Schäuble als Idol: „Schwarze Kassen bei der Schüler Union“ (NRZ)

Symbolfoto: Durch fotandy/Shutterstock
Symbolfoto: Durch fotandy/Shutterstock

Wie die Alten es vormachten, machen es die Jungen nun nach. Erinnern Sie sich noch an den „Parteispendenskandal“ um den langjährigen CDU-Chef Helmut Kohl? Als man auf Bundesautobahnen Geldkoffer tauschte, sich CDU-Generalsekretäre die Hände schmutzig machten – und sich die Spitzen der unfeinen C-Partei hinterher die Hände in Unschuld wuschen um sich gleich danach gegenseitig mit Dreck zu bewerfen? Weil Ex-Kanzler Kohl über hohe Geldsummen und deren Spender – bis heute in sein Grab – beharrlich schwieg, gelang es einer damals noch weitgehend unbekannten Ostzonalen, dank Seitenhieben in dieser  eben auch strafrechtlich relevanten Schmuddelsache, den überaus umtriebigen Kohl aus Vorstand und CDU-Parteispitze wegzumobben. Gleich und gleich gesellt sich gern.

Von Hans S. Mundi

Unrühmlich steckte Wolfgang Schäuble, bis vor kurzem noch unser oberster Finanz- und Steuerabkassierminister, ganz weit oben mit drin. Auch Schäuble verlor sich in einem Gewirr von Meineiden, gegenseitigen Schuldzuweisungen sowie Schutzbehauptungen, war aber offenkundig einer von denen, die Bargeld annahmen – in anderen Ländern gilt so was übrigens auch als Korruption. In Deutschland wird man mit so etwas Finanzminister und sorgt dafür, dass kleinen Steuerzahlern bei leichten Vergehen gegen das akute Steuerparagraphengewirr schon Wucherzinsen, Strafandrohungen oder – wie im grausigen Fall Uli Hoeneß – gleich der Knast droht. In der christlosen Machtpartei sind weise Worte aus der Bibel vollkommen unbekannt, alles nur Tarnung und Dekoration, um da oben an der Macht sich die Taschen vollzustopfen: „Der werfe den ersten Stein“.

Aus dieser feisten und unfeinen Mentalität war die CDU schon immer gemacht – ein Lügenlabor, ein Intrigantenstall, eine Ansammlung macht- und karrieregeiler Wendehälse, zunehmend eine konzernähnliche Organisation mit immer charakterloseren Gestalten in Ämtern und Funktionen. Unter Angela „Ex-FDJ“ Merkel finden sich inzwischen nicht einmal mehr Spurenelemente ernstzunehmender politischer Ansichten in dieser auf die Kanzlette zwangsfixierten Herde. Man regiert und schaltet und waltet wie man will – „we are only in it for the money“ von Frank Zappa fällt einem da ein.

Jetzt neu in diesem Theater, Notizen aus der Provinz, Helmut Kohl winkt lächelnd von der schwarzen Unehrenwolke: „Im November wurden in einem anonymen Brief schwere Vorwürfe gegen Mitglieder des Kreisvorstandes der Jungen Union laut. So soll der Vorsitzende Ulrich Wensel versucht haben, sich vor Wahlen im Stadtbezirk Mehrheiten zum verschaffen, indem er Neumitgliedern Mitgliedsbeiträge auszahlte. Das Geld für dieses Vorgehen stamme laut anonymer Nachricht aus einer schwarzen Kasse der Schüler Union. Der Beschuldigte weist die Vorwürfe von sich und holt zum Gegenschlag aus. Am Freitag veröffentlichte Wensel eine Stellungnahme von ihm und dem früheren Kassenbuchführer Kilian Chevalier vom vergangenen Dezember. Dort heißt es, die Schüler Union sei zum Zeitpunkt der ungeklärten Geldflüsse nicht offizieller Teil der Partei gewesen. Somit müssten die Einnahmen im Kassenbuch der Schüler Union nicht als Parteispenden ausgewiesen sein. ‚Ich habe dieses ‘Kassenbuch’ vor Publikation in der Presse nie gesehen‘, verteidigt sich Ulrich Wensel in der Stellungnahme.“

Ist das nicht lustig?! Der vermeintliche „Jungkorruptionist“ und vermutliche Nachwuchs-Schäuble verteidigt sich mit den Worten, hier habe er doch bewußt außerhalb (!) der Partei mit Kohle jongliert um sich Stimmen für die eigene, saugeile Machtkarriere zu kaufen. Das klingt etwa so, als hätte seinerzeit Walther Leisler Kiep, einer der Hauptbeteiligten im kriminellen CDU-Schmiergeldskanal und eine Schlüsselfigur dieser unglaublichen Affäre, vor einem Richter gesagt: „Also, Herr Richter, die CDU nimmt grundsätzlich illegales und schwarzes Geld nur in neutralen Bargeldkoffern auf hablbdunklen Raststätten unserer Bundesautobahn an, weil dass doch außerhalb unserer Geschäftsstellen und Parteizentralen ist. Raststätten der BAB sind zum Zeitpunkt der ungeklärten Geldflüsse nicht offizieller Teil der Partei gewesen.“

Realsatire off. Also, meine Damen und Herren, merken Sie sich diesen Namen. Ulrich Wensel. Ein echtes CDU-Nachwuchstalent. Mit einem Hauch von Ich-steh-über-dem-Gesetz kann man in dieser moralisch zutiefst kranken, kaputten und in Teilen korrupten Partei einfach alles werden. Je gesetzloser, desto Merkel, muss es in diesem Zusammenhang noch heißen. Denn Merkel kann CDU einfach perfekt. Schwarzgeld auf der BAB kassieren…?! Wozu, wenn man die Energiewirtschaft, die Grenzsicherung, die griechischen Euro-Banker sowie demnächst die deutsche Automobilindustrie per Handstreich und weitgehend ohne Gesetz und Verstand als Spielzeug hat…?! Gesetzlos ist geil, wenn man erst mal Berufspolitiker ist und sein eigenes Ding machen kann, denn Gesetze werden nun mal nur  für das einfache Volk gemacht, damit dieses niemals das Gefühl von Macht bekommt und sich in seiner Ohnmacht vor der Obrigkeit ängstigt und kuscht….

 

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