Echo-Verleihung für die nächsten Hass-Krampen

(Bild: Selfmade Records; CC BY-SA 2.0)
Farid Bang und Kollegah (Bild: Selfmade Records; CC BY-SA 2.0)

Nach einem Integrationsbambi für den Israelfeind und in kriminellen arabischen Clankreisen verkehrenden Bushido ist nun der Echo für die nächsten beiden Hass-Krampen angesagt.

Aktuell freuen sich Promis aller Kategorien werbewirksam auf allen Kanälen auf die kommende Echo-Verleihung. Der Echo ist ein deutscher Musikpreis und wird von der Deutschen Phono-Akademie seit 1992 jährlich vergeben. Die diesjährige, 27. Echoverleihung findet am 12. April 2018 in der Messe Berlin statt und wird, wie im vergangenen Jahr, in 22 Kategorien vergeben und live auf dem deutschen Privatsender VOX übertragen.

„Mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen“

Vor dem großen Spektakel stehen nun zwei Nominierte in der Kritik. Den Düsseldorfer Rappern Farid Bang und Kollegah, die für ihr Album „Jung, brutal, gut aussehend 3“ unter anderem in der Kategorie „Album des Jahres“ nominiert sind, könnte ihr Platz auf der Liste wieder entzogen werden. Grund dafür ist unter anderen eine Songzeile in dem Lied „0815“. Der hessische „Battle-Rapper“ Kollegah, der mit bürgerlichem Namen Felix Blume heißt und als 15-Jähriger zum Islam konvertierte und sein Co-Rapper Farid Bang rappen sich auf dem nominierten Album über das Leiden von Juden im Konzentrationslager Auschwitz das bisschen Hirn aus dem Rapper-Schädel und trällern Textzeilen wie „Mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen“ in die intelligenzbefreite Fangemeinde.

Der Beirat des Musikpreises kündigte nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung über antisemitische und gewaltverherrlichende Passagen des Albums an, die kritisierten Textzeilen zu prüfen. Man werde untersuchen, ob die Grenze „zwischen künstlerischer Freiheit und gesellschaftlich nicht hinnehmbaren Äußerungen überschritten wurde“, teilte der Bundesverband Musikindustrie (BVMI), der die Preisverleihung organisiert, laut der FAZ mit.

Kunstfreiheit ja – Echo-Würdigung nein

Die Geschäftsführerin des BMVI wies darauf hin, dass verbale Provokationen ein typisches Stilmittel im Battle-Rap seien, jenem Genre, in das der Song „0815“ fällt. Die Kunst- und Meinungsfreiheit sei ein hohes Gut, so die BMVI-Vertreterin.

Farid Bang erklärte nach dem Bekanntwerden der Kritik auf seiner Facebook-Seite, dass Kollegah und er mit dem Lied niemanden diskriminieren wollten und es sich lediglich „um einen harten Battle-Rap-Vergleich und nicht um eine politische Äußerung“ handle. Der Konvertit Kollegah gab bekannt, dass „als Zeichen des Zusammenhalts in unserer rassismusfreien Hiphopkultur“ jüdische Fans ab sofort freien Eintritt zu jedem gemeinsamen Konzert von ihm und Farid Bang bekämen. In Youtube warf er den deutschen „Mainstream-Medien“ Meinungsmache vor und verkündete, das Volk habe es satt, „sich verarschen zu lassen“. Was die „Bild“-Zeitung mit ihrem Artikel bezweckt habe, sei versuchte Zensur und vergleichbar mit der Situation in „totalitären Staaten“. Der Rapper rief andere Künstler und Fans dazu auf, sich dagegen zu wehren.

Echo-Verantwortlichen scheren sich einen feuchten Kehricht um Kunstfreiheit

Die Echo-Verantwortlichen hatten in der Vergangenheit wenige Hemmnisse, wenn es darum ging, politisch-korrekt zu agieren. Für die Echoverleihung 2006 war ursprünglich ein Auftritt von Oomph! und dem Titel Gott ist ein Popstar geplant. Die Band wurde kurzfristig ausgeladen. Die Absage erfolgte seitens des RTL mit folgenden Worten: „Im Kontext der aktuellen, internationalen religiösen Diskussionen (Mohammed-Karikaturen) und im Lichte einer allgemeinen Verantwortung sehen wir eine Aufführung des Liedes Gott ist ein Popstar sehr skeptisch, ja als nicht zu verantworten“.

2013 wurde die Südtiroler Deutschrockband Frei.Wild vom ECHO Pop ausgeladen, nachdem sie bereits nominiert war. Bands wie Mia, Kraftklub, Jupiter Jones und Jennifer Rostock hatten Kritik an der Nominierung geäußert und teils sogar mit einer Absage der eigenen Teilnahme gedroht. Als Frei.Wild 2014 wieder für einen Echo nominiert war, lehnte die Band ihrerseits die Teilnahme ab.Als die Band 2016 schon wieder aufgrund anhaltendem Erfolges nominiert werden musste, gab es eine Aussprache mit der Band, welche dann auch den ECHO Pop in der Kategorie „Rock Alternative national“ gewann. In ihrer Dankesrede sprach die Band davon, dass die Veranstalter ihre „Fehler korrigiert“ hätten. (SB)

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