Dem Heinerhofbauern sein Knecht über das NetzDG

Dem Heinerhofbauern sein Knecht (Foto: Pixabay)

Dem Heinerhofbauern sein Knecht ist ein Verfechter der ungeschminkten Meinungsäußerung. Er hält nicht viel davon, seine Zunge im Zaum zu halten. Und vom NetzDG hält er gar nichts. Das kann er auch gut begründen. Die Reportage vom Land.

von Max Erdinger

Ein höflicher Mensch sei er, sagt der Knecht. Wenn ihm jemand begegnet, dann lupft er den Hut, sagt: „Grüß Gott schön!“, und macht ein freundliches Gesicht dazu. Manchmal sei er aber lieber unhöflich. Weil, sagt er, es gibt Leute, denen man nur falsche Hoffnungen macht, wenn man höflich zu ihnen ist.

Der Oberleitner zum Beispiel, sagt er, gegen den hat er nicht nur eine Abneigung, sondern der ist einfach ein Depp. Und daß er das jederzeit beweisen kann.

Was hätte jetzt irgendwer davon, fragt er, daß er den Deppen anredet wie einen gewöhnlichen Herrn, außer der Oberleitner selber? – Niemand, sagt er. Wenn aber außer dem Oberleitner selber niemand etwas davon hat, daß man verschweigt, was für ein Mordstrummdepp er ist, dann ist es eine Irreführung der Öffentlichkeit, den Oberleitner mit „Herr Oberleitner“ anzureden. Und Irreführung ist auch nicht gerade höflich, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht.

Zuletzt wird einem noch arglistige Täuschung vorgeworfen, fürchtet er, wenn man den Oberleitner, dieses Rindvieh vor dem Herrn, in aller Öffentlichkeit höflich anredet. Ein ehrlicher Mensch sei er nämlich auch, sagt er. Und daß ehrliche Menschen anständige Menschen sind. Beim Oberleitner, diesem Quadratsdeppen, wäre jede Höflichkeit unanständig. Unanständig wolle er aber selbst dann nicht sein, wenn es der Höflichkeit dient.

Ein großes Unglück sei es übrigens, so der Knecht, daß er die Bundeskanzlerin nicht kennt. Würde er sie kennen, dann wäre sie hier aus dem Tal, weil er selbst sich in seinem Leben kaum jemals woanders aufgehalten hat. Wenn die Kanzlerin aber hier aus dem Tal wäre, weil er sie kennt, sinniert der Knecht, – und weil hier jeder einen jeden kennt – , dann würde Merkel auch wissen, wer der stockdepperte Brunzkartler von der Schafkopfrunde in der HuPfla – („Heil- und Pflegeanstalt“, Anm.d.Verf.) – ist, der in der Kirche immer so selbstzufrieden grinst, wenn der Pfarrer erzählt, daß die Armen im Geiste selig sind.

Und dann hätte sie sich vor Jahren schon unsterblich in das saudumme Heinzelmännchen verliebt, längst geheiratet und wäre die Oberleitnerbäuerin geworden anstatt Bundeskanzlerin. Daß er die Frau Merkel nicht kennt, sei schon tragisch für Deutschland, sagt dem Heinerhofbauern sein Knecht. Aber ein anständiger Mensch sei halt auch nicht an allem selber schuld. Vorwürfe mache er sich deswegen keine.

 

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