Gemeinsame Erklärung 2018: Die pfiffige Caroline vom Tagesspiegel

Kritikwürdig: Der Tagesspiegel (Foto: Collahge)

Beim Tagesspiegel schrieb Caroline Fetcher wenig Freundliches über die Unterzeichner der „Gemeinsamen Erklärung 2018“. Neben sich hatte sie wahrscheinlich ein Fremdwörterlexikon liegen, in welchem sich viele der Begriffe fanden, die sie dann in der Hoffnung verwendet hat, der Leser möge sie als Ausweis ihrer Intellektualität interpretieren, auch wenn er ohne Lexikon nicht weiß, was sie bedeuten sollen. Für so viel ungerechtfertigten Optimismus  bekommt die listige Caroline aber eine auf den Hut.

von Max Erdinger

Was die Frau Caroline Fletcher und etliche andere Schreibkräfte der merkelhörigen Systempresse ganz arg kränkt, das ist, daß sich unter den Unterzeichnern der „Gemeinsamen Erklärung 2018“ viele Intellektuelle befinden, die sie vor der Unterzeichnung selbst noch für kluge Köpfe gehalten hätten. Da empfiehlt es sich, die eigene Unterbelichtung durch die Verwendung hochtrabender Begrifflichkeiten zu kaschieren, auf diese Weise Ebenbürtigkeit zu simulieren und zu hoffen, daß man damit durchkommt. Nix gibt´s, Caroline!

Die Caroline: „Die „Gemeinsame Erklärung 2018“ sieht einen durch „schrankenlose Migration eingetretenen Kontrollverlust“. Die Liste sagt viel über ihre Unterzeichner.

Das war schon ein ganz netter Versuch, davon abzulenken, daß es gleich die Caroline sein wird, die uns viel über die Unterzeichner erzählen wird. Da fallen wir aber nicht drauf rein.

Die Caroline: „Aufs Parlament wollen sie nun losziehen, die Unterzeichner der „Gemeinsamen Erklärung 2018“ von Mitte März. Mit ihrem Verdruss, ihrer Furcht, ihrem Missvergnügen solle sich der Petitionsausschuss befassen, das kündigte Vera Lengsfeld, Initiatorin der „Erklärung“, diese Woche an. Inzwischen hat sie mit Prominenten wie Thilo Sarrazin, Eva Herman oder Uwe Tellkamp Tausende mehr zum Unterzeichnen animiert.

Da hätte die Caroline aber genauer sein können. Die intellektuellen Animateure haben inzwischen nicht Tausende, sondern Hunderte von Tausenden zum Unterzeichnen animiert. Genauer: Zum Zeitpunkt, als die Caroline auftragsgemäß ihre Zähne fetchte, sind es bereits 111.500 gewesen.

Die Caroline, übelst angepisst: „Die gemeinsamen Erklärer „verlangen“ eine Kommission, die der Regierung erklären soll, wie der durch „schrankenlose Migration eingetretene Kontrollverlust“ beendet, und Hilfe nur noch für „tatsächlich“ Verfolgte organisiert werden könne. Für ihr Wunschgremium hoffen sie auf Kräfte wie die Anwältin Seyran Ates oder den Verfassungsrechtler Udo Di Fabio.

Da sehen wir das Vermeintliche: Die Caroline ist „eine“ Meisterin „der“ Anführungszeichen-„Setzkunst“. Vielleicht hat das aber auch nur die Chefredaktion „tatsächlich“ von ihr „verlangt„.

Die gehorsame Caroline spitzfindig: „Di Fabios Name gilt als Leuchtfeuer der Hoffnung in der neurechten Szene, seit der Jurist im Januar 2016 im Auftrag der CSU ein Gutachten zur „Migrationskrise“ verfasst hat. Verstanden wurde dessen komplexe Abwägung von Rechtsgütern freilich eher von den Anwälten des Freistaats, der von einer Klage Abstand nahm. Auf der Basis von Di Fabios „Empfehlung“ zu besserer Grenzsicherung gab es kaum Aussicht auf Erfolg.

„Gestatten, Freistaat mein Name. Ich bräuchte ein paar gute Anwälte.“ – oder was? Es war so: Die Anwälte von Herrn Freistaat haben der CSU erklärt, daß das von ihnen in Auftrag gegebene Gutachten des vormaligen Verfassungsrichters und Direktors des Instituts für Öffentliches Recht an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn, Herrn Prof. Dr. iur. Dr. sc. pol. Udo di Fabio (die Caroline: „Verfassungsrechtler di Fabio, Jurist di Fabio„) geeignet ist, eine Klage erfolgreich zu führen.

Daraufhin hat man sich bei der CSU gehörig erschrocken und Abstand vom Klageweg genommen. Man hätte nämlich leicht selbst zum Beklagenswerten werden können, was aber nicht Sinn der Klageübung gewesen wäre. Daß es auf der Basis von Herrn Prof. Dr.iur. Dr.sc.pol. di Fabio kaum erfolgversprechende Aussichten auf bessere Grenzsicherung gegeben haben soll, würde ja bedeuten, daß die Anwälte von Herrn Freistaat sich in der Sache besser ausgekannt haben müssen, als der ehemalige Prof.iur. Dr.sc.pol. Verfassungsrichter selbst. Solche gewieften Anwälte gibt es aber für den Herrn Freistaat selbst dann nicht, wenn sie im Auftrag der mitregierenden CSU gesucht werden.

Indessen geifert die Caroline unverdrossen weiter: „Indes ist es der Regierung trotz allem bisher nicht geglückt zu vermitteln, dass die vorübergehende Grenzöffnung im September 2015 in akutem Notstand dem Schutz von Menschenleben diente. Mittlerweile trommeln ganze Troll-Trupps für die Behauptung, die Regierung als solche sei rechtswidrig. Es sind besorgniserregende Bürger, die erregten Besorgten.

„Trotz allem“ was? Und welche „vorübergehende Grenzöffnung“? Ist die Grenze jetzt etwa dicht? Was die „besorgniserregenden Bürger, die erregten Besorgten“ anbetrifft: Die sind tatsächlich besorgniserregend für die Caroline. Die Caroline ist nämlich schwer darüber besorgt, daß man ihre Artikel auch noch in ein paar Jahren im Netz lesen können wird – und daß sie sich dann einen anderen Job suchen muß. Deswegen schnappt sie vorsichtshalber heute schon um sich wie eine tollwütige Hündin, die in die Enge getrieben worden ist.

Es kläfft die Caroline: „Die Liste der Namen (der Unterzeichner, Anm.d.Verf.) ist ein kostbares Geschenk.

Wer wurde denn beschenkt? Das müssen wohl die Neu-Rechten sein, dieser unterbelichtete Haufen von bösartigen Intelligenzgeminderten, die zehnmal weniger Durchblick schieben als die schlaue Caroline, oder? Ich glaube, ich lasse mir ein T-Shirt bedrucken, weil Frühling ist: „Aus Caroline Fetcher wird man kluk.“

Jedenfalls ist der Caroline aufgefallen, daß es in dem ellenlangen Zweizeiler, um welchen es sich bei der „Gemeinsamen Erklärung 2018“ handelt, u.a. um die „Wiederherstellung der Rechtsstaatlichkeit an den Grenzen unseres Landes“ geht. Listig kramt sie deswegen in einem alten Geschichtsbuch, das sie aus ihrer Schulzeit noch hat und eigentlich schon längst wegwerfen wollte, nach dem Wort „Wiederherstellung“ – und wird tatsächlich fündig.

Die fündige Caroline: „Um hellhörig zu werden, muss man beim Begriff „Wiederherstellung“ nicht an das „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ denken, das 1933 Juden und Oppositionelle aus ihren Posten warf.“

Und weil die Caroline außer besonders fündig auch noch besonders pfiffig ist, schreibt sie uns glatt auf, woran wir keinesfalls denken müssen, um hellhörig zu werden. Ob es wohl noch mehr Sachverhalte gegeben hätte, an die wir nicht denken müssen, um hellhörig zu werden? Was hat die da eigentlich geschrieben? – „Werden Sie hellhörig wegen nichts“ – ?? Ist ja ein Ding …

Nun erklärt uns die fündig-pfiffige Caroline aber pflichtschuldigst, was uns hellhörig macht. Sie schreibt: „Auffällig ist die implizierte Distanz der Erklärer. Man solidarisiert sich mit denen auf der Straße, läuft aber nicht mit. Die Volte erinnert an Tellkamps Perfidie auf dem Dresdner Podium. Man müsse sich, sagte er, „über eine Verrohung, über eine platzende Wut nicht wundern. Ich billige es nicht, aber wundern muss man sich nicht“.

Tatsache! Es gibt Intellektuelle, Leute also, die sogar der pfiffigen Caroline haushoch überlegen sind. Die unterschreiben Erklärungen im Sitzen, anstatt beim Gehen. Wenn man da nicht hellhörig werden muß, wann dann? Beim Wort „Wiederherstellung“ jedenfalls nicht.

Da fragt sich die Caroline natürlich: „Was geht da vor?

Ja, es ist alles ganz schwierig, wenn man einen Artikel schreiben soll, ohne zu wissen, was vor sich geht. So eine zweizeilige Erklärung ist ja auch schwer zu verstehen.

Sie erklärt uns trotzdem, was vor sich geht: „Auch und gerade zum Beantworten dieser Frage ist die „Gemeinsame Erklärung“ ein kostbares Geschenk. Sie holt die Trolle und Grollenden aus ihren verstreuten Nischen ans Licht und liefert der Politik wie der empirischen Sozialwissenschaft einen Schatz an Datenmaterial, der sich anders kaum je hätte heben lassen. Mit der anschwellenden Liste wird, wie einst Negative in der Entwicklerflüssigkeit, ein ganzes, neues Milieu sichtbar, samt Berufen, Lebensläufen, Publikationen, Websites, Aspirationen und Frustrationen.“

Über kostbare Geschenke hat sich die Stasi auch immer gefreut. Empirische Sozialwissenschaft ist nämlich ihr Metier gewesen. Anschwellende Listen sind ein wahrer Schatz für die empirische Sozialwissenschaft. Und verstreute Nischen erst!

Die rechtgläubige Caroline in ihrer ganzen fündigen Pfiffigkeit: „Hoch ist nicht nur der Anteil Ostdeutscher, sondern auch der Anteil derer, die angeben auf kreativem Terrain tätig zu sein. Es gibt 213 Autoren, 62 Publizisten, 58 Journalisten, 32 Blogger, 22 Übersetzer und 20 Schriftsteller.“

Tja, da stellt sich bei meinemeinen eine Ahnung davon ein, wie schockiert die System-Caroline gewesen sein muß im Angesichte dieser „Gemeinsamen Erklärung 2018“. Völlig fassungslos hat sie ganz genau nachgezählt. Zu ihrer Beruhigung führte die Erbsenzählerei  aber keineswegs. Ihre Fassungslosigkeit hat sich dadurch nur noch gesteigert.

Und dann ist ihr das finale Mißgeschick passiert: „Je mehr der Namen man im Netz antippt, auch solche der Akademiker, desto mehr alarmistisches und idiosynkratisches Material drängt hervor. Denn diese Liste ist ein Symptom, ein Spiegel der fundamentalen Verunsicherung. In ihm sieht man die besorgten Bürger als die wahren Sorgenkinder unserer Republik. Aus heterogenen, zerfallenden Milieus heraus fahnden sie nach Sündenböcken wie „Merkel“, „Islam“, „Euro“ oder „ungesicherte Grenzen“, in einer grenzenlos globalen Welt, die real nach mehr internationaler Regulierung ruft. Aber nicht nach Ausgrenzung.“

Was soll man da als besonders übler Chauvinist noch groß sagen? Das hier vielleicht: Die Caroline hat großes Glück, daß die Mehrheit noch nicht islamisch ist in unserem Land. So lange das so bleibt, darf man die Caroline nämlich nicht hauen oder steinigen.

Damit das so bleibt, – was wir alle uns gerade für Frauen wie die Caroline wünschen -, wären rechtsstaatlich gesicherte Grenzen eine gute Idee. Merkel und den Euro noch weg – und alles wird gut. Außer für den Tagesspiegel. Wenn nämlich alles gut wird, schreibt die Caroline dort auch weiterhin. Das ist aber ganz schlecht für den Tagesspiegel.

Abschließend ein gutgemeinter Ratschlag für die Ratlose: Am besten unterzeichnet sie die „Gemeinsame Erklärung 2018“ selber. Dann gibt´s irgendwann mal vielleicht mildernde Umstände bei der Strafzumessung. Sicher ist sicher.

 

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