AfD behält im Streit um den UK-Giftanschlag Recht

Boris Johnson: "Wenn es keine andere Erklärung gibt, dann müssen wir den Schluss ziehen, dass der russische Staat verantwortlich war."

Das britische Außenministerium hat gestern einen Tweet vom 22.3. gelöscht, in dem behauptet wurde, das Gift aus dem Anschlag auf Sergej und Julia Skripal sei russischen Ursprungs. Das Eingeständnis gibt denjenigen Recht, die zur Vorsicht gemahnt hatten – allen voran der AfD und dem österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz.

Der britische Außenminister Boris Johnson hatte am 20.3. im Gespräch mit der Deutschen Welle gesagt, die britischen Wissenschaftler seien fest davon überzeugt, dass die Probe aus Russland stamme. „Es gibt keinen Zweifel. Wir haben kaum Alternativen, als diesen Kurs einzuschlagen“, sagte der Außenminister.

Der gelöschte Tweet

Am 3.4. hatte der Chef des Labors des Verteidigungsministeriums in Porton Down Gary Aitkenhead dem Sender Sky News gesagt, man können die „präzise Quelle“ des Gifts nicht identifizieren. Daraufhin wurde der Tweet vom Außenministerium gelöscht.

Die Wendung gibt denjenigen Recht, die wie der linke Labour-Führer Jeremy Corbyn gegen vorschnelle Urteile gewarnt hatten und dafür in UK teils heftig attackiert wurden. Die Sun hatte Corbyn als „Marionette Putins“ bezeichnet.

„Mr. Brexit“ Nigel Farage, einer der Russland- und Corbyn-Kritiker, räumte in seiner Radiosendung ein, dass dieser vielleicht Recht gehabt hat: „Ich habe noch keinen einzigen Beweis gesehen, dass Russland wirklich dahintergesteckt. Und jeder, der das bei uns in Frage stellt, wird niedergebrüllt.“

Die AfD und österreichische Regierung hatten ebenfalls gewarnt, man solle erst eindeutige Beweise abwarten, bevor man Russland verurteile. Am Mittwoch, den 21.3. sagte der Außenpolitsche Sprecher der AfD Petr Bystron im Rededuell mit Außenminister Heiko Maas: „Sollte es nicht „in dubio pro reo“ heißen? Sollte die Bundesregierung nicht im Sinne der Deeskalation erst einmal auf wirklich belastbare Beweise warten, bevor sie sich entschließt, den Engländern zu folgen?“

Heiko Maas forderte dagegen, die Russen müssten Beweise für ihre Unschuld auf den Tisch legen. Wie das gehen soll, weiß vermutlich nur der frischgebackene ex-Justizminister.

 

Petr Bystron: Rededuell mit Heiko Maas

 

Nigel Farage: Hatte Jeremy Corbyn Recht?

 

Nigel Farage: Verlieren wir das Vertrauen in unsere Regierung?

 

 

 

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