Ron Paul: Assad hat keinen Grund für Giftgasangriff, US-Interventionsbefürworter schon

Foto: Durch tsuneomp/Shutterstock
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Die US-amerikanischen Mainstream-Medien scheinen keine Fakten zu benötigen, um die Behauptungen des Weißen Hauses zu untermauern. Fast immer, wenn ein Verbrechen in diesem Land begangen wird, sagen die Medien – wenn sie sich nicht sicher sind – vorsichtig: ‚Angeblich…‘ – aber im Kontext Syriens tun sie das nie. Sie haben de  facto überhaupt keine verifizierbaren Informationen.

 von Thomas Schlawig

Dr. Ron Paul war langjähriger republikanischer Kongressabgeordneter und ehemaliger US-Präsidentschaftskandidat in den Jahren 2008 und 2012.

Die Behauptung der Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Huckabee Sanders, dass Washington „zuversichtlich“ sei, dass der syrische Präsident Baschar al-Assad für den angeblichen chemischen Angriff auf den Vorort Duma in Damaskus verantwortlich sei, halte einer Prüfung nicht stand, erläutert Ron Paul.

„Ich weiß nicht, wovon sie überzeugt sind. Sie sind zuversichtlich, dass sie mit ihren Lügen durchkommen und die Leute es glauben werden“, so Paul weiter und betonte:

Die US-amerikanischen Mainstream-Medien scheinen keine Fakten zu benötigen, um die Behauptungen des Weißen Hauses zu untermauern. Fast immer, wenn ein Verbrechen in diesem Land begangen wird, sagen die Medien – wenn sie sich nicht sicher sind – vorsichtig: ‚Angeblich…‘ – aber im Kontext Syriens tun sie das nie. Sie haben de  facto überhaupt keine verifizierbaren Informationen.

[…] Ich sehe keinen Grund, warum Assad das tun würde, es gibt keinen Grund für Russland, das zu tun. Im Gegensatz zu Russland und Syrien haben jedoch die Kräfte, die die USA in Syrien halten wollen, ein klares Motiv.

[…] Ich denke, die Politiker hier wollten nicht, dass wir gehen, und jemand tut es für sie. Diese ganze Idee, dass Assad plötzlich seine eigenen Leute vergast, ist totaler Unsinn.

[…] Und dann gibt es die Neokonservativen in diesem Land, die ihre Agenda haben – ewiger Krieg um ewiger Profite willen – und den Komplex der Militärindustrie. Und sie alle kommen zusammen und dann muss man nur noch Erdöl mit ins Spiel bringen…

[…] Plötzlich regieren Neocons die Show. Das ist es, was wirklich zählt. Und jetzt haben wir mit John Bolton einen Außenminister, der wie kaum ein anderer damals den Angriffskrieg gegen den Irak predigte.

Ich denke, Ron Paul ist auf jeden Fall glaubwürdiger als diejenigen, die den Krieg befürworten. Es geht nicht um den „bösen Assad“, es geht einfach darum, in Syrien einen Regime-Change herbeizuführen um einen, dem Westen freundlich gesinnten Präsidenten dort zu installieren. Es geht weder um Demokratie, noch um Menschenrechte, es geht einzig und allein um die Vormachstellung in dieser Region und um´s Öl. Darum geht’s dort seit über 100 Jahren.

Eine auch nicht von der Hand zu weisende Sichtweise hat der serbische Kolumnist der Zeitung „Politika“, Miroslaw Lazanski. Er ist der Meinung, daß Donald Trump jetzt keine Wahl mehr hat: Er werde Syrien angreifen müssen, da jeder Versuch, das „Raketenszenario“ zu vermeiden, als Schwäche empfunden und seine Positionen in Washington unterminieren werde. „Trump ist eine Geisel der Kampagne, die gegen ihn geführt wird. Er muss ständig beweisen, dass er ein größerer Amerikaner als alle anderen ist, und darin besteht sein Hauptproblem“.

Lazanski ist der Ansicht, daß Russland im Falle des angedrohten US-Angriffs auf Syrien zuerst Mittel der elektronischen Kampfführung gegen die Raketen anwenden und danach diese abschießen werde.

„Dabei wird Washington, wie ich meine, drei-vier Stunden vor dem Raketenschlag Moskau über die Angriffsziele ausführlich informieren, damit Russland es noch schafft, seine Bürger zu evakuieren, und das wiederum heißt, dass Syrien das gleiche auch noch gelingen wird“, so der Experte.

Lazanski ist weiterhin der Meinung, daß eine Lösung des Problems wie im Fall der Kuba-Krise 1962 nicht möglich ist. Damals hatte ein direkter Kommunikationskanal zwischen dem Bruder des damaligen US-Präsidenten, dem Justizminister Robert Kennedy, und dem sowjetischen Botschafter existiert. Das sei heute nicht der Fall, obwohl in Moskau und Washington erklärt wird, dass die russischen und amerikanischen Streitkräfte einen direkten Kommunikationskanal aufrechterhalten haben.

„Außerdem gibt es neben Trump keinen Politiker, der die Rolle einer ‚Friedenstaube‘ übernehmen könnte, wie es Robert Kennedy war. Es ist anzumerken, dass die Gebrüder Kennedy eine viel größere Autorität genossen haben als die Generäle im Pentagon. Trump hat keine derartigen Einflussmöglichkeiten und ist nur von ‚Falken‘ umzingelt.“

Ich sehe es leider ebenso und hoffe, daß Trump die Krise mit Putin meistern kann, denn anders wird es nicht gehen. Ich hoffe, er wird sich gegen seine Widersacher durchsetzen können. Wenn die Situation allerdings so ist wie oben beschrieben, dann dürfte, wie bei Kennedy, sein Leben auf dem Spiel stehen. Dann haben die echten Kriegstreiber im militärisch-industriellen Komplex freie Hand und können nach Belieben schalten und walten. Das wäre die größte Gefahr.

Lazanski ist sich sicher: Die Angst, dass die Situation außer Kontrolle geraten könne, sei absolut berechtigt. „Aber ich hoffe, dass dies nicht passiert, weil keiner einen Atomkrieg riskieren wird. Es gibt keine Verrückten“.

In dieser Frage bin ich mir nicht so sicher, behalten sich doch die USA seit Jahrzehnten den nuklearen Erstschlag vor. Scheinbar scheint man zu spekulieren in diesem Fall nicht selbst betroffen zu sein, wie in allen Kriegen, die die USA geführt haben, die aber nie ihr eigenes Territorium bedroht haben.

Zudem gibt es genügend Verrückte in anderen Regierungen und Ländern mit Atomwaffen. Genannt seien hier nur England und Frankreich. Sowohl May als auch Macron lügen sich in einen Krieg und drohen obwohl sie keinerlei Beweise vorlegen können. Aber wozu Beweise, die stehen nur im Weg.

Aber es gibt auch genügend verrückte Kriegstreiber in Deutschland. Genannt seien hier der Koordinator der Bundesregierung für die transatlantische Zusammenarbeit, Peter Beyer, „Außenminister“ Maas und der FDP-Außenpolitiker Alexander Graf Lambsdorff.

Beyer: „Ich halte es für richtig, dass man mit einem Militärschlag auf den Chemiewaffeneinsatz reagiert“.

Lambsdorff: „Der FDP-Außenpolitiker Alexander Graf Lambsdorff findet es ‚bedauerlich‘, dass Deutschland sich nicht an einem möglichen Angriff in Syrien beteiligt“.

Maas: Außenminister Heiko Maas hat erstmals eine deutsche Beteiligung an einem möglichen Militärschlag nicht ausgeschlossen“.

Ich möchte diese drei Herren an den Artikel 26, Abs. 1 des Grundgesetzes erinnern:

„Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen“.

Ebenso gilt im § 13 des Völkerstrafgesetzbuches (VStGB:

„(1) Wer einen Angriffskrieg führt oder eine sonstige Angriffshandlung begeht, die ihrer Art, ihrer Schwere und ihrem Umfang nach eine offenkundige Verletzung der Charta der Vereinten Nationen darstellt, wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft. (2) Wer einen Angriffskrieg oder eine sonstige Angriffshandlung im Sinne des Absatzes 1 plant, vorbereitet oder einleitet, wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe oder mit Freiheitstrafe nicht unter zehn Jahren bestraft. […]“

Es sei auch nochmals darauf verwiesen, daß die einzige fremde Macht die sich in legal in Syrien befindet, Rußland ist. Alle anderen, egal ob England, Frankreich oder die USA befinden sich illegal dort. Das betrifft ebenfalls die Tornados der Bundesluftwaffe, welche zwar „nur“ Aufklärungsaufgaben haben, aber letztlich den Luftwaffen von England Frankreich und den USA die Ziele mitteilen und sich somit ebenfalls am Massenmord beteiligen. Der Deutsche Bundestag stimmte dem Einsatz zuletzt am 22. März 2018 zu.

Kurios ist dabei allerdings folgendes: Sie überwachen Flugbewegungen über Syrien, operieren dazu jedoch ausschließlich im NATO- oder internationalem Luftraum.

Bei diesen Einsätzen sind auch AWACS-Flugzeuge der NATO unterwegs. Mir stellt sich jetzt die Frage, wieso haben diese AWACS-Flugzeuge nicht gesehen, wie die berüchtigten Giftgas-Faßbomben von Assads Hubschraubern abgeworfen wurden?  Nach Angaben der Weißhelme hatte ein Hubschrauber am Samstagabend Fassbomben mit Chemikalien über der Stadt Duma abgeworfen.

Putin wußte übrigens vom Abwurf der Bombe aus einem Hubschrauber. Schreibt zumindest die BILD und somit muß es einfach stimmen.

Die Boeing  E-3A kann tieffliegende Flugziele bis zu einer Entfernung von etwa 400 Kilometern (215 Seemeilen) und Flugziele in mittleren Höhen bis 520 Kilometer (280 Seemeilen) erfassen. Wieso hat diese fliegende Radarstation den Helikopter nicht gesehen?  Verhält es sich hier wie im Fall des Abschusses von MH 017 über der Ukraine, von dem der schwarze Mann im Weißen Haus behauptete, unwiderlegbare Beweise für eine Beteiligung Rußlands zu haben. Vorgelegt hat er diese Beweise allerdings nie. AWACS-Flugzeuge waren vor Ort, haben aber nichts gesehen!?

Der ehemalige Lufthansa-Flugkapitän, Autor und Verleger Peter Haisenko schreibt dazu folgendes:

Eines muss jedem klar sein: Die USA, die NATO und auch unsere Regierung verfügen – wiederum mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit – über alle Informationen, die den Schuldigen am Absturz der MH 17 festnageln können. Dass sie diese Beweise nicht der Öffentlichkeit vorlegen, kann nur einen Grund haben: Russland oder irgendwelche Separatisten waren es nicht. Die Beweislage dafür muss sogar so eindeutig sein, dass nicht einmal verfälschende Auszüge präsentiert werden, die Russland als Schuldigen erscheinen lassen könnten.

Der gesunde Menschenverstand verbietet den Lügen des Westens Glauben zu schenken.

„Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit.“ Hiram Johnson, US-amerik. Politiker (1866-1945)

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