AfD: Schnellschüsse gegen Beatrix von Storch

Berichtet unkritisch: FAZ (Foto: Collage)

Dreizehn Minuten nach dem Bekanntwerden des Attentats von Münster hatte Beatrix von Storch getwittert: „Wir schaffen das!“ – und damit etwas vorschnell unterstellt, der Anschlag stehe in einem Zusammenhang mit Merkels gemeingefährlicher Politik der offenen Grenzen. Als vorschnell gilt ihr Tweet deshalb, weil der Attentäter nach übereinstimmenden Medienberichten Deutscher gewesen ist. Nun droht Beatrix von Storch eine Rüge durch den Parteivorstand der AfD, wie die FAZ meldet. Das ist ebenfalls etwas vorschnell.

von Max Erdinger

Wie Jouwatch berichtete, kam es nach dem Attentat in Münster in der Nähe des Tatorts zu  einer Verhaftung, von der es keine Berichte in den Mainstream-Medien gibt. Von dieser Verhaftung, die etwa eine Gehminute vom Tatort entfernt stattfand, gibt es ein Video, in dem ein Polizeieinsatz gegen arabisch aussehende Männer zu sehen ist.

Mindestens so vorschnell wie der Tweet von Beatrix von Storch, ist deshalb die Unterstellung, der Anschlag habe nichts mit den „üblichen Motiven“ zu tun. Skepsis ist immer angebracht, wenn vom präsentierten Täter – gerade bei solchen Anschlägen – keine klärenden Aussagen mehr zu erwarten sind, da er tot ist. Daß es sich in Münster um einen „psychisch auffälligen Deutschen“ handelt, beweist nicht im geringsten, daß es keinen islamischen Tathintergrund gibt. Klar ist hingegen, daß ein neuerlicher islamischer Anschlag das letzte ist, was die Merkelunterstützer gebrauchen können. Zwei Tage nach dem Anschlag steht auch keinesfalls fest, daß der präsentierte Täter mit dem tatsächlichen identisch ist.

Im Führerhaus des stark beschädigten Scania-LKW, mit dem Anis Amri im Dezember 2016 zwölf Menschen auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin überfuhr, fand sich ebenfalls eine Leiche. Es handelte sich um Lukasz Urban, den polnischen Fahrer des Trucks, der nach heutigem Ermittlungsstand zuvor schon vom Attentäter auf einem Parkplatz am Friedrich-Kruse-Ufer beim Westhafen ermordet worden ist, um den Scania-Truck zu entwenden. Ersten Berichten von damals zufolge – später dann korrigiert – , hätte Lukasz Urban den LKW selbst in die Menschenmenge am Breitscheidplatz gesteuert, weil er von Amri dazu gezwungen worden war – und sei dort erst ums Leben gekommen.

Im Fall Münster wurde medienübergreifend und „vorschnell“ behauptet, der Täter habe sich unmittelbar nach der Tat selbst erschossen. Daß er, wie Lukasz Urban im Dezember 2016, schon vorher tot gewesen sein könnte und im Tatfahrzeug zurückgelassen wurde, hat in der Berichterstattung zu Münster niemand auf dem Schirm.

Sei es wie es sei: Angesichts der Tatsache, daß alle derartigen Anschläge bisher von islamisch motivierten Tätern ausgeführt worden sind, ist die Geschwindigkeit, mit der Beatrix von Storch ihren Tweet abschickte, nicht das einzige, das als „vorschnell“ zu bezeichnen wäre. Ebenso vorschnell ist es, Beatrix von Storch deswegen rügen zu wollen. Überzogen ist es ohnehin. Es ging um einen Tweet, der aus sehr verständlichen Gründen so ausfiel, wie er dann bekannt geworden ist.

Völlig grotesk wird es aber, wenn sich ausgerechnet CSU-Generalsekretär Marcus Blume dazu berufen fühlt, wegen eines Tweets den Rückzug Beatrix von Storchs aus dem Bundestag zu fordern. Selbst, wenn von Storch mit ihrer Vermutung falsch liegen sollte: Er wäre immerhin Generalsekretär einer Partei, die als Koalitionär der Merkel-CDU mitschuld daran ist, daß das Erste, was von Storch bei Twitter dazu einfiel, das sattsam bekannte Tatmotiv gewesen ist. Selbst dann, wenn es sich beim Attentäter von Münster tatsächlich um einen „psychisch auffälligen Deutschen“ handeln sollte, ist die Gefahr zukünftiger Anschläge mit dem „regulären Motiv“ keineswegs gebannt. Wir schaffen das.

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