Schockstarre: Terre des Femmes fordert wie die AfD Verbot der Vollverschleierung

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Linke Vielfalt - Burkaträgerinnen (Symbol bild: Durch meunierd/Shutterstock

Die Frauenorganisation Terre des Femmes (TDF) fordert schon seit 2016 die Verbannung des islamischen Gesichtsschleiers aus dem öffentlichen Raum. Blöd nur, dass die Bundestagsfraktion der AfD jetzt genau dasselbe fordert. Da muss sich TDF erst einmal langatmig abgrenzen.

Die AfD-Fraktion hatte bereits im Februar im Bundestag einen Antrag (19/829) für ein generelles Verbot der Vollverschleierung eingebracht. Die AfD begründete ihren Antrag unter anderem damit, dass eine Vollverschleierung für bewusste Abgrenzung sowie für eine Ablehnung „unserer aufgeklärt-demokratischen Werte und unseres Menschenbildes“ stehe. Dies widerspreche der Gleichberechtigung von Mann und Frau.

Gehässige bis wahnwitzige Ablehnung durch Konsensparteien

Die Konsensparteien hatten den Antrag – stellenweise mit hanebüchenen Argumenten – scharf und gehässig kritisiert (Jouwatch berichtete). SPD-Politiker Karl-Heinz Brunner sagt, es sei genauso wahrscheinlich, einer vollverschleierten Frau in Deutschland zu begegnen wie einem Vogelstrauß auf dem Kudamm. Esther Dilcher von der SPD bemerkte, dass der AfD-Antrag voller „Diffamierung und Hetze“ sei.

Besonders wahnwitzig der Redebeitrag der FDP-Politikerin Katrin Helling-Plahr: „Frauen, die bisher von ihren Männern gezwungen werden, das Haus nur vollverschleiert zu verlassen, dürften ihr Haus künftig gar nicht mehr verlassen. Sie helfen den Frauen also nicht, sondern sie rauben ihnen das letzte bisschen Teilhabe an unserer Gesellschaft. Sie verstellen ihnen den durch ihren Schleierschlitz möglichen Einblick in eine Welt, in der Frauen anders leben.“

„Ohne ein Verbot wird es in Deutschland bald sehr viel mehr Vollverschleierung geben“

Die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes (TDF) fordert in einem Positionspapier von 2016 just dasselbe wie die AfD: Eine Verbannung des Gesichtsschleiers aus dem öffentlichen Raum. In diesem Positionspapier der Organisation heißt es: „Ohne ein Verbot wird es in Deutschland bald sehr viel mehr Vollverschleierung geben.“ Gleichzeitig kritisierte TDF, das Hinterfragen von Praktiken wie Frühehe oder Vollverschleierung werde in manchen linken Kreisen inzwischen fälschlicherweise „als rassistisch, islamophob oder (neo)kolonialistisch“ diskreditiert. Die „Religionsfreiheit dürfe nicht zu einer Worthülse verkommen, die dafür genutzt wird, menschenverachtenden und antidemokratischen Gesinnungen Tür und Tor zu öffnen“.

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Abdel-Samad, Hamed Integration – Ein Protokoll des Scheiterns

Blöd nur, dass die TDF-Forderung eine annähernd 100 prozentige inhaltliche Deckungsgleichheit mit dem AfD-Antrag aufweist. Deshalb gab TDF-Vorstandsmitglied Hania Luczak laut WeltOnline bekannt: „Wir grenzen uns ganz eindeutig von dem rückwärtsgewandten Frauenbild der AfD ab. Gleichzeitig bedauern wir, dass sich alle reflexartig vom Thema Vollverschleierung abwenden, nur weil auch die AfD für ein Verbot ist.“

Österreich ist bereits mehrere Schritte weiter
Die türkis-blaue österreichische Regierung ist in dieser Debatte bereits mehrere Schritte weiter. Bereits Mitte des vergangenen Jahres erging ein strafbewehrtes Vollverschleierungsverbot im öffentlichen Raum.

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz kündigte am vergangenen Wochenende ein Kopftuchverbot für Kindergarten und Grundschulen an. Dies wäre eine Maßnahme, damit „die Mädchen in ihrer Entwicklung bis zum zehnten Lebensjahr geschützt sind und sich frei entwickeln und integrieren können“. Zudem wolle man dem politischen Islam etwas entgegensetzen, so Vizekanzler H.C. Strache (FPÖ). (SB)

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