Luftfahrtbundesamt soll Insolvenz von Air Berlin verschleppt haben

Foto: Air Berlin (über dts Nachrichtenagentur)
Foto: Air Berlin (über dts Nachrichtenagentur)

Berlin – Das Luftfahrtbundesamt als oberste Aufsichtsbehörde Deutschlands über die zivile Fliegerei steht in der Kritik, die Insolvenz von Air Berlin verschleppt zu haben. Das berichtet das Nachrichtenmagazin Focus. Ein Berliner Anwalt wirft dem Braunschweiger Amt mit seinen rund 1.000 Mitarbeitern „Verletzung der Aufsichtspflicht“ vor.

Zu den Aufgaben der Behörde zählt ausdrücklich die „Prüfung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit deutscher Luftfahrtunternehmen“, berichtet Focus. Dennoch habe das Amt die größte Airline-Pleite der deutschen Geschichte mit mindestens 4,4 Milliarden Euro aufgelaufenen Schulden nicht verhindert. Laut EU-Verordnung hätte das Luftfahrtbundesamt die Betriebsgenehmigung für Air Berlin viel früher widerrufen müssen.

Die Airline hatte nach jahrelangen Verlusten im August 2017 Insolvenz angemeldet und ihren Flugbetrieb erst Ende Oktober 2017 eingestellt. Dabei seien noch zigtausende wertloser Tickets verkauft worden. Anwalt Müller-Gildemeister vertritt rund 800 Geschädigte und forderte vom Luftfahrtbundesamt inzwischen Einsicht in die Prüfunterlagen – was ihm laut Focus jedoch verwehrt wurde.

Katharina Dröge, Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen im Bundestag fordert im Focus Transparenz von der Regierung: „Die Mitarbeiter, die Passagiere und die Steuerzahler zahlen die Rechnung. Nun mauert die Bundesregierung bei der Aufklärung.“ Sie sieht den damaligen Kanzleramtsminister und heutigen Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) „knietief“ in diesem Desaster stecken.

„Ich fordere ihn auf, endlich alle Karten auf den Tisch zu legen“, erklärte sie im Focus. (dts)

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