Echo-Preisverleihung: Akif Pirincci vs. Farid Bang & Kollegah

https://www.youtube.com/watch?v=LR4pgrk5WV8
Farid Bang & Kollegah (Foto: Screenshot Youtube)

Viel Trubel gibt es allerweil um die Verleihung des Echo-Preises der Deutschen Phono-Akademie an die beiden Rapper Farid Bang und Kollegah. Genauer: Es gibt wieder eine Antisemitismusdebatte. In ihrem Song „0815“ heißt es in einer Textzeile: „Mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen„. Das war zu viel der Provoktion durch die beiden rappenden Großphilosophen.

von Max Erdinger

Der alternde Merkel-Fan Campino von den „Toten Hosen“, selbst Preisträger in der Kategorie „Rock national“, äußerte sich in seiner Dankesrede zur Preisverleihung an die beiden Provokateure sehr kritisch und fand dafür viel Zuspruch im Publikum und bei anderen Künstlern. Es gebe Grenzen der Provokation. Das war aus mehreren Gründen nicht richtig durchdacht.

Erstens gibt es keine Grenzen der Provokation. Gerade das Sprengen dessen, was Andere als „Grenze der Provokation“ bezeichnen, ist die ultimativ gelungene Provokation. Zweitens sind zuvor schon sehr viel niedrigere „Grenzmauern der Provokation“ gesprengt worden, ohne daß es dafür eine Preisverleihung gegeben hätte. Es geht um Akif Pirincci.

Anläßlich einer Rede bei PEGIDA hatte der Bestsellerautor unterstellt, unter den Mitgliedern des herrschenden Merkel-Regimes gebe es ein unausgesprochenes Bedauern darüber, daß sie ihre Kritiker nicht in Konzentrationslagern wegsperren könnten. Medial daraus gemacht wurde: „Akif Pirincci wünscht sich Konzentrationslager zurück.“

Fortan befand sich Pirincci in der Defensive und hatte gegen diese Verleumdung zu kämpfen. Der Medien-Mainstream schrieb ihn in Grund und Boden. Pirincci, Autor des Bestsellers „Deutschland von Sinnen“, gilt spätestens seit jener PEGIDA-Rede als verbrannt. Der gesamte Buchhandel boykottiert seine Werke, darunter auch seine Felidae-Katzenkrimis, für die der türkischstämmige Autor im Feuilleton viel Zuspruch gefunden hatte, bevor er sich politisch outete. Es geht auch heute noch ganz klar darum, Akif Pirincci die wirtschaftliche Existenzgrundlage zu entziehen. Das Ganze passiert, obwohl inzwischen niemand mehr bestreitet, daß er verleumdet worden ist.

Es zeigen sich hier wieder einmal die moralischen Doppelstandards, vermittels welcher Deutschland sukzessive in ein amoralisches Irrenhaus verwandelt wird. Preisverleihung für die Einen, gesellschaftliche Ächtung für den Anderen. Wo aber moralische Doppelstandards die Regel geworden sind, gibt es bald überhaupt keine Moral mehr, außer eben einer von Fall zu Fall behaupteten, die dann aber lediglich noch zur eitlen Selbstbespiegelung dient, als Eintrittskarte in den Club der narzisstischen Edelschwätzer.

Im gegenständlichen Fall läßt sich schön studieren, woran sich die herrschenden Doppelstandards festmachen. Akif Pirincci steht an herausragender Stelle fest an der Seite der Deutschen. Er liebt „sein“ Deutschland, in dem er aufwuchs, seit er neun Jahre alt gewesen ist. Akif Pirincci verflucht die Veränderungen, die seiner Heimat durch das Merkel-Regime aufgezwungen – und von regimetreuen Medien schöngeredet werden.

Farid Bang & Kollegah hingegen stehen sozusagen für die propagierte Einwanderungsgesellschaft, die nicht nur Pirincci wütend werden läßt. Das ist die ganze Geschichte hinter der Tatsache, daß die beiden Rapper trotz heftiger Kontroversen um die oben genannte Textzeile einen Preis verliehen bekommen, während man Pirincci eine Vorladung zum Gespräch mit dem Staatsanwalt verleiht.

Es ist nun nicht so, daß es in Deutschland nichts gäbe, worüber sich ein Rapper lustig machen könnte. Im  Video hier lacht sich Farid Bang völlig zu recht scheckig über „diese Leute“ in Deutschland.

Die inkriminierte Textzeile aus dem Song „0815“ beweist aber keinesfalls einen Antisemitismus der beiden Rapper, sondern allenfalls, daß sie genau wissen, welche Knöpfe man in Deutschland drücken muß, um im Gespräch zu bleiben und Kohle zu machen, wer es sich erlauben kann, diese Knöpfe zu drücken und wer nicht – und wer sein künstlerisches Wirken derartig überschätzt, daß ihm kein geschichtlicher Zusammenhang bedeutungsvoll  genug erscheint, um die eigene, eingebildete Genialität zu unterstreichen. Die beiden Herren Preisträger haben einfach ein – um das positiv auszudrücken – „gesundes Selbstbewußtsein“.

Das hat Akif Pirincci zwar auch, aber im Gegensatz zu Farid Bang & Kollegah soll ihm das auf Teufel komm´raus abgewöhnt werden. Ginge hierzulande noch alles mit rechten Dingen zu, müsste Akif Pirincci einer der nächsten Preisträger des Deutschen Buchhandels werden.

Das ist mein Vorschlag an das bigotte Kultur-Establishment. Er dient der Wiederherstellung von Glaubwürdigkeit in der scheinheiligen Gutmenschen-Empörungswelt. Wo Farid Bang & Kollegah einen Preis verliehen bekommen, hat sich Akif Pirincci schon längst einen verdient. Höchste Zeit, daß er endlich geehrt wird.

 

Wandere aus, solange es noch geht!
Finca Bayano in Panama.

.