Krieg gegen Syrien tritt in die heiße Phase

Symbolfoto: Durch ART production/Shutterstock
Symbolfoto: Durch ART production/Shutterstock

USA, Großbritannien und Frankreich greifen Ziele in Syrien an

 Von Thomas Schlawig

 Trotz aller Hoffnung auf Vernunft hat die unselige Allianz USA, Frankreich und England einen völkerrechtswidrigen Angriff gegen Syrien gestartet. Syrien kritisierte den Angriff als Verstoß gegen internationales Recht.

Einmal mehr bestätigen die USA und die Achse zur Unterstützung des Terrors, dass sie gegen internationales Recht verstoßen, über das sie bei den Vereinten Nationen prahlerisch reden, meldete die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana.

Nach dem Beginn des Angriffs waren in der Hauptstadt Damaskus schwere Explosionen zu hören gewesen. Das berichteten Anwohner am frühen Morgen. Ein RT-Korrespondent meldete, angegriffen worden sei unter anderem eine Forschungseinrichtung nordöstlich von Damaskus. Dort sollen in der Vergangenheit Chemiewaffen entwickelt worden sein.

Der Militäreinsatz richtete sich nach Angaben von US-Verteidigungsminister James Mattis gegen insgesamt drei Ziele. Er sei ein Schlag gegen die Infrastruktur der chemischen Waffenproduktion des Landes gewesen. Der Einsatz von Chemiewaffen könne unter keinen Umständen geduldet werden.

Das bestätigte auch der Generalstabschef des US-Militärs, Joseph Dunford, im Pentagon. Als weiteres Ziel sei eine Lagerstätte nahe Homs angegriffen worden, erklärte er. Dort sei angeblich Sarin gelagert worden.

Einem Menschen mit gesundem Menschenverstand stellt sich hier sofort die Frage, wo ist die Giftgaswolke, die entstanden sein muß, wenn eine Lagerstätte von Giftgas (Sarin) mit Raketen angegriffen und vermutlich auch vernichtet wurde? Für mich steht deshalb fest, keine Giftgaswolke – keine Giftgaslagerstätte = Lüge

US-Verteidigungsminister Mattis erklärte, man habe ein vitales nationales Interesse daran, einer Verschlechterung der humanitären Lage in der Region entgegenzutreten. Es sei höchste Zeit, den Bürgerkrieg in Syrien zu beenden.

Es ist zynisch, davon zu reden, man wolle der Verschlechterung der humanitären Lage in der Region entgegentreten. Es ist eine Situation, die man selbst geschaffen hat. Auch ist es lächerlich von einem Bürgerkrieg zu reden, wenn fremde Kräfte (USA, Frankreich, England) dort Krieg führen. In einem souveränen Land mit einem vom Volk gewählten Präsidenten. Aber der Westen beweist nicht nur dort, daß er mit dem Willen des Volkes seine Probleme hat und diesen nicht anerkennt. Siehe Krim, siehe Ungarn.

Ebenso zynisch ist die Rede von May, die von einem „alternativlosem Angriff“ sprach. Die militärische Antwort sei ein „begrenzter und gezielter Schlag“. Er werde ein deutliches Signal an jeden senden, der glaube, er könne chemische Waffen straflos nutzen. Es gehe nicht darum, in einen Bürgerkrieg einzugreifen. Es gehe auch nicht um einen Regimewechsel.

Es geht sehr wohl um einen Regimewechsel. Das wurde seit Beginn des Krieges vom Westen immer wieder erklärt.

Noch vergangenen Jahr haben die  Außenminister der G7-Staaten sich geschlossen für eine Ablösung von Syriens Präsident Baschar al-Assad ausgesprochen. Eine politische Lösung mit einem Verbleib von Assad an der Macht werde es nicht geben.

Der Westen sollte endlich aufhören, sich in einen Krieg hineinzulügen mit „Informationen“ durch eine Organisation, die er selbst geschaffen und finanziert hat. Im Jahr 2012 berichtete die Süddeutsche Zeitung !!! über die  Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ und sprach von „Ominösen Protokollanten des Todes“.

Es ist übrigens nicht das erste Mal, daß die USA versuchen, den syrischen Präsidenten zu beseitigen. Bereits im Jahr 1949 wurde mit einem von der CIA organisierten Militärputsch gegen den gewählten Präsidenten Schukri al-Kuwatli begonnen. Dieser, ein arabischer Nationalist, hatte sich dem von den USA gewünschten Bau einer Pipeline widersetzt.

Das war im Jahr 1949. Was führte nun zum „Bürgerkrieg“ des Jahres 2011 bis heute? Schauen wir in eine Nachricht der Wirtschaftswoche:

[…] Für Katar war der Erdgasfund eine unerwartete Chance, seine gigantischen Erdgasvorräte zu kommerzialisieren. Katar verfügt über die weltweit drittgrößten Erdgasreserven. Mangels Pipeline muss das Erdgas in Katar aber erst verflüssigt und dann mit Spezialschiffen über das Meer transportiert werden, was mit hohen Kosten verbunden ist. Zusammen mit der Türkei unterbreitete Katar deshalb Damaskus einen Plan für den gemeinsamen Bau einer Erdgaspipeline in die Türkei.

Syriens Staatspräsident Baschar al-Assad, ein enger Verbündeter Russlands, lehnte den Vorschlag erwartungsgemäß ab um die Interessen des Kremls zu schützen. Nach Informationen der „Financial Times“ soll Katar allein in den zwei Jahren bis Mitte 2013 die Rebellen in Syrien mit rund drei Milliarden Dollar unterstützt haben. Die Verhandlungen Assads über den Bau einer Pipeline, die das gigantische South-Pars-Erdgasfeld im Iran über den Irak nach Syrien und weiter über den Libanon mit Europa verbinden sollte, besiegelten dann das Schicksal des Assad-Regimes.

„Wer sich mit Syrien befasst, muss sich auch mit der CIA beschäftigen. Regime change ist das moderne Gesicht des klassischen Staatsstreiches. Auf dem Gebiet macht den USA niemand etwas vor.“

Wie sehr sich die „Vorfälle“ des Jahres 1949 und 2011 doch gleichen. Zufall? Wohl kaum. Eher der Versuch, einen Regime Change herbeizuführen um einen, dem Westen freundlich gesinnten Präsidenten ins Amt zu verhelfen bzw. einzusetzen. Auch wenn Frau May dem widerspricht. Es ist zu offensichtlich. Die Erklärung des Westens sich für Menschenrechte und Demokratie einzusetzen, ist inzwischen derart abgenutzt, daß kein Mensch mehr daran glauben mag. Dazu sind für dieses „ehrenwerte“ Ziel zu viele Kriege geführt und zu viele unschuldige ermordet worden, inklusive zweier Weltkriege.

„Es gehört zum Wesen des Krieges, daß seine wesentlichen Gründe und Ziele nicht dem entsprechen, was als casus belli proklamiert wird“ George Bernard Shaw

 

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