Abt. Allmächt: „Er nannte sich Alpha-Tier“

Das feministische Gift (Foto: Pixabay)

Lesen Sie nur weiter, wenn Sie starke Nerven haben. Hier folgt gleich die Moritat vom geilen Männerschwein. Das Autorenkollektiv „correctiv!“ hat in der Kulturfabrik, genauer: bei den Geschichtenmachern in der Buchstabenwerkstatt, einen Text zusammengesetzt über einen ungenannten ARD-Auslandskorrespondenten, der einer 22-jährigen Praktikantin pornöse Lichtspiele auf seinem Laptop gezeigt haben soll. Es ist alles ganz fürchterlich. Folgen Sie mir auf dieser Führung durch die Folterkammer für schwerste Seelenpein. Nichts für schwache Nerven. Das ganze Grauen.

von Max Erdinger

correctiv!: „Als die WDR-Chefredakteurin Sonia Mikich im vergangenen November in den „Tagesthemen“ zum Kommentar ansetzte, sprach eine Frau, die sich mit ihrem Thema bestens auskannte. Es ging um die #MeToo-Debatte, um Frauen, die öffentlich machen, wie sie sexuell belästigt wurden. Das Thema schwappte damals aus den USA nach Deutschland.

… wahrscheinlich hatten die Frauen Schwierigkeiten, mißglückte Komplimente und Annäherungsversuche von einer sexuellen Belästigung zu unterscheiden. Aber mal sehen …

correctiv!: „Sonia Mikich hätte den Zuschauern an diesem Abend von einem Kollegen erzählen können, einem bekannten ARD-Korrespondenten, von dessen junger Kollegin, von Champagner und Pornofilmen im Hotelzimmer. Sie hatte den Fall, der in ihrem Sender spielt, gerade erst aufgearbeitet.

Laßt mich raten: Es gab Fürsten der schwanzgesteuerten Finsternis, die Mittel und Wege kannten, Sonia Mikich an der namentlichen Nennung des elenden Lustmolchs zu hindern. Wie ihnen das wohl gelang?

correctiv!: „Die renommierte Journalistin beließ es im Kommentar bei einigen allgemeinen Feststellungen. Es bewege sich endlich etwas, sagte sie, die weltweite #MeToo-Kampagne breche die Schweigespirale auf.

Ja, feministische Nervensägen wurden weltbekannt dafür, daß sie immer brav ihren Mund gehalten haben. Weil sie sich nie etwas zu sagen getraut haben wegen der ganzen Unterdrückung durch die bösen Geilisten. Sonia Mikich und correctiv! brechen das leidvolle Schweigen. Endlich!

correctiv!: „Der „stern“ und CORRECTIV sind dem Fall des langjährigen Auslandskorrespondenten auf den Grund gegangen. Aus rechtlichen Gründen wird dessen Name nicht genannt. Auch so erzählt seine Geschichte vom Verhalten eines Mannes, der sich über Jahrzehnte sehr viel herausnahm.

Über Jahrzehnte etwas herausnehmen kann sich nur, wer sich etwas herausnehmen kann. „Wer ko, der ko„, wie das in Bayern heißt. Dafür gibt es Gründe. Karrierewillige Jungfrauen sind oft unter denselbigen. So manch eine hat sich schon der Erwägung hingegeben, das Sexuelle mit der Karrierewilligkeit zu vereinen, um später sich doch noch zu besinnen und züchtig Sittsamkeit zu wahren.

In einem solchen Falle wäre beispielsweise ein Alpha-Auslandskorrespondent erst danach ein übler Schwerenöter, während er in den Abwägungen vorher durchaus noch als nützlicher Tonitestosteroni einkalkuliert worden wäre, dem man sicherheitshalber schon einmal ein paar schöne Augen gemacht hätte.

correctiv!: „In seinem Zimmer schenkte er Champagner ein und addete mich auf Facebook. Dann zeigte er mir auf seinem Laptop Bang-Bus Pornos.

Allmächt! So ein Trampel. Wie ungeschickt!

„Oh, du Blume der Auslandskorrespondenz! Mir ist, als hätte ich einen Blütenständer …“ So hätte er anfangen müssen. Und so wäre es weitergegangen für das Korrespondententrampel: „Das ganze Ausland legte ich dir zu Füßen, wenn du mich nur dein Röslein brechen ließest … also was ist jetzt?“

Auf diese Weise wäre er zum charmanten Galan geworden anstatt zum sexuellen Belästiger. Garantiert. Und bei correctiv! hätten sie sich einen anderen Text ausdenken müssen.

correctiv!: „Sie schildert, wie sie vor sechs Jahren ihr Praktikum in jenem Auslandsstudio antrat, das der Korrespondent damals leitete. Mitarbeiter vor Ort hätten sie vor dem Chef gewarnt. Sie war 22 Jahre alt.

Sie berichtet von einer Reise in den Süden des Landes, von einer Recherche für einen Beitrag über die Kneipenszene dort. Der Korrespondent habe sie dabei irgendwann „Hasi“ genannt und den Arm um sie gelegt. Er habe ihr auch von einer Porno-Serie namens „Bang Bus“ erzählt; Frauen wird darin Geld geboten, in einem Bus vor laufender Kamera Sex zu haben.

Dieses ungehobelte Tier hat der jungen Frau von den Pornos erzählt? Bevor sie sich zum Schampus auf sein Zimmer begeben hat? Wollte sie überprüfen, ob der Geilist geflunkert hatte? Dachte sie, solche Pornofilme kennt er nicht wirklich? War sie gar überrascht? Fragen über Fragen …

correctiv!: „Sie habe das Zimmer dann verlassen, sagt die Frau, die ihre Angaben mit einer eidesstattlichen Versicherung untermauert.

Fassen wir also zusammen: Ein ARD-Auslandskorrespondent hat eine junge Frau, seine Praktikantin, erst „Hasi“ genannt, sie dann umarmt und ihr von Bang-Bus-Pornos erzählt. Danach sind sie schnurstracks ins Hotel gefahren. Dort angekommen, konnte die junge Frau natürlich nicht ahnen, was im Sack der Möglichkeiten steckt, wenn sie einer Einladung zum Drink auf seinem Zimmer folgt. Vielmehr konnte sie in ihrer ganzheitlichen Unschuld arglos auf die testosteronfreien Absichten ihres Chefs vertrauen. Sie ist schließlich eine junge Frau und junge Frauen haben ein geschlechterdemokratisches Grundrecht auf Unzurechnungsfähigkeit. Wegen der Gleichberechtigung. So …

Das war die gruselige Moritat vom korrespondierenden Alpha-Tier und der armen jungen Frau, höchst investigativ – und sowas von informativ aber auch – zusammengebastelt vom Autorenkollektiv correctiv!. Zur allgemeinen Erschauderung. Ich habe vor der Lektüre dieses Beitrags gewarnt.

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