Ungarn-Wahl: Deutsche Medien wieder voll daneben orakelt

Foto: Screenshot/Youtube
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Die deutschen Medien haben es nicht leicht. Im Grunde genommen kann man sogar sagen, dass sie es schwer haben. Verdammt schwer. Sie sind wie ein Bäckermeister, dessen Brötchen niemand mehr will.

Von Holm Teichert

Ratlos steht er vor den vollen Verkaufsregalen seines Geschäftes, kratzt sich am Kopf und ist völlig verzweifelt. Dabei meinte der Bäcker es doch nur gut, als er beschloss, im Teig Salz und Zucker wegzulassen, weil er für sich entschied, ab sofort dafür zu sorgen, dass die Leute nur noch die gesunden Teigwaren essen, die allein er für richtig hält. Und das unabhängig davon, ob die Kunden dies wollen oder nicht. Schließlich ist er Bäckermeister und weiß, was den Leuten gut tut.

 Und genauso stehen die Medienschaffenden vor ihren Produkten und kratzen sich am Kopf, weil sie einfach nicht mehr weiterwissen.

Da verballern sie ihre Auflagen als kostenlose Exemplare in den Bahnhöfen und Zügen der deutschen Bahn, legen sie sogar in Gaststätten, Cafes und Kneipen aus, verschenken bis zu 3monatige Abos als Schnupperangebote, um dann am Ende des Quartals doch wieder feststellen zu müssen, dass die Verkäufe erneut massiv eingebrochen sind.

Einzige Ausnahme ist und bleibt der öffentlich rechtliche Rundfunk. Jahr für Jahr mit Milliarden Zwangseuro gepampert, kann der ÖRR jeden Vogel abschießen, den er will, ohne dass es seine Einnahmen mindert.

Und so leistet sich der öffentlich rechtliche Rundfunk eine Entgleisung nach der nächsten. Koste es, was es wolle. Es kostet ihn ja schließlich nichts.

Den absoluten Beweis für versammelte Unfähigkeit und mangelnde Bereitschaft, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen, ja sogar den Beweis für die absolute Weigerung dies zu tun, lieferte gestern Britta Hilpert, die live zum Lieblings-Wahrheitsjournalisten der Deutschen, Klaus Kleber, ins Studio gestellt wurde.

 Als sie noch richtiger Weise sagte, dass die Ungarnwahl eine Rekordbeteiligung  verzeichnete, kam sie auch schon ans Ende der zugelassenen Wahrheiten.

Denn ab dem Moment begann das manipulative Lügenfernsehen.

So fand Hilpert sich nicht zu dumm, wider besseren Wissens zu behaupten, dass es „noch keine Sicherheit gebe, dass es zu einem Regierungswechsel kommt“.

Nun kann der geneigte Zuschauer natürlich verwundert die Augen reiben und mit verständnislosem Blick seinen Fernseher anstarren, weil er nicht fassen kann, welch geistiger Einfaltspinsel Hilpert geritten haben mag, dass sie diesen Satz sagt.

Denn nichts war in Ungarn seit Wochen, wenn nicht sogar schon seit Monaten so sicher, wie, dass Orban über einen massiven Rückhalt in der Bevölkerung verfügt.

Seit Wochen rätseln die Wahlforscher lediglich, ob Orban die absolute Mehrheit schafft, oder nicht.

Nie war irgendwo ein Zweifel zu hören, dass die Umfrageergebnisse bestätigten, dass Orban die Wahl gewinnen wird. Und zwar deutlich.

Außer beim ÖRR Deutschlands.

Da hoffte man noch, dass Ungarn einen Regierungswechsel erleben wird, als die Umfragen für Orban einen Gewinn zwischen 45% und 65% ankündigten.

Erstaunlicher Weise zeigten die Journalisten des deutschen Regierungsfunks exakt die selbe Affinität zu ganz offensichtlichen Wahrnehmungsfehlern, als Trump gewählt wurde oder die Briten sich für einen Austritt aus der EU entschieden.

Da wurden die Wahlergebnisse noch schön geredet, als in der internationalen Presse längst klar gesagt wurde, dass Trump der Gewinner ist und Killary eine vernichtende Niederlage erlitt, sowie dass die Briten sich für ein „raus“ entschieden.

Es muss eine deutsche Krankheit sein, die hier grassiert.

Denn schon der Führer befehligte noch Armeen und schob diese von der Ost- an die Westfront oder befahl Verteidigungslinien an der alten deutschen Reichsgrenze zu halten, als die Russen längst an seine Bunkertür klopften.

Und auch Honecker feierte im Palast der Republik in Ostberlin noch den 40. Jahrestag der DDR, lobte die Erfolge des Sozialismus und zeigte sich begeistert über die glücklichen Bürger der DDR, als diese längst auf der Straße standen um ihn aus seinem Republikpalast hinwegzufegen.

Von daher scheint die Realitätsverweigerung der deutschen Journalisten gar nicht so abwegig zu sein.

Es scheint eben ein deutsches Phänomen zu sein. Dieses verbissene Festhalten an eigenen Ideologien. Koste es was es wolle. Und das besonders, wenn es einen nichts kostet.

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