Kirchenbann – Wenn Christen nicht mehr auf den Kirchturm dürfen

(Bild: Screenshot Stadt Juterbog/Kirchturm: A.Savin; CC BY-SA 3.0)
Weil Pfarrerin Mechthild Falk Wind ins Flüchtlingshelfergesicht wehte: Die Aussichtstürme der Jüterboger Nikolaikirche bleiben geschlossen! (Bild: Screenshot Stadt Juterbog/Kirchturm: A.Savin; CC BY-SA 3.0)

Es geht um Asylantenkriminalität in Jüterbog, einer Kleinstadt im Brandenburger Landkreis Teltow-Fläming. Dort eskaliert zurzeit der heilige Streit der Pfarrerin Mechthild Falk, Sprecherin der örtlichen Flüchtlingshilfe. Es geht um Straftaten von Asylbewerbern, die es angeblich nie gab. Jetzt sperrte die störrische Hirtin aus Daffke die Aussichtstürme ihrer Nikolaikirche. Christen schließen Christen aus. Stummer Protest einer Pfarrerin gegen angeblich falsche Anschuldigungen gegenüber Asylbewerbern.

Von Schlaglicht

Dabei ging es auch um den Vorwurf der Vertuschung von Straftaten. Die Fälle reichen von sexuellen Übergriffen und anderen Straftaten gegenüber Minderjährigen sowie Fahren ohne Führerschein. In einem Fall von Geschlechtsverkehr mit einer Minderjährigen hatte die Flüchtlingshilfe trotz Kenntnis keine Anzeige erstattet.

Im staatlichen Rundfunk Berlin Brandenburg (RBB) guckt sich das ganz anders. Vor allem einseitig. Man sieht einen ehemaligen Flüchtlingsratssprecher, zufällig CDU-Ortsvorsitzender, Raban von Studnitz, der von der Besetzung der Kirchtürme durch AfD-Wähler berichte. Dann gibt es die Pfarrerin, die sich an gar keine Straftaten erinnern kann. Amnesie. Der örtliche parteilose Bürgermeister schäumt und muss sich Rassismus vorhalten lassen, wird aber nicht gezeigt. Obwohl Christen keine Rasse sind, sondern Anhänger einer Religion. Aber egal. Kein Polizist wird befragt. Offensichtlich ist Juterbog der einzige Ort weltweit, in dem Menschen ganz ohne Kriminalität auskommen. Wie schön. Wären da nicht diese – wie heißen sie doch gleich – Anwohner, Protestanten der mittlerweile zweitgrößten Brandenburger Partei, die sich mit dieser Art der Wahrheits(er-)findung nicht ganz zufrieden geben. Thomas Jung, Sprecher der AfD-Fraktion im Brandenburger Landtag und Fraktionsvize, meint: „Nichts gegen eine streitbare Kirche. Doch wenn man die Öffentlichkeit aussperrt, sollte man wissen, dass es genau diese Öffentlichkeit ist, die die Gehälter der Kirchenbediensteten zahlt.“ So trifft er Kirchenbann nun vor allem die, die die Kirche finanzieren.

Das Wort ‚Republik‘ in ‚Bundesrepublik‘ kommt vom lateinischen ‚res publica‘ und bedeutet wörtlich übersetzt ‚öffentliche Sache. Also sollte über Fakten gesprochen werden, besonders wenn es unliebsame Fakten wie etwa die Verschleierung von Straftaten angeht. Die für den Landkreis Teltow-Fläming zuständige AfD-Landtagsabgeordnete Birgit Bessin, ergänzt: „Die Aussagen der Pfarrerin und Sprecherin der Flüchtlingshilfe, Mechthild Falk sind unfassbar. Welchem Kirchengänger will Frau Falk denn als Pfarrerin noch glaubwürdig Werte wie Wahrhaftigkeit und Hilfsbereitschaft vermitteln, wenn sie selbst zugibt, dass in ihrer Flüchtlingshilfe Gesetzesbrüche unter den Teppich gekehrt werden?“

Über eines besteht Klarheit: Ein Kirchenbann gehört ins Mittelalter. Die Leugner von Wahrheiten, die immer noch daran festhalten, dass  Zuwanderer keine Straftaten begehen, machen mit Hilfe von Weltflucht und Aussperrung ihre Argumente nicht besser. So schafft es Frau Pfarrer auf ihre Art, die Kirchen wieder zu füllen: Mit Muslimen.

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