So verkauft die GEZ-ARD Sie für dumm: 3 von 5 Talkgästen über Syrien-Krieg gehören US-Lobbyisten-Verein an!

Foto: Screenshot/Youtube
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Es ist bei Gott nichts Neues, dass Sie jeden Tag von den GEZ-Medien für dumm verkauft werden. 

 Von Guido Grandt

Jetzt auch noch das:

Vergangenen Sonntag lud der ARD-Politik-Talk Anne Will zum großen Showdown gegen Russland und Syrien ein.

Das Thema: „Angriffe des Westens auf Syrien – wie gefährlich ist die Konfrontation mit Russland?“

Die USA, Frankreich und Großbritannien haben gemeinsam Ziele in Syrien angegriffen. Noch bevor die Chemiewaffeninspekteure ihre Arbeit aufgenommen haben, reagiert das US-geführte Bündnis damit auf den mutmaßlichen Giftgaseinsatz vergangenes Wochenende. Russland verurteilt den Militärschlag scharf und droht mit Konsequenzen. Sind die Luftangriffe auf Syrien berechtigt? Kann der Krieg in Syrien noch diplomatisch gelöst werden? Wie gefährlich ist die aktuelle Konfrontation zwischen dem Westen und Russland?

Studiogäste:

  • Norbert Röttgen (CDU, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages)
  • Alexander Graf Lambsdorff (FDP, Mitglied des Deutschen Bundestags)
  • Jan van Aken (Linke, ehemaliger UN-Waffeninspekteur)
  • Wolfgang Ischinger (Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz)
  • Golineh Atai (ARD-Korrespondentin in Moskau)

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Wer allerdings eine objektiv gemischte, ausgewogene Talkrunde erwartete, wurde natürlich wieder einmal vom GEZ-Sender enttäuscht!

Nicht nur Röttgen und Lambsdorff sind für ihr ständiges Russland-Bashing hinreichlich bekannt, sondern auch ARD-Atai.

Dieses Mal beteiligte sich aber auch der ansonsten so moderat wirkende Ischinger daran. Und selbst Linken-van Aken ließ sich nach anfänglicher Kritik an der Runde schließlich doch herumreissen, sich argumentativ selbst den Dolchstoß zu versetzen.

Von Anne Will ganz zu schweigen.

Also ausgewogen war das natürlich wieder einmal nicht. Sozusagen hetzten von 5 Gästen 4,5 (mit van Arkens Kehrtwendung) gegen Russland und Syrien. 

Der journalistische Hammer kommt aber noch:

Denn diese Gästeauswahl war von vornherein äußerst subjektiv. Und das, ohne den Zuschauer darüber aufzuklären.

Denn 3 von den 5 Gästen sind US-Lobbyisten! Sprich, sie gehören der „Atlantik-Brücke“ an.

Nie gehört, meinen Sie? Dann passen Sie mal auf:

Das Ziel der Gruppe laut Eigenbeschreibung:

 

Die 1952 gegründete Atlantik-Brücke hat das Ziel, die Zusammenarbeit zwischen Deutschland, Europa und Amerika auf allen Ebenen zu vertiefen. Die transatlantische Zusammenarbeit ist und bleibt gerade in schwierigen Zeiten ein entscheidender Faktor für die globale Ordnung und Stabilität. Jetzt, da nationalistische Strömungen weltweit an Zuspruch gewinnen, sieht sich die Atlantik-Brücke umso mehr ihrem Auftrag verpflichtet. Sie setzt sich für Multilateralismus, offene Gesellschaften und freien Handel ein. Als gemeinnütziger und überparteilicher Verein stärkt die Atlantik-Brücke den Austausch zwischen Politik und Unternehmen, aber auch zwischen jungen Führungskräften und Vertretern der Zivilgesellschaft jenseits der Parteilinien. Die Atlantik-Brücke bietet eine Plattform für unterschiedliche Perspektiven und eine lebendige Debatte.

Und weiter:

Die rund 500 Mitglieder der Atlantik-Brücke sind Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Medien von beiden Seiten des Atlantiks. Durch ihre Expertise in verschiedenen Sektoren bereichern sie die transatlantische Diskussion und fördern das gegenseitige Verständnis. Die Mitgliedschaft erfolgt auf Einladung.

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Es handelt sich also um einen Klub mit einem klaren Ziel, dem man nur auf Einladung beitreten kann.

Auf gut deutsch: Röttgen, Lambsdorff und Ischinger gehören dem selben US-Lobby-Verein an und sitzen auch noch in derem Vorstand!

Und Will & Co. sagen dem Zuschauer in der Sendung nichts darüber.

Selbst das Online-Medien-Magazin Meedia kritisiert das:

Oft wird an der Gästeauswahl der politischen Talkshows der öffentlich-rechtlichen Sender herumgemeckert. Das gehört längst zur Kritik-Folklore. Am Sonntag eröffnete Anne Will jedoch ohne Not eine ganz neue Flanke: Sie lud gleich drei Vorstandsmitglieder des deutsch-amerikanischen Netzwerkes Atlantik-Brücke ein, ohne die Mitgliedschaft der Gäste beim Thema Syrien-Konflikt transparent kenntlich zu machen.

Und weiter:

In seiner solchen Konstellation stellen sich drei Fragen:

– Wäre es nicht für die Zuschauer interessant zu wissen, wenn drei von fünf Talk-Teilnehmer bei einem solchen Thema gemeinsam einer solchen Organisation angehören?
– Leistet es nicht gerade Verschwörungstheorien und Ressentiments gegenüber den in solchen Fällen gerne als Systemmedien beschimpfen Öffentlich-Rechtlichen vorschub, wenn man solche Zusammenhänge nicht transparent erwähnt?
– Gibt es Senderregeln, wie man mit den Zugehörigkeiten von Talkgästen in solchen Organisationen umgeht?

Meedia hat nachgelegt und genau das gemacht, was Journalisten tun sollten: Nachfragen!

Diese Fragen stellte MEEDIA dem Norddeutschen Rundfunk, unter dessen Regie “Anne Will” produziert wird. Die Antwort des Senders:

In den Vorstellungstexten auf der Internetseite von Anne Will war schon im Vorfeld der Sendung in den jeweiligen Kurzbiografien der Gäste nachzulesen, dass Wolfgang Ischinger, Norbert Röttgen und Alexander Graf Lambsdorff Vorstands-Mitglieder der „Atlantik-Brücke e.V.“ sind – genauso wie z. B. die Information, dass Graf Lambsdorff auch Mitglied im deutsch-russischen Dialogforum „Petersburger Dialog e.V.“ ist oder Jan van Aken Gründer und Leiter einer NGO zur Ächtung biologischer Waffen.

Tatäsächlich weist die Anne-Will-Redaktion auf ihrer Homepage darauf hin (siehe letzter Satz in den jeweiligen Vitas):

Doch ich frage Sie: Welcher Zuschauer liest diese Homepage vorher?

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Selbst wenn: Warum werden überhaupt drei Atlantik-Brücken-Lobbyisten zu einem solchen Thema eingeladen? Das ist ungefähr so, als würde eine Pharma-kritische Sendung von Pharma-Lobbyisten bevölkert werden!

Unfassbar ist dieses journalistische „Dummverkaufen“ der Zuschauer.

Und auch Meedia fügt kritisch hinzu:

Bei einer TV-Debatte, in der es um das militärische Verhalten und Vorgehen der USA und die angemessene Reaktion von Deutschland darauf geht, wäre die Mitgliedschaft der drei als Experten geladenen Talkgäste aber eine Information gewesen, die die “Anne Will”-Redaktion allen Fernseh-Zuschauern zur eigenen Bewertung des Gesagten wohl besser an Hand gegeben hätte.

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Ich sage Ihnen: Vertrauen Sie den GEZ-Sendern nicht mehr!

Sie sehen ja, wie Sie von denen jeden Tag aufs Neue für blöd gehalten werden!

 

 

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