CDU: Die konservative Werte-Union

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Merkel zerstört die CDU (Foto: Collage)

Die sog. Werte-Union in der CDU will heute ein „Konservatives Manifest“ beschließen, wie die „Zeit“ berichtet. Darin soll die Rückkehr zu einem „konservativen Markenkern“ der Unionsparteien eingeleitet werden. Unter anderem soll das Familienmodell „Vater, Mutter, Kinder“ wieder gestärkt werden.

von Max Erdinger

Die „Zeit“: „Der Vorsitzende der vor einem Jahr gegründeten Gruppierung, der Diplom-Kaufmann Alexander Mitsch aus Heidelberg, sieht das Papier als Rückkehr zum „Markenkern“ der Union.

Das heißt, es gibt Leute in der CDU, die ernsthaft glauben, ein „konservativer Markenkern“ warte nur darauf, wieder beachtet zu werden, weil sich so ein Kern niemals verflüchtigt. Das scheint so zu sein wie beim „Konservativen Aufbruch“ in der CSU. Dabei dürfte es sich um Zeitverschwendung handeln. Weg ist weg. Weder CDU noch CSU haben noch einen lediglich vernachlässigten „konservativen Markenkern“. Der ist längst verraten worden – und wer sich schon länger in der Union aufhält, hat diesen Verrat auch mitgetragen, aus welchen mehr oder weniger eigennützigen Erwägungen heraus auch immer.

Es steht außerdem der dringende Verdacht im Raum, die Manifestanten könnten den endgültigen Niedergang der Merkel-CDU befürchten, weniger das Verschwinden des Konservatismus als solchem. Wäre das anders, gäbe es schließlich die Möglichkeit, einfach in die AfD überzutreten. Bei der AfD ist bereits Programm, was die „Werte-Union“ bei CDU/CSU unter der zweifelhaften Anahme, daß es dort noch halbtot existiere, mühsam wiederbeleben will.

Die „Zeit“: „Zum Auftakt des Treffens sagte der Generalsekretär der CDU Baden-Württemberg, Manuel Hagel, von dem Treffen solle das Signal einer Partei ausgehen, die diskutiere.

Das ist ungefähr so, als wollte Peter Altmaier, daß von ihm das Signal eines Menschen ausgehen soll, der schlank ist. In der CDU hat eine kleine Clique von Oberen um die Parteichefin das Sagen. Wer zu heftig diskutiert, der geht jeglichen innerparteilichen Einflusses verlustig und wird kaltgestellt. Die Liste der diskussionsfreudigen Kaltgestellten ist lang: Bosbach, Steinbach, Merz …

Außerdem interessieren Signale nicht. Die ubiquitäre Zeichensetzerei scheint abgenommen zu haben. Man hörte in der jüngsten Vergangenheit kaum noch jemanden aus der politischen Klasse davon schwadronieren, daß es gelte, ein „Zeichen zu setzen“. Inzwischen ist man dazu übergegangen, sämtliche vorher gesetzten Zeichen für Demokratie, Meinungspluralismus und Rechtsstaatlichkeit mit der Abrißbirne zu beseitigen und wird offen totalitär.

Die „Werte-Union“ hingegen beteuert – Zitat: „Es gehe um die Frage, wie die Partei in 10 bis 15 Jahren aussehen solle. Die Konservativen seien keine Abtrünnigen oder Ausgestoßenen, sondern befänden sich in der Mitte der Partei.“

Das ist natürlich glatt gelogen. Die Konservativen befinden sich keineswegs in der Mitte der Partei, es sei denn, man würde sich die CDU als ein riesiges Gesäß vorstellen. In jeder anderen Verbildlichung der CDU wären sie einfach unten durch. Davon, wie die CDU in 10 bis 15 Jahren aussehen soll, haben Realisten übrigens schon eine Vorstellung: Sie wird IDU heißen (Islamisch Demokratische Union) – und das einzige, das noch an „Demokratie“ erinnert, wird die Lobpreisung der vormaligen DDR-Kanzlerin durch den dann obligatorischen Partei-Imam sein.

CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer bemühe sich um einen Dialog mit den Vertreterinnen und Vertretern der Werte-Union, heißt es in dem Artikel weiter.

Da fragt man sich, was so mühsam an den Bemühungen sein soll. Anscheinend ist Dialog gar nicht so mühelos möglich. Das muß man aber auch verstehen. Schließlich gilt es, medial den Spagat hinzubekommen, daß man über die eigenen Leute von der „Werte-Union“ anders reden müsste, als über die AfD, die ja nicht wesentlich Anderes will als die „eigenen Leute“. Man kann nicht einerseits den „konstruktiven Dialog auf Augenhöhe“ (Merkel) mit den Wunschkonservativen in der CDU führen und gleichzeitig die AfD in Grund und Boden diffamieren, ohne daß das jemandem auffallen würde.

Mit den Konservativen in der Union und ihrem „konservativen Manifest“ verhält es sich ungefähr so, wie mit Schiffbrüchigen ohne Rettungsboot. Sie stellen sich halt eines vor, bis sie gar ersaufen. In der CDU nach einem konservativen Markenkern zu suchen, ist dasselbe, wie eine Dose entkernter Kirschen zu öffnen in der Hoffnung, einen Kern zu finden. Wer partout an die Segnungen der Parteiendemokratie glauben will und dabei den Konservatismus wiederbeleben möchte, der schmeißt der Zonenkanzlerin sein Parteibuch vor die Füße und tritt in die AfD ein. Das spart Zeit und führt schneller zum Ziel.

Die CDU ist nicht mehr zu retten und die Christenpflicht eines jeden ist, seinen Nächsten vor der sinnlosen Vergeudung wertvoller Zeit zu warnen. Eine „Werte-Union“ innerhalb der CDU klingt ein bißchen nach „Abteilung für weiße Heteromänner“ in der LGBT-Bewegung. Man kann es sich einfach schwer vorstellen.

 

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