Von „bösen“ und „guten“ Wölfen (oder wer frisst hier unsere Schafe)

(Foto: Durch Michael Roeder/Shutterstock
Nur Rassisten haben Angst vor Wölfen (Foto: Durch Michael Roeder/Shutterstock)

Der Wolf ist zurückgekehrt nach Deutschland. Und mit der steigenden Zahl der Rudel erhöht sich auch die Zahl gerissener Nutztiere. Allein in den nördlichen Bundesländern haben die Raubtiere im vergangenen Jahr mehr als 500 Tiere getötet

 Von Thomas Schlawig

 Die Hysterie um den bösen Wolf nimmt allmählich makabre Züge an.  Es ist nicht zu verstehen, wie sich geistig gesunde Menschen derart verschrecken lassen und ein Tier, welches eindeutig auch zu unserer Natur gehört, verfolgen, hassen und sogar (illegal) töten.

Der Wolf spielt als Motiv in den Mythologien, Sagen und Märchen sowie in der Literatur und Kunst zahlreicher Völker eine zentrale Rolle. Dabei spiegelt sich die ambivalente Einstellung des Menschen gegenüber dem Wolf wider. Einerseits verehrt er ihn als starkes und überlegenes Tier, zum anderen projiziert er auf das Raubtier vielfältige Ängste.

Vielleicht ist es aber auch purer Neid des Menschen auf die soziale Struktur und den sozialen Zusammenhalt innerhalb eines Rudels, in welchem die schwächsten von den stärkeren geschützt und nicht im Stich gelassen werden. Dazu paßt ausgezeichnet das folgende Foto eines Wolfsrudels auf Wanderschaft.

Quelle: https://www.fct-akademie.com/die-sache-mit-dem-wolfsrudel

Natürliches Sozialverhalten….
Ein Wolfsrudel auf Wanderschaft. Die ersten 3 sind älter oder kränklich. Sie bestimmen die Geschwindigkeit des Rudels. Wenn es anders herum wäre, würden sie bald zurückbleiben und den Kontakt zum Rudel verlieren. Im Falle eines Hinterhalts wären sie Opfer.
Ihnen folgen die 5 Stärksten. In der Mitte der Rest des Rudels. Und am Ende wieder 5 Stärkere.
Als Letztes und allein geht der Alpha-Wolf. Er kontrolliert die Gesamtsituation aus der hinteren Position. Von hier aus kann er die ganze Gruppe dirigieren, entscheiden, welche Richtung einzuschlagen ist und bereit sein für eventuelle Angriffe von Gegnern.
Das Rudel folgt dem Geh-Rhythmus der Älteren und behält im Sinn, dass der Gemeinschaftsgeist es nicht zulässt, irgendjemanden zurückzulassen.

Daran kann sich der Mensch ein Beispiel nehmen. Doch zurück zum bösen Wolf. Laut Wikipedia ist der Wolf ist ein Nahrungsgeneralist, der vor allem Tiere von etwa Feldhasen- bis zu Elch- und Bisongröße erbeutet, aber auch Früchte, Aas und Haushaltsabfälle frisst. Grundnahrung des Wolfes bilden im größten Teil seines Verbreitungsgebietes mittelgroße bis große pflanzenfressende Säugetiere. Im Norden jagen Wölfe überwiegend im Rudel vor allem Elche, Rentiere und andere Hirscharten, aber auch Moschusochsen. In eurasischen Wäldern der gemäßigten Klimazone sind auch Wildschweine und in Gebirgen Wildschafe, Gämsen und Steinböcke eine häufige Beute. Kleinere Säuger wie Feldhasen, Wildkaninchen, Lemminge und andere Wühlmäuse werden ebenfalls erbeutet.

Aufgrund der Nahrungspalette  gehört der Wolf zu den Nahrungskonkurrenten des Menschen und wurde deswegen in Deutschland vor etwa 150 Jahren von ihm ausgerottet. Dennoch gehört der Wolf als so genannte Gesundheitspolizei zu einer gesunden und funktionierenden Fauna, die kranke und tote Tiere frißt. Der Wolf wurde vom Menschen aus seinem angestammten Lebensraum vertrieben nicht umgedreht. Das er Schafe und andere frei lebende (Nutz)-Tiere reißt kann man nicht ihm anlasten, sondern ist ein Versagen des Menschen. Der Mensch handelt nicht anders. Auch er geht den Weg des geringsten Widerstandes.

Wie das Blatt unter Berufung auf eigene Anfragen bei den entsprechenden Flächenländern schreibt, entfiel mit 403 Tieren der größte Teil auf Niedersachsen. In Schleswig-Holstein waren es 43 und in Mecklenburg-Vorpommern 66 getötete Nutztiere.

Die Zahlen stiegen demnach im Vergleich zum Vorjahr teils deutlich an. In Niedersachsen waren 2016 nur 178 getötete Schafe, Ziegen und andere Tiere gemeldet worden, in Schleswig-Holstein 15 und in Mecklenburg-Vorpommern 48.

Dem könnte allerdings – und darüber schreiben die Medien nicht – entgegengewirkt werden, wenn Deutschland eine sinnvolle und realitätsbezogene Gesetzgebung und vor allem weniger unsinnige Bürokratie hätte.

So kämpft der Wanderschäfer Sven de Vries vom Südrand der schwäbischen Alp seit geraumer Zeit gegen die Windmühlenflügel der deutschen Bürokratie. Seine Herde umfaßt rund 1000 Tiere und den wirksamsten Schutz gegen Wölfe sind für ihn die so genannten Herdenschutzhunde. Doch er hat die Rechnung ohne den Gesetzgeber gemacht. Wenn er Herdenschutzhunde für seine Herde halten würde, würde er gegen das bestehende Gesetz verstoßen.

„Da hat jemand ein Gesetz gemacht und nicht an die Herdenschutzhunde gedacht“, meint Sven de Vries. „Ich möchte meine Mädels vor dem Wolf schützen. Herdenschutzhunde werden seit Jahrtausenden beim Schutz der Herden vor Wolf, Luchs und Bär eingesetzt und sind genau für diesen Zweck gezüchtet. Man kann mir nicht erzählen, dass sie nun plötzlich nicht mehr dafür geeignet sind.“

Der   Einsatz von Herdenschutzhunden ist in Europa lange bekannt und bewährt, nicht nur in der Schweiz, Italien, Frankreich oder Polen sondern auch innerhalb Deutschlands. Allerdings eben nicht in Baden- Württemberg. Der Schäfer versucht mit einer Petition an den Deutschen Bundestag eine Änderung der Tierschutz-Hundeverordnung (TierSchHuV) herbeizuführen.

Das es auch anders gehen kann zeigt das Land Brandenburg. Schäfer Knut Kucznik in Brandenburg hat seit 2005 Herdenschutzhunde unter seinen Schafen und Ziegen. […] Kuczniks 480 Schafe und 50 Ziegen grasen mitten im Wolfsland. Das nächste Wolfsrudel lebt 60 Kilometer entfernt. Für einen Wolf ist das eine Nachtwanderung. Doch kein Wolf hat Kuczniks Herde jemals angegriffen.

[…] Ein Wolf vermeidet grundsätzlich einen Kampf um Beute. Er könnte sich verletzen, was ihn wiederum für spätere Beutezüge schwächt. Als Jäger, dessen Streifzüge täglich 40 Kilometer betragen, ist die körperliche Unversehrtheit das höchste Gut. Ein Grund, warum Wölfe gegenüber Beute stets vorsichtig taktieren. Ihr Revier markieren Wölfe ebenso wie Hunde mit Urin und Kot. Wölfe verstehen also die Botschaft, die Herdenschutzhunde aus der Schafherde senden: Hier leben wir!

Wölfe sind vorsichtige Tiere. Sie beobachten ihre Beute, bevor sie angreifen. Wölfe erkennen, welche Tiere jung, alt oder krank sind und damit überhaupt als Beute erreichbar sind. Die Herdenschutzhunde sind mindestens so groß wie die Wölfe. Die Hunde bedeuten also eine echte Gefahr für Wölfe. Die Schafe oder Ziegen in der Herde sind deswegen nicht mehr interessant für sie.

Gegen welche Hürden der Schäfer de Vries in BW allerdings zu kämpfen hat ist nicht zu verstehen.

Für ihn ist die Kombination aus hohen Zäunen und Herdenschutzhunden die effektivste Schutzmaßnahme. Aber genau das macht Probleme, denn eine Haltung von Herdenschutzhunden in seiner Schafherde verstößt gegen die „Tierschutzhundeverordnung“ – der Hund könne etwa mit dem Elektrozaun in Berührung kommen. Was für Schafe laut Gesetz in Ordnung geht, sei für Hunde nicht hinzunehmen. Auch schwere, gut gedämmte Hundehütten müsste er für seine Hunde auf die Hänge der Alb hinauftragen, obwohl Erfahrungen aus der Schweiz zeigen, dass die Hunde sich für die Hütten nicht interessieren und lieber bei ihrer Herde liegen.

[…]Die aktuelle Gesetzeslage mache es Schäfern nahezu unmöglich, Herdenschutzhunde zu halten, ohne gegen das Tierschutzgesetz zu verstoßen. Er erklärt in seinem Kommentar: „Die Tierschutzhundeverordnung schreibt eine Hundehütte vor und verbietet eine elektrifizierte Umzäunung. Ohne Strom bietet der Zaun aber keinen Schutz vor dem Ausbruch meiner Schafe mehr und hindert den Wolf auch nicht länger am Überspringen.“

Es ist mit gesundem Menschenverstand nicht zu begreifen. Einerseits beklagt man die Wolfsangriffe, andererseits verbietet man einen wirksamen Schutz gegen diese. „C“DU und SPD haben in ihren Koalitionsvereinbarungen gar den Abschuß der geschützten Tiere in Erwägung gezogen.

 „Wir müssen die Ausbreitung des Wolfes managen, auffällige Wölfe müssen konsequent kontrolliert, zügig vergrämt und nötigenfalls erschossen werden, um eine Gewöhnung der Wölfe an den Menschen zu unterbinden.“

Meine Meinung ist, ehe man die Tötung der unter Artenschutz stehenden Tiere verlangt, sollte man die Schäfer zu wirksamen Schutzmaßnahmen verpflichten. Internationales, europäisches und deutsches Recht sind für Deutschland verpflichtend. International gilt:

Wölfe sind sowohl durch das Washingtoner Artenschutzabkommen sowie die Berner Konvention geschützt. Deutschland hat beide Abkommen ratifiziert, so dass diese völkerrechtlich verbindlich sind. 

Auch im europäischem Recht hat sich Deutschland verpflichtet, die Wölfe zu schütze:

Als EU-Mitgliedsstaat verpflichtet sich Deutschland, die sogenannte Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) umzusetzen und das Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000 zu etablieren.

Auch im deutschen Recht gilt:

Damit besitzen Wölfe in Deutschland den höchstmöglichen Schutzstatus. Für die Umsetzung der Gesetze sind die Länder zuständig, der Bund kann sie dabei unterstützen. Mit Ausnahme von Sachsen unterliegen Wölfe nicht dem Jagdrecht. In Sachsen ist er jedoch mit einer ganzjährigen Schonzeit belegt.

Die Koalitionsvereinbarungen verstoßen somit gleich gegen drei verbindlich eingegangene Gesetze und Verpflichtungen, aber das ist man von Deutschland bereits gewöhnt. Statt den Schäfern Entschädigungen zu zahlen (wie will man hier Betrug ausschließen?) und den Abschuß zu fordern, sollte erst einmal eine einheitliche Regelung für alle Bundesländer geschaffen werden.

Während der Verlust von Schafen durch Wölfe beklagt wird, werden Verluste durch andere „Wölfe“ mit lautstarkem Schweigen geduldet, denn diese „Wölfe“ gehören zu einer besonders schützenswerten Spezies.

Ein unappetitlicher Vorfall hat sich Dienstagnacht in der Unterkunft für Asylbewerber im alten Pfarrer-Braun-Haus abgespielt. Bewohner haben eine Ziege geschlachtet. Woher das Tier kommt, ist unbekannt. Die Polizei ermittelt.

Das die Ziege einfach nur „geschlachtet“ wurde dürfte nicht ganz den Tatsachen entsprechen. Es ist hinlänglich bekannt, daß die Tiere durch ausbluten einen qualvollen Tod sterben. Trotz Tierschutzgesetz. Aber der Schutz dieser „Wölfe“ wird in Deutschland höher bewertet, als der Tierschutz. Woher das Tier kommt? Eventuell hat es Allah vom Himmel fallen lassen. Folgende Vorfälle dürften allerdings Aufschluß darüber geben.

„Unbekannte“? „Obdachlose“? Das Messer und die durchtrennte Kehle dürften Aufschluß über die „Unbekannten“ geben.

Diesmal waren es „Kriminelle“, die sogar vor einem trächtigen Milchschaf nicht Halt machten. Laut Polizei wiesen die Überreste der Tier auf eine professionelle Schlachtung hin. Es seien saubere Schnitte gesetzt worden.

Es waren zwei „Männer“, die mit einem blutigen Messer von der Polizei festgenommen wurden.

Die übliche verschwurbelte Berichterstattung wenn es um die üblichen Verdächtigen geht.

Am 24.Mai 2016 schrieb rp-online allerdings:

Nach einem der größten Tierdiebstähle der Region glauben Schäfer einen Trend zu erkennen. Immer kurz vor muslimischen Feiertagen kämen kriminelle Banden, die ein Dutzend Tiere in kurzen Zeitraum verschleppen.

[…] Am Samstag wurden von einer Weidefläche im Stadtteil Neukirchen in einer Nacht- und Nebelaktion erneut 13 ausgewachsene Tiere gestohlen. Dem Schäfer mit einer Herde von etwa 110 Tieren entstand ein Schaden von mehr als 3000 Euro. Es sei einer der größten Fälle von Tierdiebstahl in Grevenbroich, wie die Polizei mitteilt.

[…]  Einige sind sogar vor Ort geschlachtet worden. Abgetrennte Hufe und einen Schädel hat er aufsammeln müssen. Die Art und Weise sei ein Zeichen, dass es sich dabei um Muslime als Täter gehandelt haben könnte, die vor religiösen Feiertagen die Tiere selbst schächten, um halales, also „reines Fleisch“, essen zu können.

[…]  Auch jetzt stehen Feiertage an. Der Fasten-Monat Ramadan beginnt in zwei Wochen. „Vor den Festtagen wächst die Nachfrage nach den Tieren und das treibt auch den Preis auf 250 oder 300 Euro“, sagt Mossa. Genau das würden kriminelle Banden ausnutzen. Die Polizei kann das aber nicht bestätigen.

[…]  „Wir ermitteln jetzt wegen Diebstahl“, betont Diane Drawe. Ob die Tiere aber tatsächlich einem Schaf-Dieb zum Opfer fielen, stehe damit aber noch nicht fest „Es kann sich auch nur um einen dummen Scherz handeln“, sagt die Sprecherin der Kreispolizeibehörde.

Die Polizei ermittelt zwar wegen Diebstahl, aber es kann sich auch nur um einen Scherz gehandelt haben.

Aha, dann ist die Ziege von Lindlar also doch vom Himmel gefallen.

Fazit: Wölfe sind ganz böse und müssen getötet werden, obwohl es auch andere Möglichkeiten gibt Schafherden  zu schützen. Schafdiebe sind dagegen eine geschützte Spezies, aber evtl. handelt es sich auch nur um einen Scherz unter Schäfern. Die sollen ja bekannt sein für ihre derben Späße. Um das herauszufinden sollten die Schäfer in ganz Deutschland dem Schutz durch Herdenschutzhunde vertrauen. Bekanntlich meiden Moslems die Nähe von Hunden.

Ich hoffe, ich habe jetzt bei den Behörden keine schlafenden Hunde geweckt und man dehnt die Tierschutz-Hundeverordnung (TierSchHuV) zum Schutz der Moslems nicht auf das gesamte Bundesgebiet aus. Zuzutrauen wäre es ihnen durchaus.

„Mitleid mit Tieren und ein guter Charakter sind derart eng miteinander verknüpft, daß man mit Gewissheit feststellen kann, daß niemand, der grausam zu Tieren ist, ein guter Mensch sein kann“ Arthur Schopenhauer

 

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