Mit der CSU kommt die Islamisierung auch – nur eben langsamer

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Der Islam ist nicht säkularisatiosfähig (Foto: Collage)

Auf den ersten Blick nicht viel. May ist eine britische Frau, schlank, uralt und rhetorisch einschläfernd und Seehofer ist das, was man als bairischen Bettvorleger bezeichnen könnte. Einer, der hin und wieder miaut und dann mit der Pfote auf den Biertisch seiner Stammkneipe haut. Dass trotzdem Hunderttausende Schlafschafe aus der Alm und in den Alpen ihre Hoffnungen auf die CSU setzen, lässt einen wirklich am Glauben an die Menschheit bzw. an die Intelligenz des durchschnittlichen Wählers zweifeln. Trachten, Bier und Schützenfest – die CSU war immer dabei und regierte eigentlich seit Kriegsende wie die Staatspartei Bayerns. Da kann ein Alfons Brandl schon aus Gewohnheit keine andere Bewegung vollziehen, als seine Hand zum Stift zu führen und sein Kreuz neben oder unter die CSU zu setzen. Das nehmen die Bajuwaren scheinbar mit der Muttermilch auf, wenn man die Kommentare auf der CSU-Seite auf Facebook so verfolgt.

Von Young German

Wie oft muss denn der CSU-Löwe noch den Bayern verarschen? Scheinbar sind im Süden nicht nur die Ziegen stur. Die CSU verkauft sich genau wie die britischen Konservativen als Partei der vernünftigen Bürger rechts in der Mitte des Landes. Familie, Heimat, Ehe für Heteros und ein wenig Stunk gegen den Islam, wenn es in die Strategie passt. Das Gezetere von Seehofer gegen den Islam, für das er von seiner Basis mit viel Lob überschüttet wurde, wird er in einigen Jahren wieder vergessen haben. Oder ein anderer der völlig austauschbaren Stammtischpatrioten, die gerade die Führung der Partei inne haben.

Zurück zur Frage von oben: May und Seehofer haben gemeinsam, dass sie machtopportun sind. Die Aussage von Seehofer zum Islam ist wertlos. Denn genau wie mit May und ihrer angeblich konservativen Partei im Vereinigten Königreich, wird es mit ihm keine Kehrtwende geben. Viel heiße Luft kam von ihm seit der Grenzöffnung, passiert ist nichts.  Stattdessen verfolgt die CSU genau wie ihre ideologische Schwesterpartei in London den Kurs der sogenannten Kooptierung. Man holt den Islam ins Boot, gewinnt dadurch hoffentlich mehr Kontrolle über ihn und institutionalisiert ihn. May und ihre Partei haben genau wie die Labour-Party verstanden, wie man die verschiedenen Ethnien und Religionen im Land gegeneinander ausspielt und in den Lagern einer multikulturellen Gesellschaft auf Stimmenfang geht. Denn auch die Muslime werden, wenn die Konservativen in England ihnen Zugeständnisse machen, beispielsweise beim Bau von Moscheen und Abgabe von Geldern an ihre Vereine, die (pseudo)Konservativen wählen. Auch im Punkt der Homoehe sicherte man sich im Nachbarland die Unterstützung der frommen Muslime zu, die man auch dort hofiert. Genau wie in Deutschland werden selbstverständlich die größeren Gemeinden unterstützt, darunter eben vor allem Ditip und andere sunnitische Frontorganisation, die einen traditionellen und dadurch fundamentalen Islam predigen.

Die wenigen Liberalen unter den Muslimen, sagen wir mal die vernünftigen Leute, haben keine echte Lobby, mit der sie sich an die Parteien ranschmeißen könnten und sie sind auch nicht sonderlich gut politisch mobilisiert. Hinzu kommt, dass sie demographisch so marginal sind, dass man sie vernachlässigen kann. Denn wie May und ihre Torys gehen die CSUler auf Stimmenfang im Lager der Muslime, weil man dort mit den CSU-Positionen zu Familie, Homo-Ehe und Religion durchaus Stimmen gewinnen kann. Und so wird es kommen, dass man beim Kampf «ums Kreuz» im Klassenzimmer auch die Muslime mit ins Boot holt, weil denen ja auch die Religion ein wichtiger wert ist.  Kreuz und Kopftuch sind okay – Hauptsache ist, dass Gott in der Schule bleiben kann. Nichts anderes passiert ja in Frankreich und England bei den Konservativen dort, die ihre religiösen, traditionell christlichen Schulen durch die massive Aufnahme von Muslimen in den Schulbetrieb erhalten können, ja von vom «Revival of Religion», also der Wiedergeburt der Religion, profitieren. Eine Zunahme der Muslime ist daher für die CSU nicht unbedingt schlecht, bestärkt sie doch ihre Position nach mehr Religion im öffentlichen Leben. Neben mehr Christus, wird dann auch bald mehr Allah zum Programm gehören, weil man ja schließlich eh an den selben Gott des alten Testaments glaube. Zumindest schallen derlei Rechtfertigungen ständig herüber und im Ausland lässt sich sehen, wohin die Reise mit den Altparteien aller Coleur geht.

May hatte genau wie Seehofer viel versprochen, über illegale Migration getobt und gegen den politischen Islam Front gemacht (auf britische Art natürlich nur dezent). Eingehalten hat sie nichts von ihren Versprechen, sondern betreibt sogar mit einer gewissen Häme und viel Elan die Verfolgung politischer Dissidenten in der eigenen Partei und außerhalb dieser, wenn jene zu weit «RECHTS» stehen sollten und eine fundamentale Kursänderung wünschen.

Ich erinnere mich in diesem Kontext an das Buch von «Unterwerfung» Michel Houellebecq, wo alle Parteien Frankreichs (außer der Front National, der war ja in der Opposition) im fiktiven Szenario so um 2023 herum die Einführung islamischer Scharia mit der Hilfe der Islam-Partei damit begründet haben, weil dadurch auch die katholischen Schulen und Universitäten gestärkt werden. Denn dem Islam sei die Religion wichtig, Gott noch ein Wert und dann sei auch endlich Ruhe im Land, wenn man dem Islam endlich eine Art Anteilhabe am Staat gibt. Wenn man den Bock zum Gärtner macht, sei endlich Frieden, so die Parteien im Buch, die versuchen die Islamisierung des Landes zu beschönigen.

Und das wird genau die Strategie sein, welche die CSU verfolgt.

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