„Vergiftetes Geschenk“: Vordenker von sozialistischen Massenmördern wird in Trier geehrt

Karl Marx Statue in China (Bild: shutterstock.com/Durch Kao BinChun)

Rheinland-Pfalz/Trier – Der Menschenrechtler und Ex-DDR-Häftling Alexander Bauersfeld hat die geplante Aufstellung einer 5,50 Meter hohen Karl-Marx-Statue in Trier scharf kritisiert und den Trierer Stadtrat, der für die Statue stimmte, als „nützliche Idioten“ bezeichnet. Die Menschenrechtsorganisation IGFM nennt die Statue ein „vergiftetes Geschenk“. 

Der Trierer Stadtrat hatte von China eine 5,50 Meter hohe Statue zum 200. Geburtstags jenes Mannes geschenkt bekommen, dessen Ideen wesentlich zur Entstehung und Realisierung des Kommunismus und seine Spielarten beigetragen haben. Keine andere Ideologie – außer dem Islam – hat weltweit mit mindestens 100 Millionen Toten mehr Leid über die Menschheit gebracht und ist bis heute für unzähliges unermessliches Leid und Unfreiheit verantwortlich. Für das Aufstellen dieses Denkmals hatten im Trierer Stadtrat bei der Schlussabstimmung neben OB Wolfram Leibe auch die SPD, UBT und Linke sowie die Mehrheit der CDU und einige Grüne für die Vorlage (32 Stimmen) votierten. Es gab neun Nein-Stimmen aus den Reihen der CDU, Grünen, AfD und FDP sowie sechs Enthaltungen. Und so wird nun am 5. Mai das monumentale Denkmal von Karl Marx feierlich enthüllt werden.

Der Menschenrechtler und Ex-DDR-Häftling Alexander Bauersfeld hat die geplante Aufstellung der Statue bei der Jahresversammlung der Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) bei einem Vortrag am 6. und 7. April in Bonn scharf kritisiert. Die Tagung stand unter dem Motto „Situation der Menschenrechte in der islamischen Welt und die Folgen für Europa“

„Die Ratsherren, die diesem Götzen zugestimmt haben, sind nützliche Idioten“

Mit der Errichtung des „Marx-Götzen“ gibt es Bauersfeld zufolge einen „ungeheuren Tabubruch“, so die Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Erstmals seit 1989 werde damit in Deutschland wieder ein kommunistisches Denkmal errichtet, so der frühere DDR-Regimekritiker. Es sei besonders schlimm, weil China damit eine klare Absicht verfolge. Aus Sicht des kommunistischen Regimes sollen dadurch Bilder nach China transportiert werden, die suggerierten, dass auch deutsche Bürger den Marxismus verehrten.

Es werde so der Eindruck erweckt, der Marxismus sei eine ganz normale Gesellschaftsordnung. Damit sei die Botschaft der Kommunisten an ihr eigenes Volk verbunden: „Widersetzt euch nicht! Die Deutschen tun es auch nicht.“ Der sowjetische Staatsgründer Wladimir Iljitsch Lenin (1870–1924) habe Leute, die zwar äußerlich gegen seine Revolution waren, sie aber unwissentlich doch unterstützten, „nützliche Idioten“ genannt: „Die Ratsherren, die diesem Götzen zugestimmt haben, sind für mich auch ,nützliche Idioten‘.“ Bauersfeld war eineinhalb Jahre lang politischer Gefangener in der DDR, bevor die Bundesrepublik ihn 1984 freikaufte.

Marx schuf den Nährboden für kommunistische Verbrechen

Ähnlich äußerte sich der IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin gegenüber der idea. Wenn man aus China eine Marx-Statue bekomme, sei das ein „vergiftetes Geschenk“. Es sei einfältig, es anzunehmen. Marx habe den Nährboden geschaffen für die Taten der kommunistischen Herrscher und Diktatoren Mao Tse-Tung (1893–1976), Pol Pot (1928-1998) und Josef Stalin (1878–1953): „Sie haben sich alle auf ihn berufen“, so Lessenthin. Er rechne damit, dass es bei der Einweihung am 5. Mai auch Proteste geben wird. (SB)

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