am Sonntag des Landes verwiesen (jouwatch berichtete). Auf Sezession.de beschreibt er sein Erlebnis.

von Martin Sellner

In den letzten 5 Jahren, in denen ich für die Identitäre Bewegung aktiv sein durfte, bin ich weit herumgekommen. Mein Weg führte mich von Norwegen nach Zypern und von Sfax bis nach Berkeley. Ich habe dabei unvergessliche Eindrücke gesammelt. Einen weiteren erlebte ich letztes Wochenende in englischer Abschiebehaft. Wie kam ich dorthin?

Zum zweiten mal wurde mir die Einreise ins vereinigte Königreich verwehrt. Ich wurde bei der Passkontrolle aufgehalten, verhört, inhaftiert und anschließend deportiert. Beide Male wurde ich erst in einer Zelle im Flughafen und dann im „detention center“ Colnbrook verwahrt, bis ein geeigneter Rückflug nach Wien gefunden war.

Die Haft selbst war mir relativ egal. Beim zweiten Mal hatte ich mich sicherheitshalber mit Büchern eingedeckt. (Insgeheim genoß ich die Trennung von meinem sonst so unbarmherzig nach Aufmerksamkeit heischenden Smartphone sogar ein bisschen.)

Für das laufende Einspruchsverfahren gegen die Abweisungen war dieser zweite Präzedenzfall entscheidend, da ich diesmal nicht bei einer öffentlichen Veranstaltung, sondern privat sprechen sollte. Das Ziel war es, eine noch absurdere Begründung für meine Abweisung zu provozieren. Es wurde erreicht. Wieder berichtete die englische Presse und wieder kam es zu Solidarisierungen weit über die engen Unterstützerkreise der IB hinaus.

Für die englische Generation Identity waren meine Inhaftierungen eine perfekte Startvorlage, indem sie das dort sehr sensible Thema der Meinungsfreiheit ins Zentrum rückten. Für mich selbst war das letzte Wochenende eine Art „staatlich erzwungene Lesepause“. Ich war die letzten Monate kaum zum Innehalten gekommen (weswegen auch dieser Beitrag so unverschämt lange auf sich warten ließ).

Um 19:00 Uhr werde ich an der Passkontrolle aufgehalten, abgeführt und verhört. Ich kenne das Prozedere. Da meine Freundin diesmal nicht mit von der Partie ist, lenkt mich keine Sorge ab, und ich werde meines Laptops, Telefons und Gürtels entledigt, so daß ich unbeschwert in den „holding room“ des Flughafens Stansted komme.

Es ist ein kleiner, länglicher, fensterloser Raum, der einem schäbigen Wartezimmer ähnelt. Hinter der gläsernen Wand sitzen Aufpasser, die uns nicht aus den Augen lassen. Ein kleiner Gang führt zu einer noch schäbigeren Toilette.

Schmierige Bücher in verschiedensten Sprachen liegen auf einem kleinen Gestell aus. Dazu Gebetsmatten, eine nagelneue Bibel und ein stark abgegriffener Koran. Auf der Decke des Raums befindet sich ein großer Pfeil, der die Richtung nach Mekka angibt. An der Wand hängen Prospekte, die auf die „LGBTI-officers“ des Abschiebedienstleisters Tascor hinweisen. „You are entering a bully-free zone“ prangt auf einem knallbunten Plakat, auf dem eine fröhlich grinsende multiethnische Clique abgebildet ist. Die Realität ist weniger beschwingt.

Zwei junge schwarze Männer dösen auf den Sesselreihen. Ein junger nahöstlicher Mann in Trainingsklamotten liegt auf einem Sitzsack und langweilt sich. Ein Fernseher läuft auf halber Lautstärke. Es spielt „Britain’s got Talent“, eine beliebte Talentshow…

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