Großbritannien: Flüchtlingsfamilie füttert ihr Baby nicht – Krankenhaus muss zahlen

screenshot Metro.uk
Krankenhaus in Essex- Hebammen erklären nicht, dass man ein Baby füttern muss (screenshot Metro.uk)

Eine Flüchtlingsfamilie aus Sri Lanka kann sich auf eine Millionenzahlung des britischen Gesundheitssystems einstellen, entschied jetzt ein Richter. Ihr Sohn leidet unter schweren Gehirnschäden, weil sie ihn nach seiner Geburt nicht gefüttert hatten. Schuld daran sind nach Meinung des Richters die Hebammen, die den Eltern nicht richtig erklärt hätten, dass sie ihr Baby füttern müssen.

2009 brachte die 21-jährige Tamilin Sinthiya den kleine Nilujan im King George Hospital in Essex gesund zur Welt.  Doch die Hebammen hätten auf Grund der Sprachbarriere versäumt, den tamilischen Eltern die Bedeutung des Fütterns zu vermitteln. Die Eltern ließen das Kind mehr als 15 Stunden ohne Nahrung, worauf er eine Zerebralparese erlitt und in seiner körperlichen und kognitiven Funktion stark beeinträchtigt ist. 

Am vergangenen Freitag fällte Richter McKenna in London das Urteil, dass die NHS Foundation Trust (BHRUT) haftbar sei. Das britische Gesundheitssystem National Health Service (NHS) wird über Steuergelder finanziert.

„Niemand hatte der Mutter je eine klare und verständliche Erklärung über die Bedeutung der Fütterung gegeben – noch weniger, wie sie reagieren sollte, wenn sie Probleme damit hat „, so der Richter. Aufgrund der Sprachbarriere sei sie nicht in der Lage gewesen, ihre Bedenken dem Krankenhauspersonal gegenüber zu äußern was am Ende zu dem Hunger und den daraus resultierenden Hirnschäden geführt habe, berichtet metro.uk.

„Wenn das Baby – das ständig geschrien hatte – untersucht worden wäre, bevor die Mutter das Krankenhaus verließ, hätte man die beiden über Nacht da behalten können und gemerkt, was nicht stimmt.“

Wann und wie hoch die Zahlung ist, die die Familie erhält, steht noch nicht fest. Das Krankenhaus hat sich mittlerweile entschuldigt. „Wir möchten Nilujan und der Rajatheepan-Familie noch einmal sagen, dass es uns leid tut und ihnen unser aufrichtiges Mitgefühl aussprechen“, erklärte die Leiterin der Geburtshilfe bei BHRUT Wendy Matthews. (MS)

 

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